Schluppenbluse, Hippie-Stil und British Chic

Von unserer dtd-Korrespondentin Beate Fuchs

(dtd). Schluppenbluse, glamouröser Hippie-Stil und British Chic: Die Herbst-Winter-Saison hält viele Modetrends bereit, so dass die Entscheidung für Lieblingsteile schwer fallen wird. Doch zum Glück muss frau sich nicht für eine Richtung entscheiden. Denn wie bereits in der Vergangenheit ist der persönliche Stilmix kein Problem und lässt der Damenwelt viel Freiraum.

Trendfarbe Orange

Passend zu den Farben der Natur stehen im Herbst vor allem warme Töne wie dunkles Rot, Senfgelb und Camel im Vordergrund. Richtig lebendig wird es mit der Trendfarbe Orange, auf die man bei vielen Kollektionen in unterschiedlichsten Farbabstufungen trifft. Toll wirkt sie in Kombination zu Schwarz, Grau und Braun. Weitere Trendfarben der Saison sind sattes Blau und helle Gelbtöne.

Revival vergangener Zeiten

Ob 60-er Jahre Look, Seventies-Stil oder gar Elemente aus den 1940er Jahren: Die vergangenen Zeiten feiern ein wahres Revival. Allerdings wird etwa der Hippie-Stil nun etwas glamouröser und edler. Fell- und Pelzwesten sind dabei ebenso wichtig wie Plateausohlen, Samtjacken und modische Flared Jeans. Eine Schluppenbluse, die bislang einen eher braven Ruf hatte, darf in diesem Winter in keinem Kleiderschrank fehlen. Eine tolle Verwandlung erfährt sie, wenn sie – modisch geknotet – zu Jeans und High-Heels getragen wird. Wer die Bluse mit Schleife mit einem klassischen Bleistiftrock oder einer weiten, bodenlangen Marlene-Hose kombiniert, beweist ebenfalls modisches Gespür.

Very British

Der englische Landadel stand beim British-Style Pate: Tweedblazer mit Ellbogenpatches, braune Lederstiefel, Stiefelhosen und Röcke in Karodesign zeichnen diesen Look aus. Dabei dominieren warme Erdtöne wie Beige, Braun, Cognac und Tannengrün. Die modebewusste Frau trägt dazu Cape oder Dufflecoat. Ebenso angesagt ist der Boyish-Look mit Anzug, Weste, weißem Herrenhemd oder Schleifenbluse aus Seide. Sexy wirkt die Herrenhose mit High Heels. Wer lieber flache, sportive Schuhe trägt, krempelt die Hosenbeine.

Nicht ohne Fell und Pelz

Ob echt oder fake, als Weste oder Jacke: Die Lust der Modeindustrie auf Fell und Pelz ist groß. Demensprechend vielfältig sind die Modekreationen. Sogar die angesagten Loop-Schals gibt es nun in Fellversion. Kombiniert mit dünnen, edlen Stoffen wirkt der Stilmix besonders modisch. Der absolute Aufsteiger ist Lammfell in allen Variationen, als Weste, Mantel oder Cape. Ein weiterer wichtiger Herbst- und Wintertrend sind Leder und Lederimitat in vielen Farben. Und zwar nicht nur bei Röcken, Hosen und Oberteilen. Sogar Lederkleider werden die Damen in dieser Saison tragen.

Blazer feiern Comeback

Kamelhaarfarbene und dunkelblaue Blazermäntel gehören im Winter laut Deutschem Mode-Institut (DMI) unbedingt zur Grundausstattung. Neu sind Blazer, die an Militäruniformen oder Collegejacken erinnern. Ansonsten finden sich Blazer in allen möglichen Längen und Weiten. Bikerjacken ermöglichen interessante Stilbrüche – etwa zu femininen Kleidern – und gehören nach Ansicht des DMI zu den Lieblingsteilen der Saison. Outdoorwesten aus Lammfell oder Stepp, die sogar über Blazer getragen werden können, spielen eine große Rolle. Zu den beliebten Ponchos des vergangenen Winters gesellen sich klassische Capes.

Fließende Kleider und kuscheliger Strick

„Fließende Kleider und Wickel-Looks in Pastelltönen sind der Schlüssel zu femininen Outfits,“ so Ann-Sofie Johannsson, Chefdesignerin bei H & M. Trendige Kleiderform ist aber auch das schmal geschnittene Shiftkleid, auch Etuikleid genannt. Natürlich darf in der kalten Jahreszeit kuscheliger Strick nicht fehlen. Grob gestrickte Jacken oder XL-Pullover mit Zopfmuster, Intarsien und Norweger-Muster bleiben angesagt und passen gut zu den rustikalen Schuhen der Saison. Damit die Figur noch zur Geltung kommt, werden die Oversized-Teile zu schmalen Hosen oder kurzen Röcken getragen. Die modischen Chinos kombiniert man mit kurzen, kastenförmigen Strickpullis und klassischen Twinsets. Auch kastige Bouclejacken in Chanel-Optik gehören laut Fachmagazin Textilwirtschaft zu den Must-Haves rund um Chino und Cargo.

Peppig und edel
Accessoires sorgen für den perfekten Herbst- und Winter-Look

(dtd). Nichts verändert einen Look so schnell wie Accessoires. Und die große Auswahl an Tüchern, Schals, Gürteln, Hüten und Taschen macht Lust auf die kalte Jahreszeit. Ein Must-Have ist in dieser Saison Fell oder Pelz: Sei es als Applikation auf großen Henkeltaschen, als Cape oder Loopschal. Wichtig sind Hüte und Kappen in allen Formen und Farben. Vor allem Schlapphüte im Look der Siebziger sind in den Modekollektionen häufig zu sehen. Modisch up to date ist man auch mit Filzhüten in bunten Farben und wollenen Baskenmützen. Neu sind eng anliegende Mützen, die wie Kappen wirken. Wird es dann so richtig kalt, greift frau zu einer üppigen Pelzchapka, die man so eigentlich nur aus Russland kennt.

Dicke Strickschals und auffällige Tücher sind nach wie vor sehr gefragt. „Tücher sollten individuell und möglichst Designer-Unikate sein“, raten die Experten des Deutschen Modeinstituts (DSI). Zu den Lieblingsteilen zählen nach Ansicht des DSI auch klassische Seidenfoulards. Wer neue Accessoires sucht, kommt in diesem Winter nicht an einem Loopschal vorbei, sei es aus Fell, dünner Baumwolle oder dicker Wolle.

Ein wahrer Hingucker sind in dieser Saison Strumpfhosen: Schwarze, transparente Strumpfhosen, mit großen und kleinen Punkten oder Streifen sind dabei ebenso angesagt wie blickdichte in herbstlichen Farben von Orange bis Schlamm. Mädchen und junge Frauen tragen Overknee-Strümpfe.

Taschen sind vielseitig wie immer. Für jeden Bedarf und Stil gibt es die passende Tasche, ob XXS-Täschchen oder opulente Bags. Voll im Trend liegt man mit einer Henkeltasche mit Clutchverschluss, die an legendäre Klassiker wie die „Kelly Bag“ erinnern. Ein Kontrast dazu sind die neuen Beutelformen und Rucksäcke, bei denen das Leder wie bereits getragen wirkt. Umstochene Kanten, Prägungen und geflochtene Griffe betonen den kernigen Touch. Am Abend trägt Frau weiterhin die Clutch mit interessanter Material- und Mustervielfalt, etwa in auffallender Schlangenoptik.

So richtig maskulin
Rustikale Herbst- und Wintermode für die Herren

(dtd). Männermode bleibt vielseitig, ob für Freizeit oder Business. Lässige, weite Schnitte sind ebenso möglich wie enge Formen. Viele Designer betonen in diesem Herbst und Winter die maskuline Seite: Rustikal und kernig lautet denn auch das Modestatement des Deutschen Modeinstituts (DSI) für die Saison. Robuste Chinos, bequeme Cord- oder schmale Wollhosen, karierte Flanellhemden, burschikose Lederjacken oder gewachste Baumwoll-Parkas sowie Lederboots passen dazu. Im Trend liegt auch der British-Style mit karierten Tweedsakkos, Stoff- und Lederpatches an Pullovern und Sakkos.

Strick ist In: Während im Businessbereich softe Merino- und edle Kaschmirpullover angesagt sind, wird es in der Freizeit mit grob gestrickten Cardigans und dicken Pullovern mit Zöpfen, Norwegermuster oder Fellapplikationen so richtig kuschelig. Strickjacken verlieren ihr angestaubtes Image mit der richtigen Kombination: Der modische Mann trägt sie offen, mit lässigem Schal, derben Boots und hochgekrempelten Hosenbeinen. Outdoortauglich werden alle Strickteile mit dicken Steppwesten.

Ein weiteres Hauptthema ist der Military-Look mit langen, zweireihigen Mänteln und Tweedjacken mit Schulterklappen. Lederblousons und weite Hosen, die in die Schnürstiefel gesteckt werden, erinnern an verwegene Piloten vergangener Zeiten. Ebenso angesagt sind in diesem Winter Duffelcoats und Parkas mit kuscheliger Fellkapuze.

Im Business geht der Trend verstärkt zu klaren, geraden Linien und schmalen Formen. Abwechslung bringen strukturierte Stoffe sowie neue Materialmixe. Die Grundtöne sind eher dunkel und gedeckt. Für dezente Farbtupfer sorgen Hemden und Krawatten in dunklen Rot- und Beerentönen oder in klassischem Blau. Im Casualbereich darf es etwas bunter zugehen. Neben den bereits bekannten klassischen Erd- und Naturfarben wie Beige, Braun, Grau oder Khaki kommen bei Hemden, Pullis und Jacken nun warme Gelb- und Orangetöne ins Spiel. In sind auch dunklere Rot- und Lilatöne sowie Blau.

Ihren Look modisch verändern können die Herren mit der immer größer werdenden Auswahl an Accessoires. Waren es einst nur Krawatten und Einstecktücher, unter denen sie wählen konnten, gesellen sich nun Schals und Tücher in modischer Aufmachung dazu. Strickschals sollen eben nicht mehr nur wärmen, sondern vor allem schmücken. In sind große Wolltücher mit Paisleymustern, ultralange Strickschals und vor allem Hüte und Kappen in allen Formen und Farben.

Bergsteiger lassen grüßen
Die neue Schuhmode für Herbst und Winter 2011/2012

(dtd). Hoffentlich wird es kalt. Wer sich die neuen Schuhe für die Herbst- und Wintersaison anschaut, wünscht sich geradezu Schnee und Kälte herbei. Denn die Schuhmode mag es diesmal besonders winterlich: Kuscheliges Fell und Pelz als Verbrämung, Stulpen oder Futter sind das Must-Have der Saison. Erlaubt sind echte Felle wie Kaninchen, Waschbär oder Lammfell, aber auch Fellimitate, die täuschend echt aussehen. Daneben werden Wolle, Tweed und Loden verwendet.

Schnürstiefel im Bergsteiger-Look mit Haken, Ösen und kerniger Sohle, High-Heel-Stiefeletten mit Pelzverbrämung oder mit Membran ausgestatte Moonboots, – die Modelle sind in dieser Saison sehr vielseitig. Oftmals ist der Look rustikal und derb, wird aber nicht selten durch höhere Absätze „verweiblicht“. Viele Schuhe erinnern an kanadische Boots, die alle Outdooraktivitäten mitmachen. Das Deutsche Schuhinsitut (DSI) in Offenbach spricht von „Maskulin meets Feminin“.
Ankle Boots, Clog-Stiefel, Schnürboots und eng anliegende, wadenlange Stiefeletten: Der Trend geht definitiv zu so genannten Mid-Cuts, die bis zur Mitte der Wade reichen. Die neuen Schuhformen passen perfekt zu den angesagten, unten eng zulaufenden Chinos oder kurzen Röcken und Kleidern. Die beliebten Langschaftstiefel der vergangenen Saisons verlieren zunehmend an Bedeutung. Wichtigste Absatzform bei Stiefel, Stiefelette oder Pumps ist der Keilabsatz.

Eine modische Alternative zu den Stiefeletten sind Schnürschuhe im englischen Stil: Budapester, und Loafer werden nicht mehr nur von Männern getragen. Die feinen Modelle zeigen oft originelle Details wie Handstichnähte und Lyralochungen. Sehr feminin wirken Pumps mit Kitten Heels im Fifties-Style, die besonders gut zu den neuen ausgestellten Röcken passen. Schleifenapplikationen und glänzende Materialien unterstreichen den femininen Auftritt. Ebenso angesagt sind Pumps mit Plateau oder Keilabsätzen, nicht selten in auffälligem Rot, das neben den vielen Braun- und Taupetönen eine wichtige Rolle spielt.

Auch die neue Herrenschuhmode mag es laut DSI in diesem Winter rustikal. Knöchelhohe Worker- und Bikerboots mit Haken und Ösen oder wadenlange Stiefel füllen die Schuhregale. Dazu werden Chinos und Co. lässig hochgekrempelt oder in die Stiefel gesteckt. Farbige Elemente, etwa bei Sohlen, lockern die Klassiker auf. Dank Lammfell und Wollfutter bleiben die Füße auch bei extremer Kälte trocken und warm.

Scroll to Top