Selten auftretende Herzrhythmusstörungen: Herzstiftung rät zu Ereignisrekordern

Wenn Herzrhythmusstörungen nicht andauernd, sondern nur von Zeit zu Zeit oder selten auftreten, gibt es ein Problem: Der Arzt kann die Herzrhythmusstörung im EKG nur erkennen, wenn sie zufällig gerade beim Arztbesuch auftritt. Auch 24-Stunden- oder 7-Tage-EKGs bringen oft kein Ergebnis. Trotzdem tritt die Herzrhythmusstörung wieder auf. Da sie nicht diagnostiziert ist, kann sie auch nicht behandelt werden: eine beunruhigende Situation für den Patienten. Für dieses Problem gibt es jetzt eine Lösung: Ereignisrekorder.

„Es kann vorkommen, dass Patienten mit seltenen schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen mehrmals zum Arzt gehen, ihr Herzrhythmus mit einem 12-Kanal-Ruhe- und einem Langzeit-EKG von 24 oder 48 Stunden Dauer aufgezeichnet wird, es aber zu keinem auffälligen Befund kommt. Diese Patienten gehen unbehandelt wieder nach Hause – und die Beschwerden bleiben“, berichtet Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Bei der Klärung selten auftretender Herzrhythmusstörungen spielen Ereignisrekorder eine immer größere Rolle, weil sie eine Ereigniserfassung über längere Zeiträume von Wochen oder Monaten erlauben“, erklärt der Herzspezialist.

Wann die externe, wann die implantierte Variante?
Externe Ereignisrekorder werden bei zeitweiliger Überwachung des Herzrhythmus auf den Brustkorb (scheckkartengroß) aufgelegt. Bei der kontinuierlichen Überwachung werden sie auf die Haut geklebt und zeichnen so den Herzrhythmus auf. Die implantierbare Variante ermöglicht bei sehr seltenen Herzrhythmusstörungen eine kontinuierliche EKG-Erfassung über einen längeren Zeitraum. Das winzige Gerät wird unter die Haut über dem Herzen eingebracht. Die Ereignisrekorder zeichnen das EKG fortlaufend auf. Tritt ein Arrhythmieereignis auf, kann dieses im Nachhinein festgehalten und dokumentiert werden. Bei den meisten Ereignisrekordern können die aufgezeichneten Daten per Telefon übertragen werden.

Externe Ereignisrekorder mit zeitweiliger Überwachung – Bei diesen Geräten wird der Patient aufgefordert, den Ereignisrekorder bei Beschwerden durch Herzrhythmusstörungen wie
z. B. Vorhofflimmern auf die Haut im Brustbereich zu drücken. Ein EKG wird über einen Zeitraum von 30 Sekunden bis wenigen Minuten aufgezeichnet. Jedoch muss der Patient seine Herzrhythmusstörung spüren und genug Zeit haben, das Gerät ordnungsgemäß anzuwenden. Der Vorteil der zeitweiligen Überwachung: Zur EKG-Registrierung müssen keine Elektroden geklebt werden und der Patient kann den Rekorder über Monate behalten und überall mitführen.

Externe Ereignisrekorder mit kontinuierlicher Überwachung – Ihr Vorteil gegenüber der kurzzeitigen Erfassung liegt darin, dass sie auch Herzrhythmusstörungen registrieren, die nur sehr kurz andauern oder die der Patient nicht spürt. Diese Rekorder können permanent den Herzrhythmus mit Hilfe von Klebeelektroden auf der Haut erfassen. Manche Geräte mit kontinuierlicher Überwachung können bei bestimmten vorher definierten Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern) automatisch aktiviert werden.

Implantierbare Ereignisrekorder – Sie werden bei Patienten eingesetzt, bei denen man schwerwiegende, bisher nicht erfasste langsame oder schnelle Herzrhythmusstörungen als Ursache von Beschwerden oder Ereignissen (Stürze) vermutet. Dies ist insbesondere bei Patienten gegeben, die infolge vermuteter langsamer oder schneller Herzrhythmusstörungen einen Bewusstseinsverlust (Synkope) erlitten und sich dabei verletzt haben. Das implantierbare Gerät kann automatisch Vorhofflimmern ebenso wie schwerwiegende Herzrhythmusstörungen erkennen. Auch ist es möglich, dass der Patient selbst die EKG-Aufzeichnung startet. Die Implantation (ambulant unter örtlicher Betäubung) ist wesentlich unkomplizierter und mit weniger Komplikationen verbunden als die eines Herzschrittmachers.

Eine neue Broschüre „Herzrhythmusstörungen heute“, die die Deutsche Herzstiftung zu den Herzwochen 2010 (1.11. – 30.11.) herausgebracht hat, informiert auf 132 Seiten über den aktuellen Stand von Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Herzrhythmusstörungen. Darin erhalten Patienten wertvolle Ratschläge und Tipps für den Umgang mit Herzrhythmusstörungen. Alle Beiträge sind von namhaften Herzspezialisten laienverständlich geschrieben. Der Band ist gegen 3 EUR in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt.

37/2010
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle: Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069/95 51 28-114/-140
Fax: 069/95 51 28-345
wichert@herzstiftung.de
koenig@herzstiftung.de

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