Reizstromtherapie – Anwendungsgebiete und Erfolgschancen

Reizstromtherapie

Dass die konservative Schulmedizin nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist, ist mittlerweile in den Köpfen vieler Menschen angekommen. Die teilweise gravierenden Nebenwirkungen herkömmlicher Medikamententherapien geben vielen Patienten zu denken. Auf der Suche nach alternativen Behandlungsmethoden wenden sich so manche der Naturheilkunde zu. Auch die Behandlung mit Strom gehört zu den alternativen Heilmethoden. Bereits die alten Ägypter kannten diese Behandlungsmethode. Sie benutzten Zitteraale und andere Fische, die die Fähigkeit haben, Stromstöße abzugeben, um bestimmte leidgeplagte Körperpartien zu behandeln. Mit Fischen arbeitet man heute zwar nicht mehr, aber das Prinzip ist durchaus vergleichbar. 

Wie funktioniert die Reizstromtherapie?

Bei der Reizstromtherapie wird die Muskulatur durch Zuführung von schwachem Reizstrom (Gleichstrom oder niederfrequenter Wechselstrom) stimuliert, um eine Kontraktionstätigkeit zu erzielen. Hierbei wird ausgenutzt, dass der menschliche Organismus grundsätzlich die Fähigkeit besitzt, Strom zu leiten. Beabsichtigt ist dabei, dass die auf den Körper wirkenden elektrischen Reize Reaktionen der Nerven auslösen, die Durchblutungsstörungen lindern sollen und besonders in der Schmerztherapie eingesetzt werden. Die Behandlung erfolgt durch das Anbringen von Elektroden auf der Haut des Patienten, welche zuvor mit einem speziellen Gel eingerieben wird, um den Kontaktwiderstand so gering wie möglich zu halten. Auf diese Weise werden die zu behandelnden Körperstellen schwachen Stromimpulsen ausgesetzt. 

Anwendungsgebiete der Reizstromtherapie?

Das wohl bekannteste Einsatzgebiet von Reizstrom ist der Herzschrittmacher. Durch permanente gezielte Stromstöße wird der Herzmuskel laufend stimuliert und so die durchgängige Funktionsfähigkeit des Herzens aufrechterhalten. Hohe Bedeutung hat auch der Einsatz in der Schmerztherapie. Hierbei ist das Ziel, die Nervenbahnen, welche die Aufgabe haben, den Schmerz zum Gehirn zu leiten, so zu beeinflussen, dass die Schmerzweiterleitung erschwert oder sogar verhindert wird. Auch bei Durchblutungsstörungen oder zur Unterstützung des Muskelaufbaus im Rahmen einer Reha ist die Reizstromtherapie anwendbar. Ein großer Vorteil ist, dass durch den Einsatz von Strom Muskeln angesprochen werden, die ansonsten kaum trainiert werden können. 

Nebenwirkungen und Risiken der Reizstromtherapie?

Grundsätzlich sollte die Reizstromtherapie immer einem Fachmann überlassen werden, da bei unsachgemäßer Anwendung erhebliche Schädigungen des Körpers auftreten können. Auch gibt es bestimmte Kriterien, in denen eine Behandlung mit Reizstrom nicht erfolgen sollte. In der Schwangerschaft verbietet sich eine derartige Behandlung, da diese das Risiko von Missbildungen des ungeborenen Kindes erhöht. Auch sind Personen, die einen Herzschrittmacher tragen, von der Behandlung auszuschließen, da diese die Funktionsfähigkeit des Schrittmachers beeinträchtigen kann. Auch Personen mit Herzrhythmusstörungen sind keinesfalls einer Therapie mit Reizstrom zu unterziehen. 

Als Nebenwirkungen treten immer wieder Hautirritationen bzw. Schädigungen der behandelten Hautareale auf. 

Erfolgschancen und Beurteilung der Reizstromtherapie:

Grundsätzlich ist die Therapie mit Reizstrom in wissenschaftlicher Hinsicht sehr umstritten. Aber dies trifft nahezu auf alle Naturheilmethoden zu. Als sicher gilt, dass der Reizstrom eine Wirkung auf die behandelten Muskeln hat. In der Schmerztherapie sollte man allerdings keine Wunder erwarten, da die Erfolge zwar in vielen Fällen messbar sind, jedoch nicht so deutlich ausfallen wie es wünschenswert wäre. Manche Mediziner sprechen hier sogar von einem Placebo-Effekt. Da die Nebenwirkungen dieser Methode aber gering sind und die Anwendung einfach, spricht nichts dagegen, sich auf diese Art der Behandlung einzulassen. Eine entsprechende Beratung gibt es bei fast allen Heilpraktikern. 

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