Saubere Lösungen gesucht: Internationale Experten diskutieren in DBU Strategien einer nachhaltigen Pharmazie

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Arzneimittel sind unentbehrlich für eine hohe Lebensqualität. Allerdings: Ihre Anwendung hat auch eine Kehrseite. Sie sind zumindest in Spuren weit verbreitet in der Umwelt nachweisbar. Einige pharmazeutische Wirkstoffe werden bei der Abwasserbehandlung nur unvollständig entfernt. Falls eine Abwasserbehandlung überhaupt stattfindet: Weltweit gelangen rund 90 Prozent der Abwässer ungeklärt oder nicht ausreichend gereinigt in die Gewässer. Als Folge konnten bei Tieren Fortpflanzung- und Entwicklungsstörungen nachgewiesen werden, zum Beispiel die "Verweiblichung" von Fischen durch Wirkstoffe aus hormonellen Verhütungsmitteln. Einzelne Wirkstoffe können sogar die Trinkwasseraufbereitung passieren und sind im Trinkwasser nachweisbar.

Eine nachhaltige Pharmazie betrachtet nicht nur die medizinische Wirkung, sondern auch den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels und dessen Einfluss auf die Umwelt: vom Rohstoffeinsatz über die Entwicklung und Herstellung bis hin zur Verschreibung, dem Gebrauch, der Entsorgung und dem Verbleib in der Umwelt. Wie kann die Pharmazie nachhaltiger gemacht werden? Welche Innovationen etwa in der Entwicklung umweltfreundlicher Wirkstoffe zeichnen sich ab? Aktuelle Fragestellungen und Beispiele werden während der englischsprachigen, international hochkarätig besetzten Fachtagung "2nd International Conference on Sustainable Pharmacy. Incentives and Perspectives"

am 22. und 23. Februar
im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK)
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU),
An der Bornau 2, 49090 Osnabrück,

vorgestellt und diskutiert. Zu der Veranstaltung lädt die DBU zusammen mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main, dem Universitätsklinikum Freiburg und viamedica – Stiftung für eine gesunde Medizin, Freiburg, ein. Sie wendet sich an Forscher und Nachwuchswissenschaftler aus der Chemie und Pharmazie bzw. der chemischen und pharmazeutischen Industrie und an Experten des Gesundheitswesens und aus Fachbehörden. Wir laden Sie herzlich dazu ein. Mehr Informationen erhalten Sie unter http://www.dbu.de/550artikel29202_135.html.

Kollegiale Grüße

Franz-Georg Elpers, Pressesprecher
(idw, 02/2010)

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