Rente macht glücklich

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Manche Menschen sehen sich danach, in Rente zu gehen. Andere möchten so lange wie möglich arbeiten. Viele sagen, Rente macht glücklich. Als Arbeitnehmer identifiziert man sich mit dieser Rolle, sie gibt eine Struktur im Alltag und man pflegt soziale Kontakte. Durch den Renteneintritt können sich dieses gewohnte Umfeld und die damit verbundenen sozialen Interaktionen schlagartig verändern. Sind Rentner psychisch gesünder als Berufstätige? Bisherige Studien zum Verhältnis der Rente zur psychischen Gesundheit liefern keine eindeutigen Ergebnisse. Einige sagen, dass der Renteneintritt einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit hat, andere finden einen negativen Effekt oder gar keinen. Dr. Ingo Kolodziej und Dr. Pilar García-Gómez haben die psychische Gesundheit in ihrer Studie anhand von depressiven Symptomen untersucht.

Rente macht viele glücklich

Dazu haben die Wissenschaftler insgesamt vier Untersuchungswellen der multidisziplinären, länderübergreifenden Studie SHARE herangezogen und hinsichtlich ihrer Fragestellung analysiert. Die Stichprobe besteht aus 61.414 Beobachtungen für 37.333 Personen. Ihre Analyse zeigt: Der Renteneintritt wirkt im Durchschnitt positiv auf die psychische Gesundheit. Rentner weisen tendenziell eine bessere psychische Gesundheit auf als Nicht-Rentner. Dieser Effekt ist jedoch nicht gleich verteilt: Besonders positiv ist die Auswirkung des Renteneintritts für Menschen, die gefährdet sind, an einer Depression zu erkranken. Frauen profitieren mehr von der Rentenzeit als Männer. Darüber hinaus ist die schützende Wirkung für Arbeitnehmer, die überwiegend körperlicher Arbeit nachgehen, stärker als für Büroangestellte. Für letztere zeigt sich der positive Effekt nur dann, wenn sie bereits einen schlechten psychischen Gesundheitszustand aufweisen. Soziale Kontakte und auch soziale Unterstützung durch Ehepartner oder Kinder können sehr wichtig für die psychische Gesundheit der älteren Bevölkerung sein. Es konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen Verheirateten und Unverheirateten festgestellt werden. Kinderlose profitieren nur dann weniger von der Rente, wenn sie über einen guten psychischen Gesundheitszustand verfügen.

„Die Ergebnisse haben gezeigt, dass der psychische Gesundheitszustand selbst, also das Vorliegen von einer gewissen Anzahl an Kriterien, die auf eine Depression hindeuten, eine große Rolle spielt in der Frage, welchen Einfluss der Renteneintritt hat“, erläutert Kolodziej die Untersuchung. „Laut unserer Recherche war dies die erste Studie, die sich auf diese heterogenen Effekte konzentriert. Hier besteht noch Forschungsbedarf, insbesondere was die langfristigen Entwicklungen und den Vergleich von gefährdeten Untergruppen mit psychisch gesünderen Gruppen angeht. Vor dem Hintergrund, dass aktuell Rentenreformen diskutiert werden, sollte die Wirkung eines Aufschubs des Renteneintritts noch weiter erforscht werden“, fordert der Gesundheitsökonom.

Das ausführliche Interview zur Studie finden Sie auf unserem Wissenschaftsblog adhibeo: https://www.adhibeo.de/psychisch-gesuender-dank-rente/

Über die Hochschule Fresenius
Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum in New York gehört mit über 13.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbezug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre reakkreditiert.

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