Roboter im Harntrakt: Freiburger Forscher erhält Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Urologie

Schonung des Patienten ist oberstes Ziel

Dr. Adams wird für ein Jahr der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Peer Fischer, Forschungsgruppenleiter am MPI IS, angehören. „Bei einer klassischen Operation oder Endoskopie lassen sich gewisse Gewebeschädigungen nicht vermeiden. Unser oberstes Ziel der Miniaturisierung ist es, diese Schädigungen zu vermeiden“, sagt Dr. Adams. Dafür wird ein naturgetreues Modell des Urogenitaltrakts entwickelt, an dem bestehende Robotik-Systeme für die medizinische Anwendung angepasst werden. Vor allem Fragen zu drahtloser Energieversorgung, Robotersteuerung und Antrieb sowie zu bildgebenden Verfahren werden in dem Projekt untersucht.

„Autonome, minimal-invasive Mikromaschinen und Nanoroboter haben das Potenzial, herkömmliche Verfahren zur endoskopischen Diagnostik und Therapie der Harnwege zu erweitern oder sogar teilweise zu ersetzen. Das geförderte Projekt stellt einen wichtigen Schritt in diese Richtung dar“, sagt Prof. Dr. Ulrich Wetterauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg. Neben Anwendungen in der Urologie könnten die neu entwickelten Technologien auch in anderen Bereichen der modernen, operativen Medizin Anwendung finden.

„Das MPI IS hat in technischen Fragen sehr viel Erfahrung und wir kennen die komplexen medizinischen Zusammenhänge und konkreten klinischen Ansprüche an die Systeme. Das sind optimale Voraussetzungen für das Projekt“, sagt Dr. Adams. Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme ist von der Europäischen Union als „Center of Excellence“ anerkannt und gilt weltweit als eine der besten Einrichtungen in den interdisziplinären Materialwissenschaften, Informatik und Biophysik.

Nach dem Medizinstudium in Greifswald und Freiburg ist Dr. Adams seit 2012 an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg als Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Er engagiert sich seither neben der klinischen Patientenversorgung auch in verschiedenen Forschungsprojekten sowie in der medizinischen Lehre.

Ziel des Ferdinand Eisenberger-Forschungsstipendiums der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist es, insbesondere Assistenzärzte für ein Jahr von ihrer klinischen Routine freizustellen. Das soll ihnen die Möglichkeit geben, an einer renommierten Forschungsinstitution in Deutschland selbständig wissenschaftlich zu arbeiten. Benannt ist das Stipendium nach dem deutschen Urologen Ferdinand Eisenberger, der die nicht-invasive Zerstörung von Nierensteinen durch Ultraschall mitentwickelt hat.

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