Schlafapnoe kann Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfall oder Depression verursachen

 „Der Schnarcher selbst schläft wunderbar“ – dieses Zitat des Dichters Eugen Roth stimmt leider nicht immer. „Schnarchen kann auch auf eine ernsthafte Krankheit, die Schlafapnoe, hinweisen. Dann ist der Schlaf des Schnarchers selbst ebenso gestört“, erklärt Mathias Huber, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

In Deutschland schnarchen etwa 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Der Übergang zwischen dem primären, nicht krankhaften Schnarchen und einem Verschluss der Atemwege ist dabei fließend. Sind die Atemwege vollständig verschlossen, kommt es zu Atemaussetzern. Bei mehr als zehn Aussetzern pro Stunde spricht man von einer obstruktiven Schlafapnoe.

Vom Schnarchen zur Schlafapnoe

Woran erkennt man nun aber, ob man selbst oder der Partner einfach nur schnarcht oder ob eine Schlafapnoe dahinter steckt? „Ein möglicher Hinweis auf eine Schlafapnoe ist ein unregelmäßiges, in der Frequenz unterschiedliches Schnarchen. Regelmäßige Schnarchgeräusche deuten eher nicht auf krankhaftes Schnarchen hin“, sagt Huber. Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen oder Mundtrockenheit können ebenfalls erste Hinweise sein. Ein Symptom, das oft unterschätzt wird, sei nächtlicher Harndrang. Ursache: Die Herzleistung wird durch den Sauerstoffmangel, der aufgrund der Atemaussetzer besteht, eingeschränkt. Ein Hormon wird ausgeschüttet, das sich auf die Nierenfunktion auswirkt.

Wichtig ist richtige Schlafhygiene

Folgeerkrankungen der Schlafapnoe sind etwa Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfall und Depression. Die Schlafapnoe sollte daher immer behandelt werden. Eine mögliche Therapie ist das nächtliche Tragen einer Atemmaske, die das freie Atmen unterstützt sowie operative Maßnahmen. „Das primäre Schnarchen ist ebenfalls behandelbar. Patienten sollten aber nicht zu viel erwarten. Ein hundertprozentiges Abschalten des Schnarchens ist sehr selten. Doch auch eine Verringerung um 50 Prozent kann Betroffenen schon helfen“, sagt Huber. Neben konservativen Methoden wie Bissschiene oder Rückenlagevermeidungsweste können Operationen wie Gaumenstraffung oder Kürzung des Gaumenzäpfchens, Mandelentfernung oder die Begradigung der Nasenscheidewand eine Besserung bewirken. Ein wichtiger Punkt ist in jedem Fall die richtige Schlafhygiene, dazu gehören regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten und eine angenehme Schlafumgebung.

Wer bei sich oder seinem Partner eine Schlafapnoe vermutet, sollte sich ärztlich beraten lassen. Hausarzt oder Internist können mit Blutdruckmessung und EKG erste Anzeichen erkennen. Weitere Untersuchungen führt meist der HNO-Arzt durch. „Die Angst, direkt ins Schlaflabor geschickt zu werden, ist übrigens unbegründet“, sagt Huber. „Nach ausführlicher Anamnese sowie HNO-ärztlichen Untersuchungen erfolgt zunächst eine sogenannte Polygraphie, eine ambulante Schlafmessung, die der Patient mit einem Messgerät zuhause selbst durchführen kann.“ Erst bei einem auffälligen Befund mit nicht eindeutiger Diagnose werde eine Nacht im Schlaflabor empfohlen. Die weitere Vorgehensweise wird dann je nach Ursache des Schnarchens mit dem Patienten besprochen – damit dessen Nächte wieder ruhiger werden. Denn: „Lache, und die Welt lacht mit dir. Schnarche, und du schläfst allein.“

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