Schnellere Früherkennung bei Alzheimer-Demenz

In der Forschungsstelle Leipzig des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) werden radioaktiv markierte Substanzen (Radiotracer) zur Erforschung, Diagnose und Therapie neurologischer Erkrankungen, z. B. Alzheimer-Demenz, psychische Störungen und Suchtkrankheiten, mittels der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) entwickelt. Radiotracer werden darüber hinaus auch für die geowissenschaftliche Forschung zur Untersuchung des Transports von (Schad-)Stoffen in der Umwelt eingesetzt.

Bisher konnten sich die Wissenschaftler mit den benötigten radioaktiven Ausgangsstoffen nicht selbst versorgen. Dank des neuen Beschleunigers ändert sich dies, denn sehr kurzlebige Radionuklide mit Halbwertszeiten im Minuten- und Stundenbereich für die Hirnforschung können nun direkt vor Ort bereitgestellt werden.

Die Wissenschaftler kooperieren eng mit dem Leipziger Universitätsklinikum, um wichtige Eigenschaften der von ihnen entwickelten Substanzen zu charakterisieren. Gegenwärtig wird ein neues Präparat an Alzheimer-Patienten untersucht, das auf einer in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vorkommenden Verbindung basiert. Ihre toxischen Eigenschaften konnten so weit reduziert werden, dass sie im Menschen angewendet werden kann. Der Einsatz dieser Verbindung verkürzt erheblich die Untersuchungszeit von Patienten, die in einem frühen Stadium an Alzheimer erkrankt sind.

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat das Ziel, langfristig ausgerichtete Spitzenforschung auf gesellschaftlich relevanten Gebieten zu leisten. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:

  • Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
  • Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
  • Wie nutzt man Ressourcen und Energie effizient und sicher?

Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden fünf Großgeräte mit teils einmaligen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.
Das HZDR ist seit 1.1.2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Freiberg, Leipzig und Grenoble und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter – davon 380 Wissenschaftler inklusive 120 Doktoranden.

Kontakt
Dr. Christine Bohnet
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Pressesprecherin
Tel. 0351 260-2450 oder 0160 969 288 56
c.bohnet@hzdr.de | www.hzdr.de

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