„Reaktorhavarie in Japan“ – Nuklearmediziner treffen sich zum Informationsaustausch

Mit Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Reiners und Herrn Prof. Dr. Dr. Herwig Paretzke ist es gelungen, zwei hochkarätige Experten der Strahlenunfallforschung zu gewinnen, die seit Beginn die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erforschen und ihre Erfahrungen in Bregenz an ihre Kollegen weitergeben werden. Herr Professor Reiners ist ein früheres Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Bei seiner Erforschung der Folgen des Tschernobyl-Unfalls hat er sich insbesondere mit strahleninduzierten Tumoren beschäftigt. Er war Vorsitzender der Strahlenschutzkommission (SSK) und ist inzwischen Mitglied des Krisenstabs der SSK. Zudem unterhält er intensive wissenschaftliche Kontakte nach Japan. Erst vor wenigen Wochen hat er an einem WHO-Meeting in Nagasaki teilgenommen, auf dem die neuesten Daten von Nachuntersuchungen der Überlebenden der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki vorgestellt wurden. Mit Herrn Professor Paretzke konnte ein Experte gewonnen werden, der sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen niedriger Strahlenexpositionen auf Menschen, Tiere und Pflanzen beschäftigt. Gemeinsam mit Herrn Professor Reiners hat er Forschungsprojekte zu den Folgen von Tschernobyl durchgeführt und deren Ergebnisse publiziert.

Die Veranstaltung wird am Samstag, den 16. April 2011 stattfinden. Die Nuklearmediziner erhalten hier die Gelegenheit, sich mit Blick auf nuklearmedizinische Fragestellungen über die Auswirkungen der Reaktorhavarie in Japan zu informieren und aus kompetenter Quelle mehr über die Lage in Japan, ihre Konsequenzen für Europa und für sie relevante Untersuchungsergebnisse zu erfahren.

Der medizinische Einsatz von radioaktiven Substanzen, die Beschäftigung mit Strahlenfolgen und – besonders aktuell – der Strahlenschutz sind die Kerngebiete der Nuklearmedizin. Das Fachgebiet Nuklearmedizin bietet in vielen Bereichen der Medizin Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. Am bekanntesten ist vielleicht die Schilddrüsendiagnostik und -therapie. Doch auch in der Krebsbekämpfung, bei Herzkrankheiten, der Untersuchung des Gehirns und des Zentralen Nervensystems sowie bei Rheuma und Skelettkrankheiten spielt die Nuklearmedizin eine entscheidende Rolle. Immer kommen hier radioaktive Arzneimittel zum Einsatz, die es ermöglichen, den Stoffwechsel zu visualisieren, ohne in ihn einzugreifen.

Die Dreiländertagung NuklearMedizin 2011 findet vom 13. bis 16. April im Festspielhaus Bregenz am Bodensee statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress – für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, – einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie einer großen, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die Dreiländertagung zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2011 stehen auf der Kongresshomepage zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
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Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de
www.nuklearmedizin.de

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