Rundum-Sorglos-Symbiont – Neuer Stoffwechselweg in Muschelsymbiose entdeckt

In dem Artikel beschreiben die Wissenschaftler, dass der Muschel-Symbiont auch in der Lage ist, Stickstoff zu fixieren, was mutmaßlich ebenfalls seinem Wirt zugutekommt. „Das Bakterium scheint der Muschel eine Rundumversorgung anzubieten, es verbessert nicht nur die Lebensbedingungen, sondern liefert dem Wirt darüber hinaus lebenswichtige Nährstoffe. In der stickstoffarmen Umgebung der ökologisch sehr wichtigen marinen Seegraswiesen stellt die Fähigkeit der bakteriellen Symbionten, Stickstoff zu fixieren, einen großen Vorteil für das gesamte Ökosystem dar“, so Dr. Stephanie Markert vom Institut für Pharmazie der Universität Greifswald. Sie ist korrespondierende Autorin der Studie.

Prof. Olivier Gros von der Université des Antilles , Guadeloupe, ergänzt: „Bisher waren Gemeinschaften mit stickstoffbindenden Bakterien vor allem bei Pflanzen bekannt, z. B. bei Hülsenfrüchten, die so in stickstoffarmen Böden besser gedeihen können. Dass die Fähigkeit zur Fixierung von Stickstoff auch in schwefelverwertenden Muschel-Symbionten vorkommt, ist dagegen eine völlig neue Erkenntnis.“

Das außergewöhnliche Forschungsergebnis der Kooperationspartner aus Guadeloupe und Greifswald wurde durch die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen des Marie-Curie-Netzwerkes „Symbiomics“ ermöglicht.

Weitere Informationen
“Nitrogen fixation in a chemoautotrophic lucinid symbiosis” in Nature Microbiology

Die beteiligten Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe von Dr. Stephanie Markert und Prof. Dr. Thomas Schweder (Greifswald)

Arbeitsgruppe von Prof. Olivier Gros (Guadeloupe)

Arbeitsgruppe von Prof. Dörte Becher (Greifswald)

Arbeitsgruppe von Prof. Rolf Daniel (Göttingen)

Fotos:
Abbildung 1 zeigt die Mondmuscheln im Sediment der Seegraswiese (Abbildung erstellt von Tjorven Hinzke, Stephanie Markert, Olivier Gros).
Abbildung 2 zeigt eine Seegraswiese vor Guadeloupe (Foto: Olivier Gros).

Die Fotos dürfen für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Medieninformation kostenfrei verwendet werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download:

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald:
Dr. Stephanie Markert
Pharmazeutische Biotechnologie
Institut für Pharmazie
Felix-Hausdorff-Straße 3
17489 Greifswald
Telefon 03834 86-4892

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