Seltene Erkrankungen – ein Problem mit Vergangenheit

Heutzutage leiden allein in Deutschland etwa vier Millionen Menschen an einer seltenen Erkrankung. Diese Krankheiten gehen sehr häufig mit schweren körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen einher und sind nach wie vor nicht therapierbar. Was sind seltene Erkrankungen und seit wann gibt es sie? Sind sie ein modernes Problem oder können sie schon bei unseren Vorfahren nachgewiesen werden? Auf dem ersten “Workshop on Ancient Rare Diseases (1st W.A.R.D.)“ treffen sich mehr als 50 internationale Wissenschaftler in Berlin, um Fragen zu seltenen Erkrankungen unserer Vorfahren zu diskutieren. Der Fokus liegt dabei auf seltenen Erkrankungen an archäologischen und historischen Skeletten.

An drei Tagen werden unterschiedliche Themen angesprochen: Wissenschaftler stellen Grundlagenforschung und Fallstudien zu seltenen Erkrankungen aus der ganzen Welt vor, von der Steinzeit bis in die Neuzeit. Die Möglichkeiten verschiedener diagnostischer Methoden zur Erkennung seltener Erkrankungen am Skelett und deren Dokumentation mit Hilfe einer Datenbank zu Ancient Rare Diseases werden diskutiert. Der letzte Tag widmet sich besonders der Darstellung seltener Erkrankungen in der Öffentlichkeit. Kuratoren von Sammlungen und Museen berichten aus museologischer Sicht über die Bedeutung und den Umgang mit sensibler Forschung.

Die Veranstaltung wird ergänzt durch zwei Beiträge aus der aktuellen Medizin. Prof. A. Rath, die Direktorin von Orphanet, hält eine Rede zum Tag der Seltenen Erkrankungen und Prof. U. Kornak, Humangenetiker an der Charité, stellt das wachsende Potential der genetischen Diagnostik seltener Erkrankungen vor.

Der erste “Workshop on Ancient Rare Diseases (1st W.A.R.D.): Paleopathology of genetic diseases affecting bones: Research and Awareness” wird vom Referat Naturwissenschaften, Anthropologie, des Deutschen Archäologischen Instituts organisiert und findet vom 27.2.-1.3.2019 im Ethologischen Museum in Berlin Dahlem statt. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Öffentliches Rahmenprogramm

Mittwoch, 27. Februar 17 Uhr
Yara Haridy, M.Sc. und PD Dr. Florian Witzmann (Naturkundemuseum Berlin) „Rare pathologies in deep time – a fresh look at bones of fossil animals”

Donnerstag, 28. Februar 18 Uhr
Podiumsdiskussion zum Thema „Ancient Rare Diseases: an obscure part of our past, present and future?“. Es diskutieren Anne L. Grauer (Präsidentin der American Association of Physical Anthropologists) und Niels Lynnerup (Präsident der Paleopathology Association) mit Andrew Curry (Wissenschaftsjournalist) über den Einfluss seltener Erkrankungen auf unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Visuell wird die Diskussion begleitet vom Graphic Recorder Benjamin Felis.
Verfolgen Sie die Diskussion auch unter #1stWard, #rarediseaseday und #ancientrarediseases auf www.twitter.com/dai_weltweit

Akkreditierung
Bitte akkreditieren Sie sich bis zum 26. Februar unter presse@dainst.de für die Teilnahme am geschlossenen Teil des Workshops. Ein Besuch des öffentlichen Rahmenprogramms ist jederzeit möglich.

Ort: Ethnologisches Museum, Lansstraße 8, 14195 Berlin

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Julia Gresky
Mail: julia.gresky@dainst.de
Tel.: 030/187711-339

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