Qualität braucht einen Rahmen

Nach einer zweijährigen Erprobungszeit wurde jetzt in einer Abschlusstagung in Berlin der „Anforderungs- und Qualifikationsrahmen für den Beschäftigungsbereich der Pflege und persönlichen Assistenz älterer Menschen“ einer Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Das Projekt wird von der Fachhochschule Bielefeld in Kooperation mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) in Köln durchgeführt. Es hat eine Laufzeit bis Ende 2013 und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Die Projektergebnisse und die hieraus resultierenden Konsequenzen für den Beschäftigungs- und den Bildungsbereich wurden gemeinsam diskutiert. Die projektbeteiligten Einrichtungen der Altenpflege bereicherten die Veranstaltungsbeiträge durch Erfahrungsberichte zum Einsatz der Verfahren für Personal- und Teamentwicklungsprozesse, die ebenfalls im Projektverlauf auf der Grundlage des Anforderungs- und Qualifikationsrahmens entwickelt und er-probt worden sind.

Der sektorale und aus der Sicht der Pflege entwickelte „Anforderungs- und Qualifikationsrahmen für den Beschäftigungsbereich der Pflege und persönlichen Assistenz älterer Menschen“ nimmt eine in dieser Form bislang einmalige Beschreibung von Verantwortungs- und Aufgabenbereichen einerseits und dem hierzu benötigen Wissen und Können andererseits in einer konsistenten Stufung über acht voneinander abgrenzbare Qualifikationsniveaus vor. „Wir freuen uns, dass sich die von uns unter Einbeziehung vieler Expertinnen und Experten formulierten Annahmen in der empirischen Überprüfung in bundesweit 18 Einrichtungen der Altenhilfe grundsätzlich bestätigt haben“, betonte Projektleiterin Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal von der Fachhochschule Bielefeld. Sie betont, dass der in den Jahren 2008 bis 2011 zunächst als Entwurf konzipierte Anforderungs- und Qualifikationsrahmen in seiner nun validierten und revidierten Form und mit den zusätzlich entwickelten Materialien eine wesentliche Unterstützung für Personal- und Teamentwicklungsprozesse in den Einrichtungen der Altenpflege im Interesse einer qualitätsgesicherten Versorgung älterer Menschen darstellt.

Der „Anforderungs- und Qualifikationsrahmen“ sowie die weiteren Projektergebnisse liefern auch Impulse für den Bildungsbereich. Prof. Gertrud Hundenborn, Projektleiterin im dip, sagte: „Die Projektergebnisse verweisen auf die Bedeutung von standardisierten Bildungsgängen, insbesondere in den Bereichen der Helferqualifizierung sowie der Weiterbildungen.“ Sie betonte die Orientierungsfunktion des „Anforderungs- und Qualifikationsrahmen für den Beschäftigungsbereich der Pflege und persönlichen Assistenz älterer Menschen“ für die Entwicklung von Richtlinien und Curricula in der Altenpflegequalifizierung.

Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. hat seit dem Jahr 1999 mehr als 80 Studien und Projekte für Ministerien, Einrichtungen und Träger sowie Verbände durchgeführt. Zum Angebot des dip gehört das gesamte Spektrum der Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beratung, wissenschaftlichen Begleitung und Gutachtenerstellung im Pflege- und Gesundheitswesen. Es ist ein Institut an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

Kontakt:
Peter Scheu, Telefon: 0221 / 4 68 61 – 41, E-Mail: p.scheu@dip.de

(Veröffentlichung frei, Beleg erbeten, Bildmaterial wird zur Verfügung gestellt)

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