Projektarbeit gewinnt immer höheren Stellenwert im Studium: Tag der Informatik an der Hochschule Augsburg

Bei Karies denken die meisten an Zahnarzt und Bohrer. Ein Projektteam von Studierenden der Hochschule Augsburg denkt dabei vor allem an medizinisch-bildgebende Verfahren. Unter Anleitung von Prof. Dr. Peter Rösch haben die Nachwuchs-Informatiker in einem Projektseminar im sechsten Semester daran gearbeitet, die computergestützte Erkennung von Karies zu verbessern.

Assistenzsoftware für den Zahnarzt

Die Thematik „Caries Detection“ weckt auch im Ausland hohes Interesse. Laut Student Thomas Gschossmann, liegt unter anderem eine Anfrage aus Manchester vor. „Wir wollen nicht den Zahnarzt ersetzen, aber unsere Assistenzsoftware soll eine Hilfe sein, um Karies besser erkennen zu können.“ Ziel sei es, dass der Computer nach entsprechender Auswertung eines Röntgenbildes Vorschläge macht, an welcher Stelle die Wahrscheinlichkeit für eine krankhafte Stelle am Zahn sehr hoch ist. Projektteilnehmer Thomas Rothörl schildert einen weiteren Vorteil des Verfahrens: „Es ist als freie Software gedacht, die der Forschung und interessierten Kliniken kostenlos zur Verfügung stehen soll.“ Bis es soweit ist, gebe es aber noch so manche Sackgasse zu überwinden.

Breit gefächertes Themenspektrum

33 Studenten-Teams aus den Studiengängen Informatik und Wirtschaftsinformatik hatten am „Tag der Informatik 2010“ die Gelegenheit ihr breit gefächertes Themenspektrum vorzustellen. Es reicht von der Simulation einer Meteoriten-Flugbahn, über die Entwicklung von Knowledge Management Tools bis hin zur Vereinfachung und Optimierung von studentischen Verwaltungsabläufen in der Hochschule selbst. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten die vorgestellten Arbeiten aus dem Fachgebiet „Informatik und Umwelt“. Hier hatten sich Studierende der Hochschule Augsburg unter anderem mit Projekten wie Gebäude Nutzwertanalyse, Öko-Geldautomat und E-Spar-Arbeitsplatz auseinandergesetzt.

Studierende lernen, unter Zeitdruck zu arbeiten

Der Umfang an präsentierten Projekten hat sich im Vergleich zu den Vorjahren annähernd verdoppelt. „Wir haben durch die neuen Bachelorstudiengänge die Projektarbeiten im Vergleich zu früher noch mehr ausgeweitet. Ab dem vierten Semester, kann man sagen, besteht durchgängig die Möglichkeit mit der Industrie oder anderen Auftraggebern praxisnah zusammenzuarbeiten“, erklärte Dekan Prof. Dr. Nik Klever. Für die Studierenden sei dadurch die Arbeitsmotivation sehr hoch. Sie müssten lernen, unter Zeitdruck zurecht zu kommen und Hürden im Team zu überwinden. Dipl.-Inf.Gertraud Matzke sagt: „Mit den Projektarbeiten wollen wir den Studierenden den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Teamarbeit ist gerade in unserer Branche sehr typisch.“ Die Studierenden müssten lernen, Aufgabenverteilung, Terminierung und schließlich auch die Projektpräsentation eigenverantwortlich zu organisieren.

Projektarbeit über die Grenzen hinweg

Für manche Studierenden kommt sogar noch die besondere Herausforderung dazu, das Ganze mit einem Auslandsaufenthalt zu verbinden. Seit rund einem Jahr gehen Teams auch in internationale Projekte. So war auch in diesem Frühjahr eine Gruppe aus dem Studiengang Wirtschaftsinformatik an der VIA University im dänischen Horsens, einer Partnereinrichtung der Hochschule Augsburg. Dort haben die Studierenden in Zusammenarbeit mit der Firma Vestas Dänemark ein iDoc Selection Tool im SAP R/3 System des Unternehmens entwickelt. „Zielsetzung war die Optimierung des Warenwirtschaftssystems“, so Timo Matz. „Für mich war es vor allem eine Herausforderung, auf Englisch Präsentationen zu halten.“ Die Möglichkeit zur Durchführung von Projekten im Ausland möchte die Fakultät für Informatik nach eigenen Angaben noch weiter ausbauen.

Einen Überblick über alle weiteren Projekte finden Interessierte unter:
<www.hs augsburg.de/hochschule/fakultaet/informatik/projekte/ss2010/projekttag_2010/index.html>
(idw, 07/2010)

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