Professor Michael Baumann übernimmt Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO)

Baumann übernimmt das Amt von Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Lübeck. Der neue Vorstand wurde im Rahmen der 19. Jahrestagung der DEGRO in Berlin gewählt und wird bis 2015 amtieren.Als neuer Präsident möchte sich Professor Baumann für die Interessen aller Radioonkologen in Klinik und Praxis engagieren und die Zusammenarbeit in Netzwerken und Forschungsverbünden stärken. Die Zusammenarbeit aller an der Behandlung von Krebspatienten Beteiligten ist für den Dresdener Mediziner und Forscher ein zentrales Anliegen. Die Strahlentherapie ist eine der drei Säulen der Krebsbehandlung. „Bei bestimmten Krebserkrankungen, wie beispielsweise beim Prostatakarzinom, ist die Strahlentherapie der Operation absolut gleichwertig oder sogar in Bezug auf die Langzeitfolgen möglicherweise überlegen“, erläutert Professor Baumann. „Unsere Forschungsbemühungen gehen seit Jahren in die Richtung, verschiedene Fachdisziplinen wie Radioonkologie, Medizinphysik, Strahlenbiologie und Molekularbiologie zu kombinieren. Damit lässt sich die Strahlentherapie immer weiter verbessern und ist letztendlich noch schonender und individueller auf den einzelnen Patienten zugeschnitten.“ In der Zukunft gelte es noch stärker als bislang üblich, bei jedem Einzelfall zu entscheiden, welcher Tumor besser durch eine Operation, welcher durch eine Bestrahlung oder durch die Kombination beider Verfahren und welcher durch eine Radio-Chemotherapie behandelt werden sollte.

Baumann, Jahrgang 1962, studierte von 1982 bis 1988 Humanmedizin an der Universität Hamburg, wo er 1988 auch promovierte. Im Anschluss daran ging der Mediziner an die Harvard University, USA, um danach seine Facharztweiterbildung zum Strahlentherapeuten in Hamburg zu absolvieren und sich dort 1994 zu habilitieren. Professor Baumann wechselte 1995 an die TU Dresden und baute dort ein Forschungszentrum für Experimentelle Strahlentherapie und Strahlenbiologie auf, das sich mit der Erforschung der Rolle von Krebsstammzellen, gezielter Molekulartherapie, Bioimaging und Biomarker für die Radiotherapie befasst. 2001 wurde er zum Professor für Radioonkologie an der TU Dresden berufen, 2003 wurde er Gründungsdirektor des Dresdner Comprehensive Cancer Center und später Sprecher des Zentrums für Innovationskompetenz für Strahlenforschung in der Onkologie– OncoRay. Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, Dresden ist Professor Baumann seit 2010.

Der neue DEGRO-Präsident ist zudem Direktor des Instituts für Radioonkologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und Leiter des Partnerstandorts Dresden des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung – DKTK. Baumann forscht vor allem auf dem Gebiet der Strahlentherapie intrathorakaler Tumoren und über Tumorstammzellen, molekulare Medikamente, neue Strahlenarten und Bioimaging für die Verbesserung der Strahlentherapie maligner Tumore.

Dem neuen Vorstand der DEGRO gehört darüber hinaus als erster Vizepräsident Professor Dr. med. Dr. Jürgen Debus (49), Universität Heidelberg an. Zweiter Stellvertreter wird turnusgemäß Professor Dr. med. Jürgen Dunst (54), Lübeck. Als Schatzmeister wurde Professor Dr. med. Oliver Kölbl (48), Regensburg und als Schriftführer Professor Dr. med. Wolfgang Hoffmann (54), Braunschweig wiedergewählt. Die neugewählten Beisitzer sind Professor Dr. med. Stefan Höcht (53), Saarlouis/Saarbrücken, Professor Dr. med. Klemens Zink (56), Gießen und Professor Dr. med. Nils Cordes (44), Dresden. Kongresspräsident 2014 wird Professor Dr. med. Wilfried Budach (55) aus Düsseldorf sein. Professor Dr. med. Normann Willich (66) aus Münster bleibt Geschäftsführer der DEGRO.

Zur Strahlentherapie:
Die Strahlentherapie ist eine lokale, nicht-invasive, hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomografie ermöglichen eine exakte Ortung des Krankheitsherdes, sodass die Radioonkologen die Strahlen dann zielgenau auf das zu bestrahlende Gewebe lenken können. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

Kontakt für Journalisten:
Dagmar Arnold
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V.
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70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931656-380
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