Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen: Teilnehmer für Online-Hilfe und Studie gesucht

Jeder dritte Jugendliche und junge Erwachsene hat Erfahrungen mit selbstverletzendem Verhalten, ritzt, kratzt oder verbrennt sich. „Trotz ernst zu nehmender medizinischer Risiken und eines hohen psychischen Leidensdrucks suchen nur wenige Betroffene Hilfe“, bedauert Professorin Dr. Tina In-Albon, die auch die Landauer Psychotherapie-Ambulanz für Kinder und Jugendliche der Universität leitet. Das wollen sie und ihr Team in Landau im Forschungsprojekt STAR (Self-Injury, Treatment, Assessment, Recovery) ändern. Die Wissenschaftler werden bisherige Erkenntnisse und Ansätze bündeln und Grundlagenforschung mit therapeutischen Angeboten und Schulungsmaßnahmen vereinen.

Ziel des STAR-Projektes ist es, Einblicke in die Selbstverletzung von Jugendlichen und in den Verlauf des Verhaltens – was führt dazu, dass jemand aufhört oder eben nicht aufhört? – zu erhalten, um die Frühintervention sowie die Therapieerfolge bei Betroffenen verbessern zu können. Auch wollen die Psychologen untersuchen, inwiefern ihre neue Online-Hilfe dazu führt, das selbstverletzende Verhalten bei Jugendlichen zu verringern. Die Online-Hilfe bietet umfassende Informationen, Übungsmaterialien sowie Beratung per Chat oder Anruf an.

Das STAR-Projekt lebt vom Mitwirken Jugendlicher und junger Erwachsener: An der Studie teilnehmen können junge Menschen zwischen 15 und 21 Jahren, die sich in den vergangenen zwölf Monaten selbst verletzt haben und aktuell nicht in einer psychotherapeutischen Behandlung sind oder die sich noch nie selbst verletzt haben und sich auch nicht in Behandlung bei einem Psychotherapeuten befinden. Die Online-Hilfe sowie die Möglichkeit, sich für die Studie anzumelden, gibt es unter Dort stehen auch alle Informationen zu den Teilnahmebedingungen. Interessierte, die in der Nähe von Landau wohnen, können auch vor Ort in den Räumlichkeiten der Klinischen Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Studie teilnehmen. Für die Teilnahme vor Ort wird eine Aufwandsentschädigung von bis zu 90 Euro bezahlt. Bei Fragen dazu ist das Team per E-Mail erreichbar unter star-landau@uni-landau.de.

Das STAR-Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Partner im Projekt sind das Universitätsklinikum Ulm (Leitung), das Universitätsklinikum Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Koblenz-Landau, das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und die Medizinische Hochschule Brandenburg.

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