Saubere Sache – Infektionen vermeiden lernen

In Deutschland treten pro Jahr etwa eine halbe Millionen nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) Infektionen auf. Fehlende Prävention und mangelhafte Krankenhaushygiene können die Ursachen sein. Dadurch werden nicht nur die Patienten gefährdet, sondern dem Gesundheitssystem und den betroffenen Einrichtungen entstehen wirtschaftliche Schäden durch zusätzliche Behandlungskosten. Zudem kann es einen deutlichen Imageverlust nach sich ziehen. Vermehrte Aufklärung und Schulungen in puncto Hygiene sind daher in deutschen Krankenhäusern dringend notwendig. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bietet erstmals in der Region Hannover die berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachkraft für Hygiene in der Pflege an. Zum 1. Oktober 2012 startet der Kurs mit insgesamt 20 Plätzen. Bewerbungsschluss ist am 31. August 2012. „Ob im OP, auf den Stationen oder im Labor, das vielfältige, komplexe Krankheits- und Behandlungsspektrum verlangt heute zunehmend hohe Ansprüche in der Hygiene, um die Sicherheit der Patienten gewährleisten zu können“, erklärt Iris Meyenburg-Altwarg, Geschäftsführerin des Bereichs Pflege und Leiterin der Stabsstelle Bildung in der Pflege. Zudem verpflichtet der Gesetzgeber mit der kürzlich in Kraft getretenen niedersächsischen Verordnung über Hygiene und Infektionsprävention die medizinischen Einrichtungen, ausreichend qualifiziertes Personal vorzuhalten, um die geforderten Standards und Hygienemaßnahmen umsetzen zu können.

Der zweijährige MHH-Kurs zeichnet sich durch einen besonders praxisbasierten und anwendungsorientierten Unterricht aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen dazu befähigt werden, in Krankenhäusern und Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesen Maßnahmen der Hygiene- und Infektionsprävention zu etablieren und umzusetzen. Außerdem lernen sie, Konflikt- und Gefährdungssituationen zu erkennen und berufsgruppenübergreifende Lösungsansätze zu entwickeln. „Dazu benötigen Hygienefachkräfte neben der fachlichen eine hohe kommunikative und soziale Kompetenz, denn sie arbeiten in einem sensiblen Bereich. Die Kunst ist, Hygiene positiv zu verkörpern, ohne mit erhobenem Zeigefinger auf Missstände hinzuweisen“, erklärt Florian Fischbock, Leiter der Stabsstelle Bildung in der Pflege. Zu den theoretischen Inhalten der themenbezogenen Module gehören neben den Grundlagen der Krankenhaushygiene, Mikrobiologie und Sozialwissenschaften, auch Basiswissen zur Krankenhausbetriebsorganisation und technischen Krankenhaushygiene. Im Praxisteil vertiefen die angehenden Hygienefachkräfte im Rahmen von Hospitationen das erlernte Wissen. Dazu gehören je einmonatige Einsätze unter anderem auf der Intensivstation oder im operativen Bereich eines Krankenhauses, in einem Hygieneinstitut oder in der Altenpflege. Diese werden von Dozentinnen und Dozenten engmaschig betreut. Eine mündliche, schriftliche und praktische Abschlussprüfung beendet die Fachweiterbildung. Der Kurs richtet sich neben Krankenpflegepersonal berufsübergreifend auch an Altenpfleger, Hebammen und Heilerziehungspfleger. „Auf Grund der unterschiedlichen beruflichen Hintergründe docken wir in der Weiterbildung individuell an den jeweiligen Erfahrungshorizont der Teilnehmer an. Ein Netzwerk soll den persönlichen Kontakt und fachlichen Austausch untereinander fördern“, betont Martina Werse, die Leiterin der Weiterbildung zur Fachkraft Hygiene in der Pflege.

Interessierte Bewerberinnen und Bewerber können sich bei Infoveranstaltungen am 18. und 27. Juli sowie am 2. August in der MHH über die Fortbildung informieren.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Martina Werse, Telefon (0511) 532-8239, werse.martina@mh-hannover.de und unter www.mh-hannover.de/wb_hygienepfl.html

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