Richtig vererben – Streit vermeiden

(djd). Wer sein Erbe regeln will, muss aufpassen, dass dies formal korrekt und juristisch einwandfrei geschieht. Nur so können Unwägbarkeiten und mögliche Streitszenarien vermieden werden. Informationen dazu gibt es bei Rechtsanwälten, Notaren und Steuerberatern, aber beispielsweise auch bei Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Neben der gesetzlichen Erbfolge lässt das Recht auch eine individuelle Regelung der Vermögensnachfolge im Erbfall zu. Damit können Auseinandersetzungen zwischen den Erben oftmals vermieden, die Versorgung bestimmter Personen – wie etwa des Ehepartners – sichergestellt oder auch Erbschaftssteuern gespart werden.

Privates und öffentliches Testament

Ein privates Testament etwa wird durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichtet. „Damit es wirksam ist, muss der gesamte Text von Hand geschrieben und eigenhändig unterschrieben sein“, betont Arndt Kalkbrenner vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Bei einem öffentlichen Testament dagegen kann man seinen letzten Willen einem Notar gegenüber auch mündlich mitteilen. „Die vom Notar erstellte Niederschrift geht dann an das zuständige Amts- bzw. Nachlassgericht zur amtlichen Verwahrung“, erläutert Arndt Kalkbrenner.

Gemeinschaftliches Testament und Erbvertrag

Ehegatten sowie eingetragene Lebenspartner können ein gemeinschaftliches Testament errichten. Dies kann in privater und auch in öffentlicher Form geschehen. Es ist ratsam, es zusammen mit einem Rechtsanwalt oder Notar anzufertigen. „Denn dabei gibt es sehr vieles zu beachten“, betont Arndt Kalkbrenner. So sei es etwa unter Ehegatten und Lebenspartnern möglich, sich gegenseitig als Erben einzusetzen.

Eine andere Option ist der Erbvertrag, er bietet ebenso viele Gestaltungsmöglichkeiten wie ein Testament. Erbverträge müssen vor dem Notar geschlossen werden. „Da es sich hierbei um echte Verträge handelt, können sie vom Erblasser alleine nicht widerrufen oder geändert werden“, erklärt Kalkbrenner. „Wegen der starken rechtlichen Bindung sollte der Abschluss daher gut überlegt sein.“

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