Reisegesundheit: Praktische Tipps für unbeschwerte Ferien

Zur Urlaubsvorbereitung gehört nicht nur das Kofferpacken. Man sollte auch rechtzeitig Vorkehrungen treffen, um Reisekrankheiten vorzubeugen oder ihnen wirksam zu begegnen. Ein wichtiger Punkt ist das Zusammenstellen einer Reiseapotheke, bei Fernreisen ist vorab auch ein Arztbesuch empfehlenswert, wenn nicht sogar notwendig. Je nach Reiseland stellt sich die Frage, ob und wogegen man sich impfen lassen muss. Impfungen können wirksam und nebenwirkungsarm vor vielen gefährlichen Reisekrankheiten schützen.

Ob eine Impfung notwendig ist, hängt letztlich von vielen verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Art und Dauer der Reise, dem Alter der Reisenden und natürlich vom Reiseziel. Woher weiß ich, gegen welche Krankheiten ich mich im Urlaubsland schützen muss? Erste Informationen zu Risikoländern bekommt man beispielsweise über die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (www.auswaertiges-amt.de). Fernreisenden sei aber dringend geraten, mindestens sechs Wochen vor der geplanten Abreise einen Arzt, am besten einen Facharzt für Reisemedizin, aufzusuchen, den Impfpass vorzulegen und sich beraten zu lassen. Der relativ lange Zeitraum vor der Abreise ist notwendig, da bei einigen Impfungen wie zum Beispiel der gegen Hepatitis A mehrmals geimpft werden muss, bis ein vollständiger Schutz hergestellt ist. Grundsätzlich gilt: Besser zu spät als nie! Insofern ist es auch noch kurz vor einem spontanen Urlaubstrip sinnvoll, den Arzt zu konsultieren. Welche Krankenkassen aktuell Reiseimpfungen erstatten, kann man zum Beispiel beim Centrum für Reisemedizin erfahren www.crm.de/krankenkassen/index.html oder direkt bei der eigenen Krankenkasse. Übrigens gibt es entgegen der landläufigen Meinung bis dato noch keine Impfung gegen Malaria, man kann aber vorbeugend Prophylaxe schlucken oder Malariame-dikamente direkt im Risikogebiet einnehmen. Gegen die meisten gefährlichen Reisekrank-heiten kann man sich mittlerweile impfen lassen, zum Beispiel gegen Diphterie, Gelbfieber, Typhus oder Meningitis.

Montezumas Rache lässt sich abwenden!

Um Reisekrankheiten vorzubeugen, sollte man außerdem bestimmte hygienische Regeln beachten, das gilt vor allem für südliche Länder. Ganz wichtig ist das regelmäßige gründliche Händewaschen, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Dadurch lässt sich die Übertragung von Keimen deutlich einschränken und das Durchfallrisiko verringern. Rei-sedurchfälle gehören wohl zu den am weitesten verbreiteten Reiseerkrankungen. Um „Montezumas Rache“ möglichst zu entgehen, empfiehlt es sich außerdem, auf Eiswürfel in Getränken und Leitungswasser zu verzichten. Stattdessen sollte man Mineralwasser in originalverschlossenen Flaschen kaufen. Unbedenkliche Getränke sind dagegen Tee und Kaffee, da sie mit erhitztem Wasser aufgegossen werden. Besondere Vorsicht ist in südli-chen Ländern bei Buffets in Hotels und Restaurants geboten, weil manche Speisen durch die Hitze schnell verderben. Generell gilt hier: Im Zweifelsfall lieber Finger weg von rohen Fleisch- und Fischspeisen, Salaten, Milchprodukten und Dressings mit Mayonnaise.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit: meine Reiseapotheke

Ein wichtiges Urlaubsutensil wird gerne vergessen: die Reiseapotheke. Je nach Reiseland und -dauer kann sie unterschiedlich umfangreich sein, eine Grundausstattung sollte man aber auf jeden Fall dabeihaben. Dazu gehören:
– Durchfallmedikamente,
– Fiebersenkendes Schmerzmittel, Fieberthermometer,
– Mittel gegen Reiseübelkeit,
– Abführmittel gegen Verstopfungen,
– Mittel gegen Magenbeschwerden,
– Wundsalbe, Desinfektionsmittel, Pflaster, Verbandsmaterial,
– Salben gegen Verstauchungen,
– Erkältungsmittel (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen),
– Sonnenschutz mit ausreichendem Lichtfaktor,
– Insektenschutz,
– Augen- und Ohrentropfen,
– Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe
– Auslandskrankenversicherung.

Um die individuell passende Reiseapotheke für den Urlaub zusammenstellen zu können, sollte man sich aber von einem Arzt und/oder Apotheker beraten lassen. Wer regelmäßig Medikamente wie zum Beispiel Antiallergika oder Blutdrucksenker einnehmen muss, darf diese auf Reisen natürlich auf keinen Fall vergessen. Die mitzunehmende Menge sollte aber unbedingt mit dem Arzt abgestimmt werden.

Nichts zu verzollen – Reisen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten

Wer verschreibungspflichtige Arzneimittel in den Urlaub mitnimmt muss wissen, dass diese mitunter verzollt werden müssen. Um Zollprobleme zu vermeiden, sollte man sich eine ärztli-che Bescheinigung besorgen die belegt, dass man auf die Medikamente angewiesen ist. Im Internet kann man sich über die Zollbestimmungen des Urlaubslandes informieren und auch der Arzt kann darüber Auskunft geben. Relativ unproblematisch ist eine Mitnahme von Be-täubungsmitteln innerhalb der Länder des Schengener Abkommens, wenn der Reisezeit-raum nicht mehr als 30 Tage beträgt. Allerdings ist auch hier eine ärztliche Bescheinigung Pflicht. Bei Ländern, die nicht zum Schengener Abkommen gehören, ist die Lage etwas komplizierter. Näheres hierzu erfährt man auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/BtM/reisen/reisen-node.html. Bei Flugreisen ist es außerdem empfehlenswert, direkt bei der Airline bzw. am Flughafen nachzufragen, welche Bestimmungen für die Mitnahme von Arzneimitteln gelten. Neben der Bescheinigung über die Notwendigkeit der Medikamente sollten sich chronisch Kranke von ihrem Arzt auch eine Bescheinigung über ihre Krankheit (mindestens auf Englisch) ausstellen lassen, da dies eine mögliche Behandlung am Urlaubsort wesentlich vereinfacht. Ein Beispiel hierfür ist der Euro-päische Notfallausweis. Auch darf der Fluggast bei Vorlage einer solchen Bescheinigung des Arztes Flüssigkeit mit in den Check-in-Bereich nehmen.

Achtung, Zeitverschiebung!

Neben den Zoll- und Sprachhindernissen gibt es noch einen anderen wichtigen Faktor, der bei der Einnahme von Dauermedikationen zu beachten ist: die Zeitverschiebung. Die optima-le Wirksamkeit eines Medikaments ist nur dann gegeben, wenn es im vorgesehenen Rhyth-mus eingenommen wird. Schon ab einer Zeitverschiebung von zwei Stunden muss dieser Rhythmus angepasst werden. Da es hier Unterschiede zwischen den Medikamenten und Wirkstoffen gibt (z. B. an Tageszeiten oder Zeitintervalle gebunden), sollte man hierzu unbedingt beim Arzt nachfragen. Wirksam sind die Medikamente auch nur dann, wenn sie während der Reise und am Urlaubsort richtig aufbewahrt werden. Pralle Sonne, überhitzte Räume und der Reisekoffer im eisigen Transportraum des Flugzeugs sind tabu. Fast alle Medikamente müssen nämlich im Temperaturbereich zwischen 8 bis 25 Grad gelagert, einige dauerhaft gekühlt aufbewahrt werden. Arzneimittel also am besten direkt im Handgepäck mitführen und am Urlaubsort in den Kühlschrank legen.

Sonnenbrand vermeiden

Sonnenbrände sind sehr unangenehm und können sogar gefährlich werden. Wer sich re-gelmäßig verbrennt, hat dadurch zum Beispiel ein höheres Hautkrebsrisiko. Auch bei uns in Deutschland kann die Sonne im Sommer sehr intensiv sein und die Haut schädigen, in südlicheren Ländern ist das Sonnenbrandrisiko natürlich noch wesentlich höher. Ob Ostsee oder Osterinseln – man sollte auf jeden Fall immer einen ausreichenden Sonnenschutz auftragen und sich nicht pausenlos den Strahlen aussetzen. Am besten meidet man die Mittagssonne ganz. Vorzuziehen sind Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und einem ausreichenden UVA- und UVB-Filter. Idealerweise cremt man sich mindestens 30 Minuten vor Beginn des Sonnenbads ein, da bei den meisten Mitteln erst ab diesem Zeitpunkt die volle Wirksamkeit garantiert ist. Ein guter Schutz gegen Sonnenbrand und Sonnenstich ist zusätzlich eine Kopfbedeckung sowie das Aufhalten im Schatten, wobei dabei nicht zu vergessen ist, dass die Sonneneinstrahlung auch dort noch sehr hoch ist. Außerdem sollte man mindestens zwei Liter Wasser am pro Tag trinken und auf Alkohol verzichten.

Vorsicht vor Moskito & Co.

Ein kleiner Stich oder Biss reicht manchmal schon aus. In einigen Urlaubsregionen können Zecken oder Mücken gefährliche Infektionskrankheiten übertragen. Typische von der Zecke hervorgerufene Krankheiten sind zum Beispiel die mit Antibiotika gut behandelbare Borreliose und die gefährlichere Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Gefahr, durch einen Zeckenbiss an der lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung (FSME) zu erkranken, besteht zum Beispiel auch in Süddeutschland und Österreich. Glücklicherweise gibt es eine Impfung gegen die Viren. Auch Stechmücken können gefährliche Krankheiten, insbesondere Tropenkrankheiten übertragen. Gegen viele der Krankheiten wie zum Beispiel Denguefieber oder Gelbfieber gibt es aber wirkungsvolle Impfmöglichkeiten. Daneben kann man sich aber auch ganz einfach und trotzdem effektiv vor den gefährlichen Plagegeistern schützen, indem man zum Beispiel helle, körperbedeckende Kleidung sowie geschlossene Schuhe trägt und nachts unter einem Moskitonetz schläft. Außerdem empfiehlt es sich, spezielle Schutzprodukte, sogenannte Repellents, auf die Haut aufzutragen. Mückensprays helfen zusätzlich dabei, die Tiere zu verjagen. Wer trotzdem gestochen wird und daraufhin Beschwerden wie zum Beispiel Übelkeit, Fieber oder Durchfall bekommt, sollte umgehend einen Arzt vor Ort konsultieren. Manchmal treten die Beschwerden auch erst später auf, wenn man schon wieder zuhause ist. Auch hier sollte man auf keinen Fall zögern und sofort einen Arzt aufsuchen. Manche der ungewollten Reisesouvenirs sind sehr bedrohlich und müssen umgehend behandelt werden. Umso wichtiger ist es, sich rasch von einem Reisemediziner untersuchen zu lassen, der sich mit exotischen Krankheiten auskennt und schnell handeln kann.

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