Schwarzer Hautkrebs: Protein “MIA“ als Angriffspunkt für neuartige Therapie

In den vergangenen Jahren wurde der Mechanismus der Onkogen-induzierten Seneszenz und dessen bedeutende Rolle in der Tumorentstehung entdeckt und beschrieben. Auch beim schwarzen Hautkrebs („Melanom“) konnten Gene identifiziert werden, die in Tumor-Vorstadien aktiviert werden und zu dieser künstlichen Zellalterung führen. Das vermeintlich Paradoxe an diesem Prozess ist, dass die induzierte Seneszenz zunächst eine Weiterentwicklung der Tumor-Vorstadien zu einem bösartigen Tumor verhindert. Dieser Schutzmechanismus wird jedoch wenig später umgangen und die Krebsvorläuferzellen entarten schließlich doch zu Tumorzellen.

Aufgrund erster Ergebnisse vermutet die Arbeitsgruppe um Prof. Anja Bosserhoff, dass das Protein MIA am Mechanismus der Onkogen-induzierten Seneszenz in Melanomzellen beteiligt ist. Bekannt ist bereits, dass es Zellwanderung und Zellwachstums reguliert. Bosserhoff vermutet, dass MIA auch am Anstoß zur Seneszenz beteiligt ist und somit eine wichtige Rolle in der frühen Phase der Entstehung des Hautkrebses spielt. Mit experimentellen Ansätzen versuchen die Regensburger Forscher die Bedeutung des Proteins MIA in diesem wichtigen Mechanismus aufzuklären. „Übergeordnetes Ziel unseres Forschungsprojektes ist es, die Ursachen für die Veränderung in der Zelle aufzudecken, die zur Entstehung des schwarzen Hautkrebses führen. Dabei spielt die Aufhebung der Seneszenz eine wesentliche Rolle. Die Erkenntnisse könnten Ansatzpunkte für neue Therapieformen liefern“, erläutert Bosserhoff die Bedeutung des Forschungsvorhabens.

Beim schwarzen Hautkrebs wird weltweit eine starke Zunahme in der Anzahl der Neuerkrankungen verzeichnet. In Deutschland wurden in den 70er Jahren jährlich drei Fälle pro 100.000 Einwohner registriert, in den 90er Jahren schon 12 bis 15 Fälle. Wird der Tumor in einem frühen Stadium operativ entfernt, sind die Heilungschancen sehr hoch. Bei einer Diagnose im späteren Stadium kommt es jedoch häufig zu einer Ausbreitung des Tumors im Körper, wodurch sich die Heilungsaussichten deutlich verschlechtern.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 100.000 Euro.
Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung.
Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Anja Bosserhoff, Institut für Pathologie, Universität Regensburg
Telefon: ++49 (0)941-944-6705
Email: anja.bosserhoff@ukr.de

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