Schiff ahoi! Die „MS Wissenschaft“ nimmt im Jahr der Gesundheitsforschung Fahrt auf

Auch in diesem Jahr macht sich ein Schiff mit ungewöhnlicher Fracht auf Reisen: die „MS Wissenschaft“, ein umfunktioniertes Binnenfrachtschiff prall gefüllt mit Wissenschaft. Das von „Wissenschaft im Dialog“ auf Reisen geschickte „Science Center“ ist den Sommer über auf deutschen Wasserstraßen unterwegs und bietet eine spannende Wissenschaftsshow für Jedermann zum Anfassen, Mitmachen und Staunen. Auf der viermonatigen Tour quer durch Deutschland und auch Österreich wird das Schiff in 35 Städten (z.B. Würzburg, Nürnberg, Frankfurt, Magdeburg und Brandenburg) anlegen und seine Fahrt am 29. September in Berlin beenden.

Die diesjährige Ausstellung an Bord der „MS Wissenschaft“ steht ganz unter dem Motto „Neue Wege in der Medizin“ und bietet faszinierende Einblicke in die heutige Gesundheitsforschung. Auf rund 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche sind mehr als 30 interaktive Exponate zu finden, die ein Bild von der Forschung für unsere Gesundheit vermitteln und über Prozesse in unserem Körper und aktuelle Entwicklungen bei der Untersuchung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten und Gebrechen informieren. Gesundheit ist nicht nur Privatsache.

„Mit dieser Initiative wollen wir junge Menschen begeistern und Forschung für unsere Gesundheit den Menschen näher bringen“, betonte Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, der letzte Woche gemeinsam mit Schülern und Vertretern der Politik und Wissenschaft in Stuttgart das Schiff getauft und die Ausstellung eröffnet hat. „Denn wir profitieren alle von dem rasanten Fortschritt, den uns die Gesundheitsforschung in den letzten Jahren gebracht hat. Die Kinderlähmung gilt heute weitgehend als geheilt, künstliche Hüftgelenke gehören bereits zum Standard und an Heilungschancen bei angeborenen Herzfehlern war vor Jahren noch nicht zu denken“, so Dr. Schütte weiter.

Das Jenaer Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI), das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet, ist Mitglied der Leibniz Gemeinschaft und einer von rund 30 Ausstellern an Bord der „MS Wissenschaft“. Darüber hinaus auch eines von vier ausgewählten Exponat-Stationen, die während des Presserundganges zur feierlichen Eröffnung der Wissenschaftsshow am 19. Mai in Stuttgart von Repräsentanten der Politik und Presse besucht wurden.

Das Thema Altern zieht sich durch unser ganzes Leben. Warum altern wir, welche Faktoren beeinflussen das Altern; bestimmen unsere „innere Lebensuhr“? Welcher Hebel muss betätigt werden, damit wir „gesund“ altern können bzw. was läuft „schief“, wenn es zu altersbedingten Krankheiten kommt? Das sind nur einige wenige Fragen, die für jeden von uns von Interesse sind und die die Jenaer Forscher am FLI beantworten möchten.

An Bord des Wissenschaftsschiffes präsentiert sich das Leibniz-Institut für Altersforschung mit mehreren interaktiven Exponaten zum Thema „Alt werden ohne Gebrechen? Einem uralten Menschheitstraum auf der Spur“. Neben einem preisgekrönten Dokumentarfilm zum Thema „Altern ist erblich!“ können hier die Besucher des Schiffes selbst ausprobieren, wie sich „Alt sein“ anfühlt und erfahren, was im Körper beim Älterwerden passiert. Diese ganz persönliche Entdeckungstour vermittelt zum Beispiel einen Eindruck, wie es ist, wenn man im Alter nicht mehr so gut sehen kann oder die Beweglichkeit der Finger eingeschränkt ist. Beim „magnetischen Gedächtnisspiel“ kann dann jeder seine geistige Fitness unter Beweis stellen und ganz nebenbei auch noch viel Interessantes über die Altersforschung in Jena lernen.

Mit an Bord befindet sich auch ein Teil der „Über-Lebens-Kunst – Kranke Kinder ganz groß“-Ausstellung des Künstler YAPH. Diese Bildersammlung, die zusammen mit der Villa Kunterbunt (Betreuungs- und Nachsorgezentrum für schwerkranke Kinder in Trier) entstanden ist, zeigt auf überlebensgroßen Bildtafeln Kinder, die an schweren, seltenen Krankheiten leiden. In kurzen Bildtexten berichten diese selbst oder ihre Eltern über ihr Leben und ihre Träume. „Diese Ausstellung finde ich sehr gelungen und sie hat mich sehr bewegt“, berichtet Prof. Peter Herrlich, Institutsdirektor des FLI und einer der Aussteller an Bord der „MS Wissenschaft“. „Die enorme Kraft der Kinder ist absolut beeindruckend und die Zuversicht, die die Kinder ausstrahlen, einfach bewundernswert“, so Prof. Herrlich weiter; selbst Familienvater.

Weitere Highlights der Wissenschaftsausstellung sind auch der durch Licht- und Soundeffekte erlebbar gemachte eigene Herzschlag, der durch Muskelzucken gesteuerte Flipper-Automat oder die rasante Fahrt als rotes Blutkörperchen durch den menschlichen Körper.

Den Sommerurlaub schon geplant? Vielleicht lässt sich ja die eine oder andere Urlaubsreise in Deutschland oder Österreich mit einem Ausflug an Bord der „MS Wissenschaft“ verbinden? Der Eintritt ist frei! Es lohnt sich auf jeden Fall.
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Kontakt:

Dr. Kerstin Wagner
Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Beutenbergstr. 11, 07745 Jena
Tel.: 03641-656371, Fax: 03641-656335, E-Mail: koordinator@fli-leibniz.de

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Hintergrundinfo

Die „MS Wissenschaft“, eine Initiative von Wissenschaft im Dialog, macht Wissenschaft und Forschung auf unterhaltsame Weise erlebbar. Die Exponate der Ausstellung werden von Wissenschaftsorganisationen, Akademien und Hochschulen zur Verfügung gestellt. Gefördert wird die Ausstellung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und weiteren Partnern.
Das umgebaute Binnenfrachtschiff mit seinen 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist vom 19. Mai bis zum 29. September 2011 unterwegs und geht in 35 Städten in Deutschland und Österreich vor Anker.
Die Ausstellung ist vor allem für Schüler und Familien konzipiert. Die Exponate sind interaktiv, allgemeinverständlich und für Kinder ab 12 Jahren geeignet. Der Eintritt ist frei!
Nähere Infos zur „MS Wissenschaft“ und dem Tourplan unter .

Das Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist das erste deutsche Forschungsinstitut, das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet. Über 330 Mitarbeiter aus 25 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alterungsprozessen und altersbedingten Krankheiten. Näheres unter .

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 87 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Näheres unter .

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