Rauchverbote wirken: Herzinfarktrate geht zurück

Die Schweizer Studie verglich die Häufigkeiten von Herzinfarkten (STEMI) im Kanton Tessin vor und nach der Einführung des Rauchverbots an öffentlichen Orten im April 2007 und verglich die Werte mit jenen aus dem Kanton Basel Stadt, wo es zu diesem Zeitpunkt kein Rauchverbot gab. Im Kanton Tessin war die durchschnittliche Anzahl der jährlichen Krankenhausaufnahmen wegen STEMI signifikant höher während der drei Jahre vor Einführung des Rauchverbotes als die Anzahl der Aufnahmen während der drei Jahre nach Einführung des Verbotes. Im Kanton Basel Stadt wurde in dieser Zeit kein vergleichbarer Effekt beobachtet. „Unsere Arbeit zeigt eine rasche, signifikante Langzeit-Reduktion in den Hospitalisierungen aufgrund eines STEMI in der Bevölkerung des Kantons Tessin nach Einführung des Rauchverbotes an öffentlichen Orten, mit einer mittleren Reduktion von 20,9 Prozent während der ersten drei Jahre nach Gesetzeseinführung“, so Studienautor Dr. Marcello Di Valentino vom Ospedale San Giovanni in Bellinzona, Schweiz.

Zu ähnlichen Ergebnissen war unter anderem auch eine deutsche Studie gekommen, die nach der Einführung der Nichtrauchergesetze in Bremen in den Jahren 2008 bis 2010 bei Nicht- bzw. Passivrauchern einen Rückgang von STEMIs um 26 Prozent, bei Rauchern um vier Prozent, und in der Gesamtgruppe um 16 Prozent fand.

„Eine immer größere Zahl von Studien zeigt, dass Nichtrauchen sehr positive Auswirkungen hat, besonders auch was die Vermeidung von Passivrauchen betrifft. Deshalb sollte aus kardiologischer Sicht der Weg der Rauchverbote und des Nichtraucherschutzes in öffentlich zugänglichen Orten konsequent weiter gegangen werden sollte“, kommentiert der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Prof. Dr. Eckart Fleck (Deutsches Herzzentrum Berlin).

Quelle: ESC Abstract 101 – Long-term implications on the incidence of ST-Elevation Myocardial Infarction after implementation of a public smoking ban: a comparison between cantons in Switzerland

Kontakt:
Pressesprecher der DGK
Prof. Dr. Eckart Fleck
E-Mail: presse@dgk.org
B & K Kommunikationsberatung, Dr. Birgit Kofler: Mobil: 0043 676 6368930;
Büro Berlin: 030 700159676

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