Richtfest für das Zentrum für Integrative Infektionsforschung der Medizinischen Fakultät Heidelberg

Der Rohbau des neuen Forschungsbaus Zentrum für Integrative Infektionsforschung – Center for Integrative Infectious Disease Research (CIID) – ist fertig. Am 30. November 2015 haben Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg gemeinsam mit Vertretern von Land, Stadt und Universität Richtfest gefeiert. Der vierstöckige Neubau ist mit den Räumlichkeiten des Zentrums für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg über Brücken im ersten und zweiten Obergeschoss direkt verbunden. Dank optimaler Infrastruktur und Laborflächen mit hoher Sicherheitsstufe bietet das Gebäude beste Bedingungen für die Infektionsforschung. Ziel ist es, Viren- und Parasiteninfektionen besser zu verstehen und zu kontrollieren. Arbeitsgruppen aus der infektiologischen Grundlagenforschung werden hier zukünftig gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Physik, Chemie, Biologie, Nanotechnologie und Mathematik u.a. an HI- und Hepatitis-Viren sowie Malaria-Parasiten forschen. Aufgrund der überregionalen Bedeutung des Zentrums für Wissenschaft, Forschung und Lehre trägt der Bund die Hälfte der 21,5 Millionen Euro für den Neubau. Die andere Hälfte teilen sich das Universitätsklinikum Heidelberg und das Land Baden-Württemberg.

„Das Zentrum für Integrative Infektionsforschung verbindet in beispielhafter Weise die infektiologische Grundlagenforschung mit anderen Naturwissenschaften und der Materialforschung. Die optimalen Forschungsbedingungen und die sehr gute Infrastruktur stellen die Heidelberger Wissenschaftler optimal für die Zukunft auf“, sagte Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz, Amtschefin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und zugleich Aufsichtsratsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg.

„Im Zusammenspiel von Universität Heidelberg und Universitätsklinikum ist es uns gelungen, auf dem Campus Im Neuenheimer Feld an der Schnittstelle von den Lebenswissenschaften zu den anderen Naturwissenschaften einen international ausstrahlenden Kompetenzschwerpunkt zu schaffen. Für die bereits jetzt herausragende Infektionsbiologie wird mit dem neuen Gebäude für Forschung, Lehre und letztlich für die Qualität der medizinischen Versorgung ein Meilenstein in einem exzellenten wissenschaftlichen Umfeld gesetzt “, sagte Professor Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg.

Fünf Millionen Euro für Erstausstattung und Großgeräte teilen sich Bund und Universitätsklinikum

Der neue Forschungsbau bietet eine Hauptnutzfläche von 2.734 Quadratmetern und umfasst Räume der Sicherheitsstufe 2 und 3; insbesondere die S3-Laborflächen wurden wesentlich erweitert. Diese bieten geschützte Bedingungen für die Forschungsarbeit an Mikroorganismen, die zu schweren Erkrankungen führen können, wie z.B. Hepatitis- oder HI-Viren. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeiten im neuen Zentrum stehen die Wechselbeziehungen zwischen Krankheitserregern und Wirt: Wie läuft die Infektion ab? Wie können Wirkstoffe diese verhindern? „Auf Einzelzell-Ebene und in Modellsystemen sind viele dieser Fragen bereits gut untersucht oder stehen im Blickpunkt aktueller Forschung an vielen Orten“, erklärte Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Sprecher des Zentrums für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. „Unser Ziel ist es jedoch, den Infektions- und Krankheitsverlauf in komplexen Organsystemen oder sogar im lebenden Organismus zu verstehen.“ Die Heidelberger erforschen experimentelle Zwischenebenen und methodische Entwicklungen, mit denen sich darstellen lässt, wie sich Viren und Parasiten ausbreiten und Krankheiten hervorrufen. Diese Erkenntnisse werden in mathematische Modelle übersetzt, die wiederum helfen sollen, die hochkomplexen Prozesse genauer zu verstehen. Die Kosten für die notwendigen Großgeräte, u.a. Mikroskope und Datenserver, sowie die Erstausstattung in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro teilen sich Bund und Universitätsklinikum.

Grundlagenforschung und klinische Medizin arbeiten Seite an Seite

Bis zu 25 Gruppen mit rund 150 Mitarbeitern werden voraussichtlich im Frühjahr 2017 in das Forschungsgebäude einziehen. Die meisten sind Mitglied im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung, das kürzlich für eine neue vierjährige Förderperiode positiv begutachtet wurde, und im 2014 neu gegründeten Sonderforschungsbereich 1129. „Das CIID ist direkt mit der tropenmedizinischen Ambulanz und den diagnostischen Einrichtungen des benachbarten Zentrums für Infektiologie verbunden. Davon werden sowohl Grundlagen- als auch translationale und klinische Forschung profitieren“, betonte Professor Dr. Wolfgang Herzog, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. „Der Neubau schafft die dringend benötigten Flächen für zukunftsweisendes interdisziplinäres Arbeiten.“

Den Architektenwettbewerb hatte die Dortmunder Gerber Architekten GmbH für sich entscheiden können. „Den Architekten ist es hervorragend gelungen, das neue Gebäude in den bestehenden Gebäudekomplex des Theoretikums einzubinden“, sagte Bernd Stadel, Erster Bürgermeister, Stadt Heidelberg. Spatenstich für das Gebäude gegenüber des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg war am 4. September 2015.

Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich
Zentrum für Infektiologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Telefax: 06221-56-5001
E-Mail: Hans-Georg.Kraeusslich@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

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