Schilddrüsenkrebs – Große Heilungschancen durch nuklearmedizinische Therapie

Die erste Maßnahme bei der Behandlung des Schilddrüsenkrebses besteht in der operativen Entfernung des Schilddrüsentumors und der Schilddrüse. Wegen zu befürchtender Nebenwirkungen – wie einer Verletzung des Stimmbandnervs – ist es allerdings nicht möglich, die Schilddrüse komplett zu entfernen. Nach der Operation ist es vielmehr Aufgabe der risikoarmen Radioiodtherapie, das verbliebene Schilddrüsengewebe und darin möglicherweise enthaltene Tumorzellen komplett auszuschalten. Bei diesem nuklearmedizinischen Therapieverfahren nehmen die meisten Tumorzellen radioaktives Iod auf. Die kurz reichende Strahlung dieses radioaktiven Stoffes wird so genutzt, um das Restgewebe der Tumore wirkungsvoll abzutöten. Im Vergleich zu anderen Methoden der Krebsbehandlung sind die Nebenwirkungen hier deutlich geringer. Für den Patienten ist zudem im Anschluss an eine solche nuklearmedizinische Schilddrüsenkrebstherapie wieder ein normales Leben möglich. Langzeitbeobachtungen zeigen sogar, dass die Lebenserwartung für den größten Anteil der geheilten Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung nicht eingeschränkt ist.

Aber auch bei der effektiven Behandlung von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen hat sich die Nuklearmedizin bewährt. So kommen geringere Mengen des radioaktiven Iods zur Anwendung, um die Überfunktion der Schilddrüse bei Patienten mit der Basedow-Erkrankung zu beseitigen. Häufig ausgelöst durch das Rauchen bildet der Körper beim Morbus Basedow Antikörper gegen die eigene Schilddrüse, so dass diese dann von der körpereigenen Abwehr angegriffen wird. Zudem werden die nuklearmedizinischen Verfahren erfolgreich bei der Diagnose und Bekämpfung von so genannten „heißen“ Knoten in der Schilddrüse eingesetzt.

Auch bei der Heilung einer der bekanntesten, gutartigen Schilddrüsenkrankheiten, dem Kropf, werden nuklearmedizinische Therapieverfahren eingesetzt. Mit verbesserter Iodversorgung hat sich die Anzahl der Schilddrüsenerkrankungen im deutschsprachigen Raum verringert, so dass nur noch bei weniger als 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine Vergrößerung der Schilddrüse zu finden ist. Trotzdem gilt der deutschsprachige Raum aber weiterhin als Iodmangelgebiet. Dabei ist dieses Spurenelement ein wichtiger Nährstoff, der für den körpereigenen Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Die Hormone sind Botenstoffe, die in allen Organen und nahezu allen biologischen Prozessen im Körper ihre Wirkung entfalten und dort steuern und regulieren. Durch die unzureichende Iodversorgung über die vergangenen Jahrzehnte besteht bei Erwachsenen immer noch häufig ein Knotenkropf. Der kann dazu führen, dass durch die vergrößerte Schilddrüse die Luftröhre eingeengt wird. Durch neuere Entwicklungen der nuklearmedizinischen Radioiodtherapie ist nun auch eine schonende aber sehr effektive Behandlung dieser Patienten möglich: der Kropf schrumpft um bis zu 70 Prozent.

Die bösartigen und gutartigen Schilddrüsenerkrankungen sind ein Schwerpunktthema auf der NuklearMedizin 2011, der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin. Diese findet vom 13. bis 16. April im Festspielhaus Bregenz am Bodensee statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress – für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – und einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie einer großen, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die Dreiländertagung zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2011 stehen auf der Kongresshomepage zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
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Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de

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