Rauchfrei-Siegel für „In aller Freundschaft“

„In aller Freundschaft“ ist die erfolgreichste Ärzteserie im deutschen Fernsehen. Seit 1998 begeistern die inzwischen über 540 Folgen durchschnittlich 6,2 Millionen Zuschauer bundesweit. Doch die Serie ist nicht nur beliebt, sie hat auch eine Vorbildfunktion: “In aller Freundschaft“ verzichtet konsequent auf rauchende Darsteller. Dafür wurde die Serie jetzt mit dem „Rauchfrei-Siegel“ des AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN ausgezeichnet. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, übergab das Siegel heute, am 13. Dezember 2011, an die Darsteller.

„‘In aller Freundschaft‘ trägt dazu bei, das Nichtrauchen als gesellschaftlichen Normalzustand darzustellen. Das ist keine Selbstverständlichkeit im deutschen Fernsehen“, sagte Fritz Pleitgen bei der Übergabe des Siegels an die TV-Serie in Leipzig. „Heute können Sie immer noch rauchende Schauspieler in allen erdenklichen Rollen und Situationen täglich auf dem Bildschirm sehen. ‚In aller Freundschaft‘ ist dagegen vorbildlich und realitätsnah. Denn mehr als zwei Drittel aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes sind Nichtraucher. Das medizinische Umfeld der TV-Serie ist zudem von großer Bedeutung, weil für viele Menschen Ärzte und auch Krankenschwestern Vorbilder für ein gesundes Leben sind.“

 „Wir freuen uns sehr über diese erneute Auszeichnung einer unserer erfolgreichen Serien“, sagte Jana Brandt, MDR-Fernsehfilmchefin. „Bereits 2009 erhielt unsere Kinderserie „Schloss Einstein“ dieses Lob vom AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN. Wir werden auch künftig sorgfältig darauf achten, dass Charaktere und ihre Darsteller in unseren Filmen sich ihrer Vorbildwirkung bewusst sind.“ „Ich freue mich über den Preis, beweist er doch wieder einmal, dass unsere Serien mitten in der Gesellschaft stehen und sich mit dem realen Leben auseinandersetzen“, fügte Hans-Werner Honert von der Saxonia Media hinzu.

Die Ärzteserie „In aller Freundschaft“ wird immer dienstags um 21:00 Uhr im Ersten ausgestrahlt und  von der Saxonia Media im Auftrag des MDR und der ARD/DEGETO produziert. Die Serie erzählt vom Alltag in der Sachsenklinik: Die Protagonisten bewegen sich zwischen Notaufnahme, Intensivstation, Ärztezimmer und Cafeteria. Das Erfolgsrezept der Serie ist die lebensnahe Darstellung von Patientenschicksalen und des Privatlebens der Protagonisten nach Dienstschluss.

„All das geht ohne Zigaretten“, sagte Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Sprecher des AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN. Eine Vielzahl von Studien aus den USA, Mexiko, Hong-Kong und Deutschland belegt, dass das Rauchen in Film und Fernsehen insbesondere Kinder und Jugendliche zum Nachmachen verführt. Die Gesundheitsorganisationen des AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN fordern daher einen effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor rauchenden Darstellern in Film und Fernsehen. „Nach wie vor gibt es in Deutschland leider eine Vielzahl von TV- und Filmproduktionen, in denen trotz des gesetzlichen Werbeverbotes Schleichwerbung für Zigaretten vorkommt. Im deutschen Fernsehen wird häufiger geraucht als im Fernsehprogramm anderer Nationen“, so Prümel-Philippsen.

Mit der Verleihung des „Rauchfrei-Siegels“ wollen die Deutsche Krebshilfe und das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN bei Sendern und Produktionsfirmen ein Umdenken anregen, damit in Film- und Fernsehproduktionen zukünftig nicht mehr geraucht wird.

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.krebshilfe.de und http://www.abnr.de/.

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN – Zahlen, Daten, Fakten

Der Tabakkonsum ist hierzulande das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. In Deutschland raucht ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung (30,1 Prozent). Das entspricht etwa 24 Millionen Menschen. Mit verheerenden Folgen: Zigarettenrauchen führt in Deutschland jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr sterben etwa 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN ist ein Zusammenschluss namhafter Organisationen des Gesundheitswesens in Deutschland. Es wurde mit dem Ziel gegründet, Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitsgefahr „Rauchen“ auf politischer Ebene anzuregen, zu fördern und zu begleiten. Folgende Organisationen bilden das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN: Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, Bundesärztekammer, Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe und Deutsche Lungenstiftung.

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