Prof. Ulrike Stein mit Monika-Kutzner-Preis für Krebsforschung ausgezeichnet

Prof. Stein entdeckte zusammen mit Prof. Peter M. Schlag (Charité und MDC) und Prof. Walter Birchmeier (MDC) das Gen auf Chromosom 7 und beobachtete, dass es nicht nur das Krebswachstum, sondern auch die Metastasenbildung fördert. Das Gen trägt deshalb die Bezeichnung MACC1 (engl. für Metastasis-Associated in Colon Cancer 1 – mit Metastasen bei Dickdarmkrebs assoziiertes Gen). Prof. Stein und ihre Kollegen konnten zeigen, dass Patienten mit niedriger Aktivität von MACC1 eine günstigere Lebenserwartung haben als Patienten mit hohen MACC1-Werten.

Erstmals eröffnete sich damit die Möglichkeit, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, ob ein Dickdarmtumor zur Metastasenbildung neigt. Zugleich gelang es Prof. Stein, die wesentlichen molekularen und zellbiologischen Mechanismen aufzuklären und zu zeigen, wie MACC1 die Metastasierung des Tumors auslöst. Derzeit arbeitet sie daran, die Metastasenbildung mit MACC1-Hemmern zu blockieren. Ziel ist die Behandlung von Patienten mit Dickdarmkrebs, die ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Metastase haben.

Ulrike Stein studierte in Halle Biochemie (1979-1984) und war danach bis 1991 am Zentralinstitut für Krebsforschung in Berlin-Buch tätig. Nach ihrer Promotion 1991 an der Humboldt-Universität zu Berlin qualifizierte sie sich zur Fachbiochemikerin der Medizin, war von 1992/93 am neu gegründeten MDC Post-Doktorandin und ging von 1994/95 an das National Cancer Institute, Frederick, MD, USA, mit dem sie seit dieser Zeit bis heute eng zusammenarbeitet. Nach ihrer Rückkehr 1996 aus den USA leitete sie verschiedene Arbeitsgruppen am MDC sowie in der damaligen Robert-Rössle-Klinik für Krebsforschung und ist seit 2007 am ECRC. 2003 habilitierte sie sich im Fach Biochemie. 2009 wurde sie zur Außerplanmäßigen Professorin der Charité Universitätsmedizin Berlin ernannt.

Barbara Bachtler
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