Schlaganfall-Therapie schon auf dem Weg ins Krankenhaus im High-Tech-Rettungswagen

Das Stroke-Einsatz-Mobil wurde während der Vergleichsstudie, in die insgesamt 7000 Patienten eingeschlossen wurden, in Berlin über 21 Monate im Wochenwechsel eingesetzt. Dieses Rettungsfahrzeug ist als spezialisierter Notarztwagen entwickelt worden und hat einen CT-Scanner, ein Minilabor und eine telemedizinische Infrastruktur an Bord. Betreut wird es von einem Team aus einem neurologischen Notarzt, einem Rettungsassistenten und einem Röntgenassistenten. „Um gezielt Einsätze zu fahren, bei denen es vor allem um Schlaganfall-Patienten geht, werden bereits bei den eingehenden Notrufen in der Leitstelle schlaganfallspezifische Symptome abgefragt und dann das STEMO losgeschickt“, erläutert Professor Dr. med. Heinrich Audebert, Leiter des STEMO-Projekts in Berlin.

Ziel der STEMO-Besatzung ist es, im Falle einer akuten Durchblutungsstörung im Gehirn, einem ischämischen Schlaganfall, bereits am Einsatzort ein CT des Gehirns und die notwendige Labordiagnostik durchzuführen. Das ist wichtig zur Ursachenklärung des Schlaganfalls. Die Bilddaten werden dann direkt an einen Radiologen im Krankenhaus geschickt. Gleichzeitig werden labordiagnostische Untersuchungen des Blutes im Fahrzeug durchgeführt. Im Falle einer akuten Hirndurchblutungsstörung entscheidet anschließend der STEMO-Neurologe, ob eine Thrombolyse, also eine medikamentöse Auflösung des Gerinnsels, beim Patienten infrage kommt und mit der Behandlung sofort begonnen werden kann. „Die Ergebnisse der großen Studie sind eindeutig. Wenn das STEMO alarmiert wurde, erhielten mehr Schlaganfall-Patienten eine Lysetherapie, die Behandlungsrate stieg dabei um mehr als die Hälfte von 21 Prozent auf 33 Prozent“, fasst Professor Audebert, Ärztlicher Leiter der Neurologie, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin, zusammen. Die Zeit vom Notruf bis zur Behandlung reduzierte sich dabei um 25 auf 52 Minuten, ergänzt der Schlaganfall-Experte. Die Versorgung war dabei mindestens so sicher wie im Krankenhaus. Aufgrund des eindeutigen Zusammenhangs zwischen früherem Therapiebeginn und Behandlungseffektivität ist davon auszugehen, dass bei vielen Patienten die Schlaganfallfolgen – darunter vor allem auch bleibende Behinderungen – reduziert werden konnten. „Weitere Studien müssen nun zeigen, ob diese ‚mobile‘ Form der Versorgung von Schlaganfall-Patienten auch in anderen Einsatzregionen erfolgreich eingesetzt werden kann“, erklärt Professor Dr. med. Joachim Röther, Pressesprecher und 2. Vorsitzender der DSG. Ebenfalls zu untersuchen ist, ob dieses Versorgungsmodell unter gesundheitsökonomischen Betrachtungen mehr für Ballungsräume oder auch für ländliche Gebiete geeignet sei, fügt der Hamburger Neurologe von der Asklepios Klinik Altona hinzu.

Über die Ergebnisse der STEMO-Vergleichsstudie diskutieren Experten auf der DSG-Pressekonferenz am 24. Oktober 2013 von 12.00 bis 13.00 Uhr, zu der wir Medienvertreter recht herzlich einladen!

Literatur:
Weber JE., Ebinger M, Rozanski M, et al. Prehospital thrombolysis in acute stroke: results of the PHANTOM-S pilot study. Neurology, 2013 Jan 8;80(2):163–8

Die aktuelle Studie befindet sich im Publikationsprozess.

Terminhinweis:
Pressekonferenz der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tags am 29. Oktober 2013

Termin: Donnerstag, 24. Oktober 2013, 12 bis 13 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 2
Anschrift: Schiffbauerdamm 40/Ecke Reinhardstraße 55, 10117 Berlin

Das Programm der Pressekonferenz finden Sie auf der DSG-Homepage.

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen:
Professor Dr. med. Joachim Röther
Pressesprecher, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Chefarzt der Neurologischen Abteilung
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich Str. 1
22763 Hamburg
Tel.: 040 1818 81-1401, Fax: 040 181881-4906
E-Mail:

Kontakt für Journalisten:
Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft
Pressestelle
Dagmar Arnold
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-167
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