Schlaganfall: Katheter entfernt Verschlüsse in der Halsschlagader

Neben dem rechtzeitigen Erkennen stehen moderne Therapieverfahren im Mittelpunkt des Vortrags: Eine Kooperation mit der Uniklinik ermöglicht, hartnäckige Verschlüsse in der Halsschlagader mit Hilfe eines Katheters aufzulösen. Ebenso werden die neuen Lysetherapien in der Püttlinger Stroke Unit den Besuchern erläutert. Im Anschluss beantwortet Dr. Helmut Jäger, Chefarzt der Klinik für Neurologie, gerne die individuellen Fragen der Besucher.

 

Schlaganfall – die dritthäufigste Todesursache

Rund 200.000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Immer häufiger sind junge Menschen und Kinder betroffen. Als Gründe für einen Schlaganfall kommen Arterienverkalkung, Gefäßmissbildungen und Herzfehler in Frage. Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache. Rund 20 Prozent sterben innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Alarmierende Zahlen, die Schlaganfall nach Krebs- und Herzerkrankungen zur dritthäufigsten Todesursache in Deutschland machen.

 

Katheter entfernt Verschlüsse in der Halsschlagader

Einige Thromben, die einen Schlaganfall verursachen, lassen sich mit einer Thrombolyse nicht ausreichend auflösen. Diese können unmittelbar nach Ihrer Lokalisation mit einem Katheter, der bis in die Hirngefäße vorgeschoben wird, entfernt werden. Der Katheter, ähnelt einem Stent, wie er auch in der Therapie des Herzinfarktes eingesetzt wird. Er wird über einen Führungsdraht in den frischen Thrombus geschoben und dann entfaltet. Im Unterschied zum sog. Herzkatheter wird er aber zusammen mit dem Thrombus aus dem Gefäß wieder herausgezogen. „Die Kooperation mit der Universitätsklinik in Homburg hat sich hier bestens bewährt. In unserer modernen Stroke Unit (Schlaganfallstation) werden die Patienten bereits vor und während des Transports nach Homburg -mittels Lysetherapie- auf den Kathetereingriff vorbereitet. Anschließend erfolgt die Rückverlegung in unsere Klinik“, berichtet Dr. Helmut Jäger.

Risikofaktoren erkennen und ausschalten

Ursache für zahlreiche Schlaganfälle sind oftmals Verengungen in der Halsschlagader. Risikofaktoren, wie hoher Blutdruck, hohe Fettwerte, Diabetes, Erkrankungen der Herzkrankgefäße und Durchblutungsstörungen der peripheren Gefäße sowie bei Rauchern führen oft zu Verengungen in Gefäßen. Eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße hilft, diese Engstellen frühzeitig zu erkennen. Medikamentöse Therapien, eine Operation an der Halsschlagader oder der Einbau eines Stents können den Schlaganfall verhindern.

 

Zeit ist Gehirn

Für kaum eine andere Erkrankung ist schnelles Eingreifen so wichtig. Verstopft beispielsweise eine Gehirnarterie durch Fett- oder Kalkablagerungen, werden umliegende Areale nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt. Je mehr Zeit verstreicht, umso mehr Gehirngewebe geht dabei für immer verloren. Das Verfahren, um diese Verstopfung aufzulösen, ist die sog. „Thrombolyse“: Neurologen spritzen dem Patienten dabei den Wirkstoff Alteplase in die Vene. Über den Blutkreislauf gelangt es bis zum Blutgerinnsel. Dieses zersetzt sich daraufhin, und die Nährstoffversorgung des Denkorgans ist wieder gewährleistet.

Vorbeugen nach einem Schlaganfall

Das Gefäßzentrum im Krankenhaus Püttlingen führt mit großem Erfolg Operationen an der Halsschlager unmittelbar nach einem Schlaganfall durch. Aber auch bei ersten Warnzeichen des Schlaganfalls, wie Sehstörungen oder so genannten „ischämischen Attacken“ (kurze Bewusstlosigkeit), erfolgt bei einer verengten Schlagader die weitere Abklärung im Gefäßzentrum in Püttlingen. „Damit gelingt es uns, weitere Schäden und vor allem weitere Schlaganfälle zu vermeiden“, erläutert Dr. Helmut Jäger.
„Ein modernes zeitnahes Management beim Schlaganfall setzt eine fachübergreifende Diagnostik- und Therapie mit einer Zusammenarbeit zwischen Neurologen, Radiologen und Gefäßchirurgen ‚rund um die Uhr’ voraus, die das Knappschaftsklinikum Saar im Krankenhaus Püttlingen bietet“, ergänzt Dr. Helmut Jäger.

 

Kontakt:
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