Schlaganfall-Experten diskutieren neue Therapieverfahren und Versorgungsqualität

Das Stroke Unit-Betreiber-Treffen der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), an dem Schlaganfallexperten aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen, hatte drei Schwerpunktthemen: Mechanische Thrombektomie, erweiterte Rhythmusdiagnostik zum Nachweis von Vorhofflimmern und Aspekte der Qualitätssicherung. Professor Dr. med. Darius Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit-Kommission der DSG: „Bezüglich der Thrombektomie haben wir ein hohes bundesweites Versorgungsniveau festgestellt. Regional gibt es natürlich Unterschiede.“ Eine klare Entwicklung zeichnet sich ab: Immer mehr zertifizierte Einrichtungen bieten diese Behandlung an.

Bei großen, nicht mittels Thrombolyse auflösbaren Gerinnseln, ist die Entfernung des Blutgerinnsels mit einem Mikrokatheter eine vielversprechende Methode, um schwere Behinderungen bei dem Patienten zu vermeiden. Ein Neuroradiologe oder Radiologe zieht bei diesem Verfahren das Gerinnsel mit einem Katheter aus dem verstopften Gefäß. Professor Dr. med. Otto Busse, Geschäftsführer der DSG sagt: „Die mechanische Rekanalisation ist ein hochkomplexer Eingriff und gehört in die Hände zertifizierter Experten und Einrichtungen.“ Professor Nabavi, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Vivantes Klinikum in Berlin-Neukölln ergänzt: „Wir schätzen, dass in Deutschland jährlich etwa 10 000 Patienten von dem neuen Verfahren profitieren könnten.” Ziel ist es, die mechanische Gerinnselentfernung in ganz Deutschland für alle Patienten anbieten zu können, für die diese Therapie in Frage kommt und die hohen Qualitätsanforderungen weiterzuentwickeln. Hierbei bilden die regionalen und überregionalen Stroke Units zusammen mit den künftig weiterzuentwickelnden Neurovaskulären Netzwerken die Grundlage. Es ist aber innerhalb kürzester Zeit gelungen, eine sehr gute Versorgung sicherzustellen. Dabei werden alternative Lösungsansätze für Flächenregionen mit großen Entfernungen bis zum nächsten Thrombektomiezentrum intensiv diskutiert.

Die Experten nutzten die Veranstaltung, um Erfahrungen auszutauschen und andere zukünftige Entwicklungen zu diskutieren. Dabei kam die intensivierte Nachsorge von Schlaganfallpatienten durch das Einbinden der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ebenso zur Sprache, wie die Implantation von Event-Rekordern zum Nachweis des Schlaganfallrisikos durch Vorhofflimmern und der Einsatz von „Flying Doctors“ zur Akutversorgung. Auch wurden neue Auflagen zum Risikomanagement für die Kliniken durch Vertreter der LGA InterCert vorgestellt. Die gesamte Versorgungskette der Schlaganfallpatienten hat sich nachhaltig verbessert, fassen die Organisatoren des Treffens, Professor Busse und Professor Nabavi, anerkennend zusammen. „Das hat vor allem mit der systematischen Qualitätsarbeit in den Stroke Units zu tun, die die DSG durch ein ausgereiftes und umfassendes Zertifizierungsverfahren seit vielen Jahren kontinuierlich anregt“, betont Professor Busse.

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