Übermäßiges Schwitzen – Behandlungsmethoden bei überaktiven Schweißdrüsen

Wer unter übermäßig starkem Schwitzen leidet, gerät häufig in unangenehme Situationen. Sei es der obligatorische Handschlag, der Besuch bei Freunden, die darum bitten die Schuhe auszuziehen oder ständig nasse Ränder unter den Armen. Wenn die Schweißabsonderung den Umständen wie Temperatur oder körperlicher Belastung nicht angemessen ist, sprechen Mediziner von “Hyperhidrosis“. Schweißhände (Hyperhidrosis Palmaris)und Schweißfüße (Hyperhidrosis Plantaris) sind die am häufigsten verbreitete Form von übermäßigem Schwitzen. Andy Fischer, der selbst 25 Jahre lang unter Hyperhidrosis litt und mit seinen Produkten sichere und sanfte Mittel gegen übermäßige Schweißabsonderung entwickelt hat, kennt die Ursachen für das krankhafte Schwitzen und stellt wirksame Methoden für Betroffene vor. 
 
1. Selbstcheck: Wann und wie stark schwitze ich
Die Übergänge zwischen normaler und übermäßiger Schweißbildung sind fließend. Grundsätzlich ist schwitzen gut und wichtig, denn das austretende Wasser lässt auf unserer Hautoberfläche Verdunstungskälte entstehen, die unseren Körper kühlt und vor Überhitzung schützt. Wer regelmäßig Sport treibt, gerät schneller ins Schwitzen als untrainierte Menschen, weil der Kreislauf schneller in Fahrt kommt und das körpereigene Kühlsystem anspringt. Wem allerdings bei normaler Raumtemperatur am Computer die Maus aus der schweißgebadeten Hand gleitet oder das Wasserglas aus der Hand rutscht, ist durch das Schwitzen funktional und sozial eingeschränkt. In diesem Fall sollte man dem Problem zunächst auf den Grund gehen.
 
2. Diagnose: Warum schwitze ich mehr als andere?
Hinter dem übermäßigen Schwitzen stecken hyperaktive Schweißdrüsen. Bei Zirka 50 Prozent der Betroffenen ist das Auftreten erblich bedingt. Bei allen anderen Betroffenen kann das verstärkte Schwitzen unterschiedliche Auslöser haben: Zunächst sollte man ausschließen, dass das Schwitzen keine Nebenwirkung eines Medikamentes ist. Dem Beipackzettel allein sollte man hier nicht trauen, sondern sicherheitshalber den betreuenden Arzt aufsuchen, um diese Ursache auszuschließen. Weitere Gründe können Infekte, hormonelle Schwankungen, zum Beispiel während der Menopause oder bei einer Schilddrüsenüberfunktion sein. Auch das sollte beim Arztbesuch abgeklärt werden. Außerdem können saure oder scharfe Lebensmittel den Kreislauf auf Touren und so den Körper ins Schwitzen bringen. Schwitzen kann aber auch der Versuch des Körpers sein, Giftstoffe wie zum Beispiel Nikotin loszuwerden. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, eventuelle Zusammenhänge zwischen Nahrungsaufnahme und Schwitzen zu erkennen, indem man genau notiert, welche Speisen und Getränke man zu sich nimmt und wann man mehr oder weniger schwitzt. 
 
Tritt das Problem vor allem in nervlich angespannten Situationen, wie zum Beispiel Vorträgen oder wichtigen Meetings auf, gibt es vermutlich einen emotionalen Auslöser. Auch hier sollte man gut beobachten, in welchen Situationen man besonders stark ins Schwitzen kommt. Kann man keine situativen Zusammenhänge mit dem übermäßigen Schwitzen herstellen, deutet das auf ein genetisches Problem hin. 
 
3. Behandlung: Was ist die richtige Methode für mein Problem?
Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die je nach Ursache und Stärke der Schweißbildung zu empfehlen sind.
 
Mildes Schwitzen – In der Natur liegt die Kraft
Wenn man leichter ins Schwitzen gerät als andere, zum Beispiel in den Wechseljahren, sich dabei aber nicht dauerhaft einschränkt fühlt, kann auf die Kraft der Natur vertrauen. Am besten zwei Wochen lang jeden Tag 1 Liter Salbei-Tee aus frischem Salbei trinken. 1/4 Liter davon morgens lauwarm, den Rest über den Tag verteilt. Zusätzlich sollte man regelmäßig Sport treiben, um den Schweiß gezielt auszuscheiden. Auch regelmäßige Sauna-Besuche können dem Körper helfen, die Regulierung der Schweißdrüsen neu zu erlernen.
 
Hilfe bei Angstschweiß
Wenn hinter übermäßig starkem Schwitzen emotionale Auslöser stecken, kann man zwar auf physischer Ebene die Symptome bekämpfen, löst so aber nicht das Problem. Bei leichten Formen, wie zum Beispiel Nervosität bei Prüfungen, kann mentales Training helfen, sich selbst und somit auch Aktivität der Schweißdrüsen zu beruhigen. Die entspannende Wirkung von Autogenem Training und Meditation ist wissenschaftlich belegt, hilft aber nicht bei tieferliegenden psychischen Problemen. Wenn die Prüfungsangst trotz mentaler Techniken bleibt, sollte man eine Psychotherapie in Betracht ziehen. 
 
Mittelstarkes bis starkes Schwitzen – Topische Behandlungsmethoden
Topische beziehungsweise oberflächliche Behandlungsmethoden schließen alle Mittel ein, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Am wirksamsten haben sich hier Produkte erwiesen, die Aluminiumsalze enthalten. Die Salze verengen die Schweißdrüsen vorübergehend und stoppen so – je nach Konzentration – in wenigen Sekunden die Schweißabgabe. Es ist die kosten- und zeitsparendste Möglichkeit das Schwitzen zuverlässig in den Griff zu bekommen. Verschiedene Hersteller bieten die wirksamen Salze als Deo-Roller, Tinkturen, Puder, Handcremes und -Lotionen zwischen zehn und zwanzig Euro an. Achtung: Handcremes und -Salben dichten die Haut ab und man schwitzt noch mehr. EVERDRY hat deshalb Hand- und Fußtücher entwickelt, die zusätzlich pflegendes Panthenol für geschmeidige Haut enthalten. In einzeln verpackten Sachets sind die Tücher in jeder Situation griffbereit. 
 
Wenn nichts helfen will
Sollten alle Behandlungsversuche scheitern, gibt es inzwischen operative Methoden, bei denen die Schweißdrüsen abgesaugt oder entfernt werden. Auch mittels einer Laser-Therapie kann das Problem behoben werden. Beides ist jedoch mit hohen Kosten (bis zu 2500 Euro) und gesundheitlichen Risiken verbunden. Wenn das Problem nur im Achselbereich besteht, wenden manche Ärzte das umstrittene Nervengift Botulinumtoxin an, besser bekannt als Botox. Das Gift hemmt die Impulsübertragung an den Nervenfasern der Schweißdrüsen, so dass der Schweiß gemäßigter fließt. Eine Behandlung hält allerdings maximal bis zu einem halben Jahr und liegt bei rund 700 Euro.

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