Roger de Spoelberch-Preis für Magdalena Götz

Der Präsident des wissenschaftlichen Komitees der Stiftung Jacques Brotchi hob besonders Götz‘ herausragende Arbeiten zur Entwicklungsbiologie von Neuronen im Cortex hervor. Vor allem die daraus abgeleiteten Möglichkeiten, solche Nervenzellen zu ersetzen und der Ansatz Gliazellen in Nervenzellen umzuprogrammieren, seien wesentliche Erkenntnisse der Neurobiologie.

Magdalena Götz ist Direktorin des Instituts für Stammzellforschung (ISF) am Helmholtz Zentrum München sowie Lehrstuhlinhaberin des Instituts für Physiologische Genomik am Biomedizinischen Centrum der LMU. Erst kürzlich konnten sie und ihr Team im Versuchsmodell zeigen, dass transplantierte embryonale Nervenzellen zu gleichwertigen Mitgliedern eines bestehenden Nervennetzwerks heranwachsen können und so die Aufgaben ihrer neuen Position vollständig übernehmen.

Vergangenes Jahr gelang den Neurowissenschaftlern ein Durchbruch bei der direkten neuronalen Reprogrammierung: Im Versuchsmodell konnten sie über 90% der behandelten Gliazellen in Nervenzellen umprogrammieren.

Darüber hinaus konnte eine Forschergruppe um Magdalena Götz epigenetische Mechanismen identifizieren, die in frühen Phasen der Nervenentwicklung zum späteren Absterben der Nervenzellen führen.

Der Roger de Spoelberch-Preis wird jährlich von der gleichnamigen Stiftung mit Sitz in Genf vergeben. Zielgruppe sind herausragende Forscherinnen und Forscher, die die klinische sowie die Grundlagenforschung im Bereich neurodegenerativer und psychiatrischer Erkrankungen vorangetrieben haben. Der Namensgeber (1875-1950) entstammt einem belgischen Adelsgeschlecht, was noch heute besteht.

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Das Institut für Stammzellforschung (ISF) untersucht die grundlegenden molekularen und zellulären Mechanismen der Stammzellerhaltung und -differenzierung. Daraus entwickelt das ISF Ansätze, um defekte Zelltypen zu ersetzen, entweder durch Aktivierung ruhender Stammzellen oder Neuprogrammierung anderer vorhandener Zelltypen zur Reparatur. Ziel dieser Ansätze ist die Neubildung von verletztem, krankhaft verändertem oder zugrunde gegangenem Gewebe.

Die LMU ist eine der führenden Universitäten in Europa mit einer über 500-jährigen Tradition. Sie bietet ein breites Spektrum aller Wissensgebiete – die ideale Basis für hervorragende Forschung und ein anspruchsvolles Lehrangebot. Es reicht von den Geistes- und Kultur- über Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis hin zur Medizin und den Naturwissenschaften. 15 Prozent der 50.000 Studierenden kommen aus dem Ausland – aus insgesamt 130 Nationen. Das Know-how und die Kreativität der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bilden die Grundlage für die herausragende Forschungsbilanz der Universität. Der Erfolg der LMU in der Exzellenzinitiative, einem deutschlandweiten Wettbewerb zur Stärkung der universitären Spitzenforschung, dokumentiert eindrucksvoll die Forschungsstärke der Münchener Universität.

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