Richtfest für das neue Technologiezentrum im Technologiepark Tübingen-Reutlingen

Am 24. Juni 2017 fand im Beisein von rund 100 Gästen das Richtfest für das RegioWIN-Technologie-zentrum im Technologiepark Tübingen-Reutlingen statt. Der Neubau wird auf über 3.000 m² Platz bieten für Labore und Büros, die u. a. für zwei im letzten Jahr prämierte RegioWIN-Leuchtturmprojekte genutzt werden. Der „Forschungscampus BioMedTech“ und ein „Nanoanalytikzentrum“ werden im Technologiezentrum eingerichtet.

Bauherren sind die Multi Channel Systems Holding GmbH, das NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen und die TF-RT Technologieförderung Reutlingen-Tübingen GmbH, die gemeinsam das ambitionierte Bauvorhaben im Technologiepark Tübingen-Reutlingen realisieren. Ministerialdirektor Hubert Wicker, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Landrat Joachim Walter, Landratsamt Tübingen, und Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, Stadt Reutlingen, betonten in ihren Grußworten die Bedeutung des neuen Technologiezentrums für die Stärkung der regionalen Industrie und Spitzenforschung. Die Eröffnung des neuen Technologiezentrums ist nach 15-monatiger Bauzeit für Januar 2018 geplant. Die Baukosten für den Neubau im Technologiepark Tübingen Reutlingen belaufen sich auf rund 7 Millionen Euro, weitere 13 Millionen Euro werden in die Ausstattung, in erste Projekte und Sonderbaumaßnahmen investiert.

RegioWIN Leuchtturmprojekte – Zukunft gestalten für die Region
Unter Leitung des Landratsamtes Tübingen bewarb sich die Region Neckar-Alb mit dem Beitrag FORTUNA (Forschung, Technik, Umwelt, Natur Neckar-Alb) in dem landesweiten RegioWIN-Wettbewerb mit 7 Projekten. Zwei Projekte unter Leitung des NMI wurden von der Jury als Leuchtturmprojekte ausgezeichnet und gefördert. Um sie unter einem Dach zu vereinigen, wurde der Neubau des Technologiezentrums benötigt.

Das Leuchtturmprojekt „Forschungscampus BioMedTech“, das mit insgesamt 4,2 Millionen Euro durch das Land gefördert wird, hat zum Ziel, die Region Neckar Alb zu einem führenden Forschungsstandort der Biomedizintechnik zu entwickeln und die Stärken der Region auszubauen, die sich aus der Zusammenarbeit von Biotechnologie und Medizintechnik ergeben. Forschungsprojekte für die Medizin der Zukunft sollen hier in international markt- und wettbewerbsfähige Produkte und Verfahren umgesetzt werden. In den neuen Räumen werden regional ansässige Unternehmen der Medizin-technik und Biotechnologie und Institutionen der Grundlagen- und angewandten Forschung gemeinsam neue Materialien für die Medizin entwickeln.

Das RegioWIN Leuchtturmprojekt Nanoanalytikzentrum investiert in den Aufbau eines Forschungs- und Dienstleistungszentrums für hochauflösende Nanoanalytik. Herzstück des neuen Zentrums wird ein bis in den atomaren Bereich hinein hochauflösendes, analytisches Transmissionselektronen-mikroskop (HRTEM). Mit dem Zentrum entsteht eine regionale Anlaufstelle für innovative Firmen mit werkstofftechnischen Fragestellungen und Produktideen. Das NMI, die Universität Tübingen und Unternehmen der Medizintechnik, aus dem Fahrzeug-, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Forschungseinrichtungen aus Baden-Württemberg werden das Nanoanalytikangebot ab Anfang 2018 für ihre Material- und Werkstoffforschung nutzen.

Prof. Dr. Hämmerle, Institutsleiter des NMI, zeigte sich anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus mehr als zufrieden. „Das neue Technologiezentrum wird für einen Innovationsschub in der Region im Bereich Biomedizintechnik, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik sorgen und die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen stärken. Mit dem neuen Nanoanalytikzentrum steigen wir in die `Champions League` der Material- und Werkstoffforschung auf.“

Die Bedeutung des Projekts für die Region hoben auch Ministerialdirektor Hubert Wicker und Frau Oberbürgermeisterin Barbara Bosch in ihren Grußworten hervor. „Die beiden RegioWIN Leuchtturmprojekte leisten einen wichtigen Beitrag, um Zukunftsbranchen anzusiedeln und damit den Wirtschaftsstandort Tübingen-Reutlingen zukunftsfähig zu gestalten“, sagte Hubert Wicker. „Mit dem Bau des Technologiezentrums und dem Start der beiden RegioWIN Leuchtturmprojekte setzen wir einen Meilenstein für die Entwicklung der regionalen Industrie und Spitzenforschung und die Zukunft unserer Region“, unterstrich Barbara Bosch diese positive Einschätzung.

Als Führungspartner der RegioWIN Neckar-Alb, die die Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalb umfasst, bedankte sich Landrat Walter für die einmalige Zusammenarbeit mit den Akteuren der Region, die dieses besondere, zukunftsweisende Ergebnis ermöglicht hat. „Wir brauchen noch viel mehr solcher Projekte, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unserer Region weiter zu stärken.“

MCS Multi Channel Systems MCS GmbH
Die Multi Channel Systems MCS GmbH entwickelt High-Tech-Messinstrumente und Zubehör im Bereich der Elektrophysiologie für die universitäre Forschung und die pharmazeutische Industrie. Seit Oktober 2014 ist Multi Channel Systems Tochterunternehmen von Harvard Bioscience, Inc. MCS entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen für extrazelluläre Ableitungen von Mikroelektroden – in vivo und in vitro – sowie für elektrische Stimulation. Außerdem werde Geräte für automatische Injektion und intrazelluläre Messungen an Ionenkanälen von Oozyten sowie für Patch Clamp Experimente angeboten.

Gemeinsam mit Vertriebspartnern versorgt MCS Labore, Forschungseinrichtungen und die pharmazeutische Industrie weltweit. Mehr als 20 Jahre Erfahrung und über 1.000 Publikationen mit MCS Produkten machen MCS zum globalen Marktführer im Bereich der nicht-klinischen Mikroelektroden-Elektrophysiologie.

NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen
Das NMI betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Es verfügt über ein einmaliges, interdisziplinäres Kompetenzspektrum für F&E- und Dienstleistungsangebote für regional und international tätige Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft und Industriebranchen mit werkstofftechnischen und fertigungsorientierten Fragestellungen wie Fahrzeug-, Maschinen- und Werkzeugbau.

Im Geschäftsfeld Pharma und Biotechnologie unterstützt das NMI die Entwicklung neuer Medikamente mit biochemischen, molekular- und zellbiologischen Methoden. In der Biomedizintechnik geht es um Zukunftstechnologien wie die Regenerative Medizin und Mikromedizin für neue diagnostische und therapeutische Ansätze. Die Analyse, Strukturierung und Funktionalisierung von Werkstoffen und deren Oberflächen steht im Fokus des Dienstleistungsangebotes für Kunden im Geschäftsfeld Oberflächen- und Werkstofftechnologie.
Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist das NMI für sein Inkubatorkonzept für Existenzgründer mit bio- und materialwissenschaftlichem Hintergrund.
www.nmi.de

Das NMI wird durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg unterstützt und ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg, einem Zusammenschluss von 13 außeruniversitären, wirtschaftsnahen Forschungsinstituten. www.innbw.de.

TF-RT
Die TF R-T Technologieförderung Reutlingen-Tübingen GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Städte Reutlingen und Tübingen. Sie betreibt aktiv Wirtschaftsförderung im Hoch-Technologiebereich. Zentrale Aufgabe ist die Förderung und Beratung von Unternehmen,

die schwerpunktmäßig auf dem Gebiet der Biotechnologie und der Medizintechnik tätig sind. Ergänzend unterstützt die TF-RT Existenzgründungen aus dem Bereich der Universität Tübingen und der Hochschule Reutlingen durch Fördermittelberatung, Antragsbetreuung sowie Vermittlung zu Beratern und Institutionen.

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