Rick Pieger ist neuer Pflegedirektor am Universitätsklinikum Ulm

Damit ist Aufsichtsrat und Vorstand ein nahtloser Übergang gelungen, wie Prof. Dr. Reinhard Marre, Vorstandsvorsitzender und Leitender Ärztlicher Direktor, betont: „Die Pflegedirektion trägt mit an der Gesamtverantwortung für die Ulmer Universitätsmedizin, für deren Qualität und Wirtschaftlichkeit sowie für eine zukunftsweisende Entwicklung in medizinischer und pflegerischer Hinsicht. Uns war es deshalb wichtig, in diesem wichtigen Bereich kein Vakuum entstehen zu lassen, schließlich sind die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Gesundheitssystems für uns als Maximalversorger immens.“

Veränderungsprozesse gestalten
Ein Aspekt, den auch Rick Pieger unterstreicht: „Das Gesundheitswesen verändert sich rasant, der medizinische und pflegerische Fortschritt schreiten dabei ebenso schnell voran wie die Neuausrichtung von Organisationen und Finanzierungsmodellen der Krankenhäuser. Ich möchte zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflege diese Veränderungsprozesse so gestalten, dass unsere Patientinnen und Patienten auch in Zukunft hervorragend versorgt werden können.“

Der Gesamtverantwortung gerecht werden
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Leitender Ministerialrat Hartmut Schrade, ist überzeugt, dass Herr Pieger über alle fachlichen und persönlichen Voraussetzungen verfügt, um in seiner Gesamtverantwortung als Vorstandsmitglied diesen Herausforderungen im Zusammenwirken der verschiedenen Berufsgruppen gerecht zu werden.

Vielfältige Berufserfahrung
Der neue Pflegedirektor absolvierte – nach einem dualen Abschluss, der das Abitur und die Ausbildung zum Baufacharbeiter beinhaltete – ab 1991 eine dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger. Es folgten verschiedene Fachweiterbildungen (u.a. zum Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin und Anästhesie) und von 2004 bis 2009 ein Pflege/Pflegemanagement-Studium an der Fachhochschule Jena. Vor seinem Wechsel nach Ulm arbeitete Rick Pieger am Universitätsklinikum Halle als Pflegedienstleiter des Departments für Innere Medizin.

Welche Herausforderungen warten auf Rick Pieger und seine Teams?
„Die Zeiten, in denen es hieß ,pflegen kann jeder’ sind lange vorbei. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die Pflege und andere Gesundheitsberufe eine atemberaubende Entwicklung hin zu noch mehr Professionalisierung und Spezialisierung genommen. So wird beispielsweise der kompetente Umgang mit aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen immer wichtiger. Studien müssen unter akademischen Gesichtspunkten interpretiert werden können. Erst dann lassen sich viele tradierte Handlungen des Pflegealltags strukturiert und mit verantwortungsvoller Herangehensweise hinterfragen – immer mit Blick auf das Wohl der Patienten. Dafür muss den Pflegenden bereits während ihrer Ausbildung ausreichend Know-how an die Hand gegeben werden. Nur so sind u.a. fundierte Internet- und Literaturrecherchen möglich, die letztlich die Voraussetzungen für eine fachlich differenzierte Meinungsbildung schaffen“, sagt Rick Pieger.

Der neue Pflegedirektor legt aber auch Wert auf den Hinweis, dass die „klassischen Persönlichkeits-merkmale“ von Pflegenden so wichtig wie eh und je sind: Verantwortungsbewusstsein, Taktgefühl, die Freude am Umgang mit kranken Menschen, Team- und Organisationsfähigkeit, die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen …

Ein weiterer Aspekt betrifft die praktischen Anforderungen des Alltags, die immer mehr zunehmen: „Eine Operationstechnische Assistentin in der Unfallchirurgie sieht sich heutzutage rund 7.500 verschiedenen Schrauben gegenüber. Sie muss sich im Operationssaal mit Videotürmen, Navigationssystemen, Implantaten und der Instrumentenbestückung von Roboterarmen auskennen. In manchen Bereichen dauert alleine die Einarbeitung ein Jahr“, erläutert der neue Pflegedirektor.

Zwei Entwicklungen, die sich ergänzen
Für Rick Pieger ist klar, dass die allgemeine Entwicklung hin zu einer Akademisierung von Gesundheitsberufen richtig und wichtig ist. Er betont aber auch, dass nicht jede Aufgabe in einem Krankenhaus höchstqualifizierte Experten voraussetzt: „Insofern ist es genauso richtig, dass noch in diesem Jahr unsere Wiblinger Akademie für Gesundheitsberufe eine Schule für Gesundheits- und Krankenpflegehilfe mit zweijähriger Ausbildung ins Leben ruft. Dieses Angebot ist eine gute Ergänzung zu den dualen Studiengängen, die ebenfalls in Wiblingen angeboten werden. Wir sind als Universitätsklinikum an dieser Stelle Gestalter im Gesundheitswesen.“

Ganz ohne Elfenbeinturm
Das vorläufige Fazit des neuen Pflegedirektors: „Ich bin in Ulm sehr gut aufgenommen worden, die Freundlichkeit und auch Offenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe ich von Beginn an als sehr angenehm empfunden.“
Er lege selbst viel Wert auf eine kollegiale Unternehmenskultur. Zu dieser gehörten vor allem eine offene Kommunikation und ein stetiger Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Ich werde als Pflegedirektor nicht im Elfenbeinturm sitzen. Das ist ganz wichtig, um sich den Blick für die Praxis bewahren zu können.“

Gerne vermitteln wir Interviews. Nehmen Sie bitte Kontakt zu Jörg Portius, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum Ulm, unter der Rufnummer 0731 500-43043 auf.

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