Prüfungen als Lehraufgaben anerkennen

Nach der 2003 in Kraft getretenen neuen Approbationsordnung für Ärzte nimmt der praktische Unterricht mehr Zeit in Anspruch als Vorlesungen. Der Bundesgesetzgeber verlangt aber auch erheblich mehr praktisch-mündliche Prüfungen zum Nachweis fächerübergreifender Kenntnisse als früher. Hinzu kommen aktuelle Forderungen aus der Politik zur Steigerung von Studienanfängerzahlen. Eine entsprechende Erhöhung der Anzahl prüfungsberechtigter Hochschullehrer ist allerdings nicht vorgesehen. „Solche Veränderungen treffen die vorklinischen Fächer im Ersten Abschnitt der Staatsprüfungen besonders. Einzelne Hochschullehrer müssen bereits heute fünfzig Prozent mehr Prüfungsleistungen erbringen. Beim Zweiten Abschnitt dürfen immerhin auch externe Fachärztinnen und -ärzte, z. B. für Allgemeinmedizin oder andere Fachgebiete, als Prüfer benannt werden. Obwohl die niedergelassenen Partner nicht Angehörige der jeweiligen Universität sind, können sie so auch zur Stärkung ihrer Fächer in der Hochschullehre beitragen”, erläutert der MFT-Präsident Dieter Bitter-Suermann.

„Die insgesamt massiv angestiegenen zeitlichen und personellen Vorgaben führen jedoch zu einer enormen Belastung aller Beteiligten. Auch den Studierenden tut man mit langen Prüfzeiten keinen Gefallen. Oftmals ist ein Leistungsabfall zum Ende der Prüfung hin zu beobachten. Die Prüfer selbst sind stundenlang zu einem doppelten Beisitz gezwungen. Beim Zweiten Abschnitt stellt darüber hinaus die stark erhöhte Zahl der klinischen Pflichtfächer ein gravierendes Problem dar”, sagt Bitter-Suermann.

In einem abgestimmten Positionspapier sprechen sich die Anatomische Gesellschaft, die Deutsche Physiologische Gesellschaft, die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie sowie der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und dem MFT für eine kapazitätsrechtliche Anerkennung der Prüfungstätigkeit als Teil der Lehre aus. Das Positionspapier kann unter www.mft-online.de in der Rubrik MFT-Aktuell/MFT-Telegramm abgerufen werden.

Ansprechpartnerin:
Verena Wirwohl – Ass. iur. –
MFT – Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: 030/6449 8559 -15, Mobil: 0176/50197074, Fax: -11
E-Mail: wirwohl@mft-online.de

Belegexemplar erbeten

Der MFT vertritt die Interessen der 36 Medizinischen Fakultäten Deutschlands: www.mft-online.de
(idw, 07/2010)

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