Rheumatologen diskutieren in München neue Fächerübergreifender Behandlungs- und Therapieansätze

Ein Kongressschwerpunkt ist die Entzündung als wichtigste treibende Kraft rheumatischer Erkrankungen. „Dieser Aspekt ist ganz zentral für die Forschung. Nur wenn wir die Entzündungsprozesse genau kennen und verstehen, können wir gezielt darauf reagieren“, betont Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, DGRh-Kongresspräsident und Leiter der Rheumaeinheit am Klinikum der Universität München. Neben den entzündlichen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis stehen jedoch auch die Arthrose als häufigstes Gelenkleiden sowie die Stoffwechsel¬erkrankungen Osteoporose und Gicht auf dem Kongressprogramm.

Rheuma hat nicht nur viele Gesichter, es kann auch Menschen jeden Alters treffen. So leiden allein in Deutschland etwa 20 000 Kinder und Jugendliche an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Diese verlaufen oft besonders schwer und ziehen auch andere Organe in Mitleidenschaft. Deshalb kann nur in enger Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten wie Augen- und Hautärzten eine optimale Versorgung gelingen. „Eine sehr wichtige Behandlungsphase ist zudem der Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenrheumatologie. Diese Transition ist eine große Herausforderung für alle beteiligten Ärzte“, erklärt Professor Dr. med. Johannes-Peter Haas, Kongresspräsident der GKJR und Chefarzt am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen. „Die Heranwachsenden müssen in dieser Zeit besonders intensiv betreut werden, um bisherige Therapieerfolge nicht zu gefährden“, ergänzt Privatdozentin Dr. med. Annette Jansson, Kongresspräsidentin der GKJR vom Klinikum der Universität München. Neben der Transition diskutieren die Kinderrheumatologen in München auch die Rolle von Biomarkern sowie die Problematik der Off-label-Therapie.

Die medikamentöse Behandlung rheumatischer Erkrankungen hat sich dank der Biologika in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Diese molekularbiologisch hergestellten Medikamente hemmen gezielt bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers. Doch nicht allen Patienten können die Präparate helfen. In manchen Fällen ist eine Operation notwendig. Der Wandel chirurgischer Behandlungs-verfahren ist ein Kongressschwerpunkt der orthopädischen Rheumatologen: „Minimal-invasive Eingriffe sind hier mittlerweile fest etabliert. Sie führen nicht nur zu besseren Ergebnissen, sondern sind auch mit deutlich weniger Schmerzen verbunden“, erklärt Dr. med. Stefan Schill, Kongresspräsident der DGORh vom MVZ Gelenkzentrum Rosenheim.

Wie in den vergangenen Jahren können sich Patienten und ihre Angehörigen auf dem Kongress im Rahmen eines Patiententages informieren. Dieser findet am 3. September 2011 von 10.30 bis 14 Uhr ebenfalls im ICM statt. Schwerpunkt ist das Thema Bewegung und Schmerz. Der DGRh-Kongress wird zudem von einer Industrieausstellung flankiert. Das Kongressprogramm und weiterführende Informationen finden Interessierte im Internet unter .

39. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
mit der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie
und der 21. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie
31. August bis 3. September 2011, ICM – Internationales Congress Center München

Pressekontakt:
Silke Stark/Corinna Spirgat
Kongress-Pressestelle DGRh
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Tel.: 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
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