Risikoschwangerschaften: Auf die Betreuung kommt es an

Risikoschwangerschaften
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Risikoschwangerschaften. Um vorgeburtliche Entwicklungsstörungen zu verfolgen, die Ursachen zu erkennen und den Kindern bis nach der Geburt zu helfen, werden die Frauen jetzt im Rahmen des Gesundheitspfads betreut. Die Erkenntnisse sollen die Versorgung nachhaltig verbessern und niedergelassene Gynäkologen und Kinderärzte für das Thema sensibilisieren. Entwickelt wurde der Pfad gemeinsam mit der AOK Plus – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen und der BARMER. Für die Durchführung und Evaluation des Gesundheitspfads stellt der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses rund fünf Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren zur Verfügung. Unterstützt wird das Projekt zudem von den Kassenärztlichen Vereinigungen und Landesärztekammern Sachsen und Thüringen.

Risikoschwangerschaften optimal betreuen

„Sachsen und Thüringen gehören seit vielen Jahren zu den Bundesländern mit der niedrigsten Neugeborenen-Sterblichkeit in Deutschland. Eine wichtige Grundlage dafür ist die Konzentration der Versorgung von Risikoschwangeren und schwer erkrankten Neu- beziehungsweise Frühgeborenen in wenigen großen Zentren. Um in der Region gleichzeitig eine optimale Betreuung aller Schwangeren und ihrer Kinder sicherzustellen, muss die Arbeit aller Beteiligten – auch über Sektorengrenzen hinweg – eng aufeinander abgestimmt sein“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Direktor des Zentrums für feto/neonatale Gesundheit und Leiter des Fachbereichs Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Dresden. Um dieses Ziel zu erreichen und gleichzeitig die Versorgung in der Region noch weiter zu verbessern, haben Geburtshelfer, Neonatologen und Psychologen des Zentrums für feto/neonatale Gesundheit am Universitätsklinikum Dresden gemeinsam mit ihren Kollegen vom Universitätsklinikum Jena den medizinischen Versorgungs-Pfad entwickelt. Schwangere mit einem erhöhten Risiko für ein nicht altersgerechtes Heranwachsen ihres noch ungeborenen Kindes (Wachstumsretardierung) werden durch eine Vernetzung der Partner in der Region engmaschig und aufeinander abgestimmt behandelt. Der „Feto-Neonatalen Pfad“ beschreibt die Betreuung ab der zehnten Schwangerschaftswoche und bis hin zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich. Beteiligt sind neben stationär auch ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte. „Das Ziel ist eine besser koordinierte Versorgung in dieser Zeit und die Vermeidung von Langzeitproblemen bei den Kindern. Es muss klar sein, wie die Versorgung der Schwangeren und ihrer kranken Neugeborenen erfolgt und welche Aufgaben die jeweiligen Partner in der Region haben“, sagt PD Dr. med. Cahit Birdir. Der Leitende Oberarzt für Geburtshilfe und Pränataldiagnostik betreut die Schwangeren innerhalb des Gesundheitspfads.

Seit Anfang des Jahres können Schwangere mit einem erhöhten Risiko, ein zu kleines Kind zu bekommen, von dieser Vorarbeit in Ostsachsen und Ostthüringen profitieren. Mit Hilfe des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wollen die beteiligten Partner nachweisen, dass das entwickelte Versorgungskonzept funktioniert. Schwangere profitieren durch die Übernahme der Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, welche bisher von ihnen selbst getragen werden müssen. Außerdem erhalten die Frauen und ihre Kinder eine aufeinander abgestimmte vertiefte Betreuung durch die beteiligten Spezialisten.

Der transsektorale, multiprofessionelle und interdisziplinäre Pfad wurde durch eine enge Zusammenarbeit der beiden Universitätsklinika mit der AOK PLUS und der BARMER möglich. Unterstützt wird das Projekt zusätzlich durch die Kassenärztlichen Vereinigungen Sachsen und Thüringen sowie die jeweiligen Landesärztekammern. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses stellt für dieses Projekt rund fünf Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren zur Verfügung. Falls die begleitende Evaluation einen Vorteil dieses strukturierten Vorgehens nachweisen kann, ist ein bundesweiter Transfer dieses Angebots geplant. „Ziel ist es, die deutschlandweit analoge zu den in Sachsen dann bereits etablierten Versorgungsstrukturen übertragen zu können“, sagt Prof. Mario Rüdiger.

„Damit geht von Dresden ein erneuter Impuls aus, der die Versorgung von Schwangeren und deren Kinder verbessert und sicherstellt, dass Sachsen auch weiterhin die niedrigste Säuglingssterblichkeit hat“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. „Ich freue mich, dass das Uniklinikum erneut seine Expertise in einem überregionalen Projekt einbringen kann“, sagt Katrin Erk, Kaufmännischer Vorstand am Uniklinikum Dresden. „Davon profitieren nicht nur unsere Patienten, sondern auch Menschen in der Region und auch bundesweit.“

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Zentrum für Feto-Neonatale Gesundheit
Direktor: Prof. Mario Rüdiger
Telefon: 0351 458 36 40 (Sekretariat)
mario.ruediger@uniklinikum-dresden.de


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