Psychosoziale Therapien verbessern: Projekt IMPPETUS startet am 1. März

Psychosoziale Therapien zielen vor allem darauf ab, soziale Fähigkeiten zu stärken und dadurch Patient*innen zu unterstützen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die am Projekt IMPPETUS (kurz für Implementierung der Patientenleitlinie Psychosoziale Therapien für Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen) beteiligten Forscher*innen untersuchen die aktuelle psychosoziale Versorgung von Patient*innen mit schweren affektiven und schizophrenen Störungen. Sie erfassen so das Angebot an psychosozialen Therapien in Bayern und prüfen, ob es den Leitlinien-Vorgaben gerecht wird. Sogenannte Patientenleitlinien informieren Betroffene über die verschiedenen Therapieangebote und helfen ihnen, ihre Behandlung besser zu verstehen.

Das Projekt IMPPETUS sieht die Befragung von etwa 500 Patient*innen und deren Angehörigen in zehn bayerischen Kliniken vor. Hierbei soll untersucht werden, wie gut diese über psychosoziale Versorgungsangebote informiert sind oder welche Erfahrungen sie mit entsprechenden Angeboten gemacht haben. „Uns interessiert besonders, ob eine bessere Information über Patientenleitlinien den Grad der Selbstbestimmung, die Lebensqualität und die Behandlungszufriedenheit der Betroffenen verbessern kann“, erklärt Projektleiter und Diplom-Psychologe PD Dr. Markus Kösters von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II. „Dazu diskutieren wir gemeinsam in Gruppen mit den Patientinnen und Patienten, aber auch mit ihren Angehörigen.“ Das Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) für drei Jahre mit insgesamt circa 2,7 Millionen Euro gefördert.

Finden sich psychiatrische Patient*innen besser im Alltag und Berufsleben zurecht, könnten auf lange Sicht stationäre psychiatrische Leistungen vermieden werden und so auch die direkten und indirekten Kosten psychiatrischer Erkrankungen sinken. „Das Ziel des Projekts IMPPETUS ist in erster Linie, eine noch bessere Versorgung von Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen sicherzustellen“, sagt Dr. Markus Kösters. „Dass unsere Arbeit für drei Jahre und fast drei Millionen Euro gefördert wird, ist für uns ein großer Erfolg und zeigt, wie wichtig sie ist.“

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Bei Interesse an der Studie oder einer Studienteilnahme wenden Sie sich bitte an:
PD Dr. Markus Kösters, 08221 96 29209, markus.koesters@uni-ulm.de

Scroll to Top