Regensburger Medizinerin startet mit zwei EU-Förderprogrammen in den Oktober

Prof. Dr. Denitsa Docheva, Professur für Experimentelle Unfallchirurgie an der Universität Regensburg und Leiterin des Labors für Experimentelle Unfallchirurgie, Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Regensburg, startet mit zwei Förderprogrammen der Europäischen Union in den Oktober: Zum einen finanziert der EU-Fonds für regionale Entwicklung Ziel ETZ – Freistaat Bayern – Tschechische Republik (INTERREG V Förderperiode 2014-2020) das Projekt Verbund 201 „MATEGRA: Weiterentwickelte poröse Biomaterialien funktionalisiert mit Stammzellen für eine verbesserte Osteointegration von Implantaten“ mit einem Gesamtvolumen von 800.000 Euro für drei Jahre. Das Labor für Experimentelle Unfallchirurgie von Prof. Denitsa Docheva erhält davon rund 477.000 Euro. Die Tschechischen Kooperationspartner des Projekts stammen vom Zentrum für Neue Technologien der Universität Pilsen. Zum anderen fördert die EU im Programm „Horizon 2020 –WIDESPREAD Twinning: Spreading Excellence and Widening Participation“ Prof. Denitsa Docheva und ihren klinischen Partner Prof. Dr. Peter Angele, Professur für Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Regenerative Gelenkchirurgie der Universität Regensburg und Leiter der Knie- und Knorpelchirurgie in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Regensburg, in dem EU Konsortium „Achilles: Overcoming specific weaknesses in tendon biology to design advanced regenerative therapies“ mit einem Fördervolumen von rund 250.000 Euro. An dem Konsortium beteiligt sind außerdem die Universität Do Minho in Portugal, die National University Ireland Galway und die Mayo Clinic, Rochester, Minnesota, USA.

Das MATEGRA Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung, Optimierung und Erprobung neuer Arten von biokompatiblen Oberflächen von Titanimplantaten zur verbesserten Osteointegration und Knochengewebehaftung. Hierfür bilden das Research Center – New Technology (NTC) als Teil der Universität West Bohemia (UWB) und die Unfallchirurgie von Universität und Universitätsklinikum Regensburg eine gemeinsame wissenschaftliche Forschungsplattform. Das Forschungsziel des Projekts ist es zunächst, verschiedene Titan-Oberflächen mit bioaktiven Nanopartikeln zu produzieren, welche das Knochenwachstum anregen sollen. Nach der Kultivierung von primären und genetisch markierten Skelettzellen folgen detaillierte Biokompatibilitätsanalysen sowie die Prüfung der neuen Materialien für klinisch relevante Modelle zur Knochenreparatur.

Der Schwerpunkt des Konsortiums Achilles liegt auf der Verbesserung des Tissue Engineering, d. h. der Gewebekonstruktion, von Sehnen. Ziel des Tissue Engineering von komplexen biologischen Einheiten ist die Wiederherstellung eines Gewebes, das möglichst originalgetreu ist. Dieses Forschungsgebiet erfordert die Kombination sehr unterschiedlicher Wissensbereiche innerhalb eines Kompetenznetzwerkes in welchem die Forscherinnen und Forscher aus Regensburg, Galway und Rochester die Koordinatoren aus Portugal unterstützen, um dort die Forschungs- und Innovationsbereiche der fortgeschrittenen Therapien für Sehnenerkrankungen zu stärken. Durch seine langjährige Expertise in der Zell- und Molekularbiologie sowie der Gentherapie im Bereich der Sehnen, wird das Team um Prof. Dr. Docheva beratend zur Seite stehen und Technologie Transfer nach Portugal leisten.

Prof. Dr. Denitsa Docheva
Denitsa Docheva schloss die Studiengänge Biologie und Chemie in Plovdiv (Bulgarien) mit dem Master ab. Danach erhielt sie ein PhD Stipendium am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Ab 2005 arbeitete sie an der Medizinischen Fakultät der LMU München, wo sie 2012 im Fach Experimentelle Chirurgie habilitierte. Im September 2016 wurde sie zur Professorin für Experimentelle Unfallchirurgie an der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Regensburg ernannt. In ihrem Labor werden die Grundlagen und Zusammenhänge von Erkrankungen des Bindegewebsapparates erforscht. Die Suche nach Erklärungen und Lösungen für klinische Probleme werden mit unterschiedlichen experimentellen Strategien in einem multidisziplinären Team angegangen. Der Hauptbereich ist die regenerative Medizin des Bindegewebes mit dem Hauptziel, das therapeutische Potential der Stammzellen freizusetzen.

ETZ – Freistaat Bayern – Tschechische Republik
Die Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ) ist ein Ziel im Rahmen der EU-Strukturförderung, das aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird. Sie ist in drei Stränge gegliedert: Die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit. In der Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt die Europäische Union rund sechs Milliarden Euro für grenzübergreifende Zusammenarbeit zur Verfügung. Weitere Information unter: https://www.by-cz.eu/aktuelles/

H2020 – WIDESPREAD Twinning- Spreading Excellence and Widening Participation
Horizont 2020 WIDESPREAD führt spezifische Maßnahmen zur Verbreitung von Exzellenz und zur Ausweitung der Beteiligung durch engagierte Organisationen verschiedener Länder ein, die sich für die Forschungs- und Innovationsbemühungen der EU einsetzen. Weitere Information unter: https://ec.europa.eu/research/participants/portal/desktop/en/opportunities/h2020/calls/h2020-widespread-2018-2020.html.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Denitsa Docheva
Leiterin des Labors für experimentelle Unfallchirurgie
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie
Universitätsklinikum Regensburg
Telefon: 0941 943-1605
E-Mail: denitsa.docheva@ukr.de

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