Schlüssellochoperation an Leber und Bauchspeicheldrüse vorerst nur an spezialisierten Zentren

Viszeralchirurgen führen heute viele Eingriffe „laparoskopisch“, als sogenannte „Schlüsselloch-Operationen“ durch. Ein großer Bauchschnitt ist dann nicht mehr notwendig. Stattdessen erfolgt der Eingriff über mehrere kleinere Öffnungen in der Bauchdecke. Über diese führen Ärzte die Operationsinstrumente und eine Kamera ein. Damit verfolgen und kontrollieren die Operateure jeden Schritt am Monitor. „Studien bescheinigen der laparoskopischen Technik eine Reihe von Vorteilen: Der Patient erholt sich schneller, er hat weniger Schmerzen und kaum Narben“, sagt Professor Dr. med. Matthias Anthuber, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum Augsburg und einer der Kongresspräsidenten der Viszeralmedizin 2013. „Standard-OPs an Blinddarm und Gallenblase, Bauchwandbrüche oder auch Darmkrebsoperationen führen wir deshalb heute oft laparoskopisch durch“, so der Experte. Bei Eingriffen an Leber und Pankreas seien die Hürden jedoch hoch: Insbesondere Krebsoperationen in diesem Bereich gehörten, auch bei offenen Operationen, zu den größten und technisch schwierigsten Eingriffen.

Spezialisierte Zentren führen laparoskopische Eingriffe an Leber und Bauchspeicheldrüse jedoch bereits durch. Eine Alternative zur offenen Operation bieten sie etwa für jene Patienten, bei denen Vorstufen von Krebs entfernt werden müssen: „Auch viele gutartige Gewebeveränderungen an der Bauchspeicheldrüse werden heute operativ entfernt, da sie entarten und sich zu bösartigen Tumoren entwickeln können“, erklärt Professor Dr. med. Tobias Keck, Direktor der Klinik für Allgemeine Chirurgie am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Gerade bei der Entfernung von Krebsvorstufen hätten die Vorteile der minimal-invasiven Methode – schnelle Erholung, kurzer Aufenthalt im Krankenhaus und kaum Narben – starkes Gewicht.

Dennoch müssten laparoskopische Eingriffe an Leber und Pankreas vorerst auf spezialisierte Einrichtungen beschränkt bleiben. „Diese Techniken sind hochkomplex und die Lernkurve für den Chirurgen ist recht lang“, so der Experte. Um die Sicherheit des Patienten immer zu gewährleisten, sei es mitunter notwendig, dass Chirurgen während eines Eingriffs zur offenen Operation wechseln – etwa wenn sich technische Schwierigkeiten ergeben oder aber bislang nicht bekannte Tumoren entdeckt werden. „Jede neue OP-Technik muss mit großem Verantwortungsbewusstsein eingeführt werden, da sonst zu befürchten ist, dass die Behandlungsqualität leidet“, betont auch Anthuber.

Der Kongresspräsident der DGAV wird im Rahmen der Eröffnungs-Pressekonferenz am Mittwoch, den 11. September 2013, über neueste Methoden in der Viszeralchirurgie referieren. Dabei wird es auch darum gehen, bei welchen Patienten und Krankheitsbildern minimal-invasive Methoden zum Einsatz kommen sollten und wann der „große Schnitt“ sinnvoller ist.

Terminhinweise:

Viszeralmedizin 2013
11. bis 14. September 2013, NCC Ost Nürnberg

Eröffnungs-Pressekonferenz
Termin: Mittwoch, 11. September 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: NCC Nürnberg (NCC-Ost), Raum Prag, Messezentrum, 90471 Nürnberg

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, 13. September 2013, 10.45 bis 11.45 Uhr
Ort: NCC Nürnberg (NCC-Ost), Raum Prag, Messezentrum, 90471 Nürnberg

Kongress-Sitzungen zum Thema:
Freitag, 13. September 2013, 10:00-11:30 Uhr , Raum Kiew, NCC Nürnberg (NCC-Ost)
Laparoskopische Pankreas- und Leberchirurgie

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Viszeralmedizin 2013
Juliane Pfeiffer, Irina Lorenz-Meyer
Pf 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-693/-642, Fax: 0711 8931-167

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