Sauer macht lustig – das gilt nicht für Krankheitserreger

Säuren wirken antibakteriell – das zeigt zum Beispiel der natürliche Säureschutzmantel der Haut. Der Wirkstoff ist dabei ein Proton, ein H+-Ion aus der Säure. Die Mechanismen, wie Protonen Bakterien zerstören, sind vielfältig – und dieses unspezifische Verhalten verhindert das Auftreten von resistenten Erregern, die besonders in Krankenhäusern zunehmend zum Problem werden.

Wie aber kommen Protonen auf die Türklinke? Neben organischen, flüssigen Verbindungen wie Ameisensäure und Essigsäure können auch feste Stoffe Protonen liefern. Solche Substanzen lassen sich mit Kunststoffen oder Farben mischen und so auf Oberflächen fixieren. Der Säurezusatz liefert dann in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit die Protonen und sorgt so für eine antibakteriell wirkende Oberfläche.

Vielversprechende antibakterielle Additive sind Metalloxide wie Wolfram- oder Molybdänoxid. In einen Kunststoff gemischt, ergibt sich damit an der Oberfläche ein pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Dies entspricht etwa dem der Haut. Dieser Zusatz funktioniert auch bei Katheterschläuchen.

Welche Eigenschaften Metalloxide haben müssen, wo das Verfahren der sauren Oberflächen bereits genutzt wird, und welche Vorteile saure gegenüber silberbeschichteten Oberflächen besitzen, beschreiben Maximilian Lackner, Silke Maninger und Josef-Peter Guggenbichler in ihrem Artikel „Saure Oberflächen als neuartige Kontaktbiozide“. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

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