Schneller vom Labor zum Patienten: Aktionspapier für NanoBioMedizin veröffentlicht

Mit dem Älterwerden der Bevölkerung nehmen altersbedingte Krankheiten wie Demenz, Herzinfarkt oder Krebs sowie chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Arthrose zu. Um das Gesundheitssystem angesichts der damit verbundenen Kostensteigerung vor dem Kollaps zu bewahren, müssen diese Krankheiten möglichst präventiv und effizienter und damit kostengünstiger behandelt werden. Die Nanotechnologie spielt dabei eine bedeutende Rolle: Sie ermöglicht neue diagnostische und therapeutische Lösungen für bestehende klinische Anforderungen bei verschiedensten Krankheiten. So eröffnen Nanopartikel aufgrund ihrer besonderen physikochemischen Eigenschaften neue Möglichkeiten für Bildgebungsverfahren, die eine präzisere und frühere Diagnose von Krankheiten erlauben. Nanomaterialien spielen auch eine wichtige Rolle bei Lab-on-Chip-Systemen, mit denen sich auch außerhalb des Labors beispielsweise multiresistente Keime schnell nachweisen lassen. In der Therapie transportieren sogenannte „Nanocarrier“ Wirkstoffe gezielt an den Ort der Erkrankung. So erhöhen sie die Heilungschancen und reduzieren Nebenwirkungen. Darüber hinaus eröffnen sich mehr und mehr Ansätze, erkrankte Gewebe oder zumindest deren Funktion mithilfe von Nanomaterialien zu regenerieren.
Das Aktionspapier beschreibt diese Einsatzmöglichkeiten der Nanomedizin und listet auf, was heute schon möglich ist und welche Entwicklungen für die nahe Zukunft aussichtsreich sind. Es umreißt, welche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten dafür notwendig sind. Genauso wichtig ist aber auch, dass die Translation, also die Übertragung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis, schnell und möglichst reibungslos verläuft. Dies könnte über durchgängige Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für erfolgreiche Projekte erreicht werden. Außerdem sollten Industriestandards und Bedürfnisse der klinischen Praxis bereits in der Forschung berücksichtigt werden. Das Aktionspapier stellt somit eine strategische Forschungsagenda dar, die Förderorganisationen und Investoren ein umfassendes Forschungs- und Finanzierungskonzept für die erfolgreiche Implementierung der NanoBioMedizin in innovative Produkte zum Nutzen von Patienten liefert.
Die Deutsche Plattform NanoBiomMedizin wurde 2015 von Vertretern aus Forschungseinrichtungen, Industrie und Behörden gegründet. Ziel der Initiative ist, Ergebnisse der nanobiotechnologischen Forschung schneller und effektiver zum Patienten zu bringen und Deutschland wissenschaftlich und wirtschaftlich für den globalen Wettbewerb in der Zukunftstechnologie NanoBioMedizin fit zu machen.
Die Deutsche Plattform NanoBioMedizin (DP-NBM) ist eine Initiative der DECHEMA e.V.
Das Aktionspapier steht zum kostenfreien Download unter http://dp-nbm.de/fileadmin/user_upload/files/NanoBioMed_Aktionspapier_2015_ezl_final.pdf zur Verfügung. Weitere Informationen unter http://dp-nbm.de

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