Schrittmacher für den Magen? Studie eines neuseeländischen Doktoranden erhält internationale Auszeichnungen

Ein erstmalig in Neuseeland entwickeltes Verfahren könnte Ärzten dabei helfen, Magenprobleme, wie zum Beispiel chronische Verdauungsstörungen, besser zu diagnostizieren.

Peng Du, Doktorand am Bioengineering Institute der University of Auckland hat für seine Studie, bei der herkömmliche Elektroden zur Messung der elektrischen Aktivität des Magens eingesetzt werden, den Top Student Award bei der IEEE Engineering in Medicine and Biology Konferenz in Minnesota, USA, gewonnen. Bei dem Verfahren werden flexible Elektroden auf der Magenoberfläche von Patienten angebracht, die sich einer Operation am offenen Bauch unterziehen. Dabei bedecken die Elektroden etwa siebzig Prozent der Magenoberseite.

Peng Du zufolge werden Elektrokardiogramme im klinischen Alltag regelmäßig eingesetzt, um elektrische Aktivitäten des Herzens aufzuzeichnen. Über den Magen ist in dieser Hinsicht jedoch wenig bekannt. Die Studie hat zum Ziel, Techniken, die bisher nur zum Verständnis elektrischer Herzaktivitäten eingesetzt wurden, auch auf den Magen anzuwenden. "Die elektrische Aktivität im Magen ist sehr wichtig, denn sie steuert, wie der Magen sich zusammenzieht und entleert", so Peng Du. "Mit unserer Studie versuchen wir zu bestimmen, was normale und abnormale elektrische Magenaktivität ist. Sobald das klar ist, hoffen wir, neue Geräte zur Diagnose von Krankheiten zu entwickeln, bei denen der Magen nicht ordnungsgemäß arbeitet."

Peng Du hat für seine Studie mit verschiedenen Departments der University of Auckland eng zusammengearbeitet. Sein Forscherkollege und Surgical Trainee Dr. Greg O’Grady erhielt für seine Beteiligung an der Studie den Best Young Investigator sowie den Best Abstract Preis auf dem Joint International Neurogastroenterology and Motility Meeting in Chicago.

Dr. O’Grady zufolge beginnen einige Firmen damit, ein Pendant zum künstlichen Herzschrittmacher zu entwickeln, um die Magenaktivität zu stimulieren. Die Technologie steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. "Diese Firmen habe großes Interesse an unserer neuen Methode zur Messung der elektrischen Magenaktivität gezeigt", so Dr. O’Grady. "Wir konnten erstmals zeigen, wie der natürliche Schrittmacher des Magens funktioniert. Diese Informationen könnten bei der Entwicklung neuer künstlicher Magenschrittmacher sehr hilfreich sein."

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(idw, 01/2010)

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