Rheumatologen tagen vom 19.–22.9.2012 in Bochum

Über eine frühere Diagnose chronischer Rückenschmerzen und neueste Therapiestrategien rheumatischer Erkrankungen diskutieren Experten im Rahmen des 40. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Einen weiteren Schwerpunkt bilden generalisierte Muskelschmerzen verschiedener Ursache und Fiebersyndrome. Zudem werden neue Ergebnisse aus dem deutschen Biologika-Register vorgestellt. Der Kongress findet gemeinsam mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und der 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) vom 19. bis 22. September 2012 in Bochum statt.

An entzündlich-rheumatischen Erkrankungen – auch Rheuma genannt – leiden in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen. Dazu zählen auch Spondyloarthritiden, wie etwa die ankylosierende Spondylitis (AS), bei der die Wirbelsäule häufig schon ab dem 26. Lebensjahr entzündlich betroffen sein kann. „Die Diagnose der AS bzw. der axialen Spondyloarthritis, wie das gesamte Krankheitsspektrum heute zunehmend genannt wird, ist vor allem im frühen Stadium schwierig“, sagt Professor Dr. med. Jürgen Braun, Kongresspräsident der DGRh und Leiter des großen Rheumazentrums in Herne. Denn nicht bei allen Patienten sei der Risikomarker HLA B27 nachweisbar und auch die Kernspintomografie ist nicht immer positiv. „Zudem werden junge Patienten mit chronischen Rückenschmerzen meist gar nicht auf entzündliche Ursachen hin untersucht“, kritisiert Privatdozent Dr. Klaus Schmidt, Kongresspräsident der DGORh. In einer aktuellen Studie haben Forscher jetzt eine Diagnosesicherheit von 80 Prozent bei früher Überweisung erreicht. Erste Ergebnisse werden auf dem DGRh-Kongress vorgestellt.

Mindestens ebenso verbreitet ist das viele Gelenke betreffende entzündliche Gelenkrheuma. In Deutschland leiden mehr als 440 000 Menschen an Rheumatoider Arthritis (RA). Europaweit liegen inzwischen Daten zu mehr als 50 000 medikamentös behandelten RA-Patienten vor – anhand derer überprüft werden kann, wie wirksam und vor allem wie sicher gentechnisch hergestellte Biologika im Vergleich zu konventionellen Rheuma-Medikamenten sind. Aktuelle Ergebnisse aus diesem ‚RABBIT‘ genannten Biologika-Register sind Thema einer Sitzung im Rahmen des DGRh-Kongresses. Darüber hinaus wird intensiv über die beste Strategie in der Abfolge der Behandlungen diskutiert.

Von einer Therapie mit Biologika könnten auch Kinder mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen profitieren. Auch wenn die bei der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) auftretenden Gelenkentzündungen der RA ähneln, „unterscheidet sich die Therapie der JIA von der Behandlung im Erwachsenenalter“, betont Dr. Frosch, Kongresspräsident der GKJR im Vorfeld des Kongresses. Ein interdisziplinärer Austausch und gute Datenbanken liefern wichtige Ergebnisse auch für individuelle Therapieentscheidungen.

Schwerpunkte des Kongresses sind zudem die Fiebersyndrome, der Stellenwert der Therapie mit Kortison, Osteoporose, Muskelleiden, rekonstruktive Operationen und Schmerzsyndrome wie die Fibromyalgie. Darüber hinaus geht es darum, welche Sportarten für Rheuma-Patienten am besten geeignet sind und wie sich der häufige Vitamin-D3-Mangel bei chronisch Kranken auswirkt.

Zum ersten Mal findet ein spezielles Programm für Studenten statt. Für Betroffene und Angehörige bietet die DGRh einen Patiententag in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rheuma-Liga am Samstag, dem 22. September 2012. Eine Industrieausstellung ergänzt die wissenschaftliche Tagung. Das Kongressprogramm und weiterführende Informationen finden Interessierte im Internet unter .

Kontakt für Journalisten:
Kathrin Gießelmann/Christina Seddig
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Kongress-Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-981 bzw. -442
Fax: 0711 8931-167

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