Seniorenvorlesung Medizin

Im Fokus der Seniorenvorlesungen stehen im Wintersemester 2019/20 erneut Krankheitsursachen und Behandlungsmöglichkeiten, vor allem aber auch die Prävention und mögliche Erleichterungen für die Betroffenen. „Die Seniorenvorlesung des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und des UKGM ist die Vorlesung für Seniorinnen und Senioren sowie für alle, die es einmal werden wollen“, sagt Prof. Dr. Bettina Kemkes-Matthes, Fachärztin für Innere Medizin und Leiterin des Interdisziplinären Schwerpunktes Hämostaseologie des UKGM. Sie hat die Organisation der beliebten Veranstaltung aus den bewährten Händen von Prof. Dr. Henning Stürz übernommen.

Die Vorträge werden wie bisher in lockerer Reihenfolge stattfinden – jeweils dienstags um 17 Uhr im Großen Hörsaal des Instituts für Anatomie und Zellbiologie im Aulweg 123. Inhaltlich wird eine bunte Mischung aus aktuellen Themen der modernen Medizin geboten –vorgetragen von ausgesuchten Referentinnen und Referenten, die sich bemühen werden, dem Publikum unterhaltsame, aber vor allem auch informative Vorträge zu präsentieren.
Der Parkplatz am Aulweg wird für die Hörerinnen und Hörer der Vorlesung geöffnet.

Das Programm:

Am 22. Oktober 2019 beginnt Prof. Dr. Ivo Meinhold-Heerlein, der Leiter der Gießener Frauenklinik, die Vortragsreihe mit dem Thema „Brustkrebs betrifft nicht nur Frauen“. Er wird über die mit Abstand häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen informieren und ausführen, dass diese Tumorart durchaus auch das männliche Geschlecht betreffen kann, dort aber weit weniger bekannt ist.

Am 29. Oktober 2019 spricht Dr. Stephan Ernst aus der Gießener HNO-Klinik zum Thema „Hören und die Probleme einer Cocktailparty“. Das hört sich zunächst lustig an – die Probleme Schwerhöriger in bestimmten Situationen sind aber auch mit modernen Hörgeräten nicht leicht in den Griff zu bekommen und können für die Betroffenen eine große Belastung darstellen. Die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet dürften für viele hochinteressant sein.

Am 19. November 2019 geht es um die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, den Schlaganfall – vorgetragen von Dr. Dr. Florian Roessler aus der neurologischen Klinik. Er wird in seinem Vortrag „Schlaganfall? – Was NUN?“ darlegen, dass für den Erfolg der Schlaganfallbehandlung die frühzeitige Erkennung eine entscheidende Rolle spielt. Der Vortrag stellt die Symptome eines Schlaganfalls dar, erläutert den Ablauf der Akuttherapie, gibt Auskunft über die anschließende Sekundärprophylaxe und gibt Tipps zur Prävention.

Am 26. November 2019 wird ein besonders beliebtes Thema angesprochen – das Essen. Referieren wird Dr. Annette Hauenschild vom Gießener Adipositaszentrum. Es geht jedoch nicht um Über-, sondern um Unterernährung. Rund ein Drittel der Senioren sind davon bedroht oder sogar betroffen und die Unterversorgung mit Nährstoffen kann besonders im Alter schwerwiegend sein. Bereits bei leichter Mangelernährung kann es zu vielfältigen Symptomen kommen, die Lebensenergie und Lebensfreude einschränken, erläutert die Referentin in ihrem Vortrag „Mangelernährung – ein Problem in Deutschland?”

Am 17. Dezember 2019 setzt Dr. Pascal Bauer, Leiter der Angiologie, die Reihe fort mit dem Vortrag „Ärger mit den Krampfadern – muss das sein?“. Krampfadern – nur ein kosmetisches Problem oder doch eine Erkrankung? Dr. Bauer wird dazu Stellung nehmen und zu neuesten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten auf diesem Gebiet informieren.

Am 28. Januar 2020 heißt es dann „Blut tut gut!“. Prof. Dr. Ulrich Sachs, Transfusionsmediziner und Hämostaseologe, wird zeigen, dass Bluttransfusionen weit weniger gefährlich sind als allgemein geglaubt und dass gerade im Alter der allzu sparsame Umgang mit Bluttransfusionen auch gefährlich sein kann.

Am 11. Februar 2020 geht es zum Abschluss der Vorlesungsreihe um ein sehr ernstes Thema: „Kindesmisshandlung“. Prof. Dr. Dr. Reinhard Dettmeyer, Leiter des Rechtsmedizinischen Institutes, wird ausführen, dass häusliche Gewalt Kinder bereits ab dem Säuglingsalter betrifft. Er wird darlegen, wie schwierig es sowohl für das Umfeld Betroffener, aber auch für die Rechtsmedizin ist, zu unterscheiden, ob Verletzungen durch Unfälle entstanden sind oder ob doch ein Fall von Misshandlung vorliegt.

Termin
Auftakt der Vorlesungsreihe im Wintersemester 2019/20 am 22. Oktober 2019 um 17 Uhr
Veranstaltungsort: Großer Hörsaal des Instituts für Anatomie und Zellbiologie, Aulweg 123.

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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen¬schaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Bettina Kemkes-Matthes
Interdisziplinärer Schwerpunkt für Hämostaseologie
Langhansstraße 2, 35392 Gießen
Telefon: 0641 985-42726; E-Mail: Bettina.Kemkes-Matthes@innere.med.uni-giessen.de

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