Renommierter Strukturbiologe Stefan Raunser wird Einstein-Professor an der Freie Universität Berlin

Die Strukturbiologie ist ein Bereich der biologischen Grundlagenforschung, der sich mit der Struktur von Makromolekülen, insbesondere von Proteinen beschäftigt. Die Arbeiten von Stefan Raunser sind von großer biologischer wie medizinischer Bedeutung. So erforscht er die molekularen Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte im Blut. Ein weiterer Fokus gilt der Untersuchung von Giftstoffen, die von Bakterien abgesondert werden und tödliche Substanzen in Zellen injizieren. Seine Arbeiten liefern zudem wichtige Erkenntnisse für die Krebsbekämpfung.

Raunser setzt unter anderem spezialisierte Verfahren wie die Kryo-Elektronenmikroskopie ein. Ein solches Mikroskop ermöglicht hoch aufgelöste Bilder, auf denen einzelne Moleküle in den Zellen sichtbar werden. Mit der Berufung geht die Beschaffung eines Kryo-Elektronenmikroskops der neuesten Generation in Höhe von 4,6 Millionen Euro einher.

„In Berlin wurde das erste Elektronenmikroskop entwickelt. Ich freue mich sehr, mit meiner Forschung an diese herausragende Tradition anzuknüpfen“, sagte Stefan Raunser. „Innerhalb der Stadt ergeben sich vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Dadurch erhoffe ich mir Impulse für neue Forschungsaktivitäten.“

Die Berufung gelang durch das Programm „Einstein-Professur“, mit dem die Einstein Stiftung die Berliner Universitäten bei Berufungen von Spitzenwissenschaftlern finanziell unterstützt. Zuvor war Stefan Raunser Nachwuchsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund. Als Postdoktorand arbeitete der heute 37-jährige Biochemiker an der Harvard University.

Unter Fachkollegen genießt der Forscher weltweit hohe Anerkennung. Die wissenschaftlichen Qualität und thematische Breite seiner Arbeiten wird dokumentiert durch die Vielzahl von Publikationen in renommierten Fachzeitschriften wie Nature, Cell und Science. Raunsers wissenschaftliche Karriere wurde mit wichtigen Stipendien unterstützt, unter anderem vom Fonds der deutschen Chemie, der Boehringer-Ingelheim-Stiftung und der Stiftung Mercator. 2013 erhielt er einen ERC Consolidator Grant über zwei Millionen Euro, eine Förderung des europäischen Forschungsrates für herausragende Wissenschaftler.

Weitere Informationen
Dr. Nina Diezemann, Presse und Kommunikation, Freie Universität Berlin, Telefon 030 / 838-73190, E-Mail: nina.diezemann@fu-berlin.de

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