Rheuma bei Kindern: Auf diese Symptome sollten Eltern achten

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Rheuma bei Kindern (Kinderrheuma). Welche Behandlungspfade derzeit erprobt werden, worauf Eltern und Ärzte achten müssen, um eine juvenile idiopathische Arthritis (JIA), das kindliche Gelenkrheuma, frühzeitig zu erkennen, erläuterten Experten bei der heutigen Vorab-Pressekonferenz in Berlin anlässlich des Rheuma-Kongresses. Bei der Pressekonferenz am 5. September 2019 in Dresden haben Journalisten die Gelegenheit, eine Familie mit einem Kind kennenzulernen, das unter dem Cinca-Syndrom, einer seltener rheumatologischen Erkrankung, leidet.

Rheuma bei Kindern

Zwei bis drei von 1000 Kindern unter 16 Jahren erkranken an einer Gelenkentzündung. Besteht diese ohne Grund länger als sechs Wochen, spricht man von einer JIA. Im Durchschnitt dauert es jedoch vier Monate, bis ein Kind mit der Erkrankung bei einem Rheumatologen vorstellig wird. „Innerhalb von Monaten kann es bereits zu nicht umkehrbaren Schädigungen an den Gelenken kommen“, warnt Professor Dr. med. Kirsten Minden, Kinderrheumatologin an der Universitäts-Kinderklinik, Charité, Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) und Leiterin der AG Kinder- und Jugendrheumatologie am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) in Berlin. Besonders in der frühen Erkrankungsphase ist Rheuma schwer zu erkennen. „Vor allem kleine Kinder benennen in der Regel keine Schmerzen. Sie nehmen eine Schonhaltung ein oder vermeiden bestimmte Bewegungen“, so die Expertin. Darauf sollten Eltern achten. Auch wenn Gelenke, häufig sind hier die Knie betroffen, ohne Anlass geschwollen sind oder das Kind einen humpelnden Gang hat, sollten die Eltern schnell reagieren und den Kinderarzt aufsuchen. Er hilft dabei, die Symptome einzuordnen und überweist, wenn nötig, an den Kinderrheumatologen.

Neuste Forschungen und Beobachtungsstudien zeigen, dass eine medikamentöse Therapie der JIA größere Erfolge verspricht, wenn sie bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung beginnt. Daher lautet die Behandlungsempfehlung für Kinder mit rheumatischen Gelenkentzündungen nun, früher als bisher eine Therapie, unter Umständen auch mit Biologika, in Erwägung zu ziehen. Ziel ist es, in den ersten sechs Behandlungsmonaten eine inaktive Erkrankung zu erreichen. Dahinter steht die Beobachtung, dass ein frühes Krankheitsstadium mit Medikamenten besser beinflussbar ist als ein spätes und frühe Entzündungsprozesse komplett rückbildungsfähig sind.

„Die Wege zum Erreichen einer inaktiven Erkrankung sind allerdings noch nicht ausreichend standardisiert, und frühzeitig zu definieren, welches Kind welche Therapieintensität benötigt, ist noch immer schwierig“, sagt Professor Dr. med. Reinhard Berner, Tagungspräsident beim Rheuma-Kongress von Seiten der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden. Um die Behandlung der Kinder weiter zu harmonisieren und zu optimieren, haben Expertengruppen der GKJR für einzelne Rheumaformen mögliche Therapiepfade vorgeschlagen. Wie gut diese im Alltag funktionieren, wird jetzt im Rahmen der bundesweiten Beobachtungsstudie ProKind untersucht, welche vom Innovationsfond des gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird.

Janina Wetzstein
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Kongress-Pressestelle
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