Prof. Roland Kaufmann beendet eines seiner „Zwillingsämter“

„Ein halbes Dutzend Redner wollen dem Mann danken, der über zehn Jahre die Geschicke des Uniklinikums maßgeblich lenkte.“ so schreibt die Frankfurter Rundschau über die Ehrensitzung für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden und fährt fort: „Und alle sind sie wieder da, die von früher, als Roland Kaufmann, der auch Leiter der Dermatologie am Klinikum war und ist, Ärztlicher Direktor wurde.“ Die Bildzeitung nennt ihn den „Weg-Bleiber“ und führt aus: „Schluss mit der Doppelbelastung! Er geht. Aber nicht ganz. Er bleibt auch…“ An anderer Stelle, nämlich in der FAZ heißt es: „Eigentlich wollte er nur eine Amtszeit als Ärztlicher Direktor der Uniklinik absolvieren“, doch „daraus wurden schließlich mehr als zehn Jahre.“ Die Frankfurter Neue Presse weiß zu berichten: „In seine Amtszeit fällt auch der Beginn des umfassenden und noch nicht abgeschlossenen Aus- und Umbaus der Uniklinik“, um nur eine Großleistung von Prof. Kaufmann zu erwähnen.

Nach zehn Jahren im Amt des Ärztlichen Direktors und Vorstandsvorsitzenden des Klinikums der J.W. Goethe-Universität wurde Prof. Roland Kaufmann am 22. September 2010 in einer Sondersitzung der Frankfurter Medizinischen Gesellschaft (FMG) geehrt. Prof. Frank Grünwald, Vorstandsvorsitzender der FMG, begrüßte den Ärztlichen Direktor sowie die versammelten Gäste und Laudatoren aus Medizin und Politik. In Rede, Bild und Film würdigten Prof. Kaufmanns ehemalige und aktuelle Weggefährten auf anerkennende und unterhaltsame Weise dessen verdienstvolles Nebenamt.

In einer kurzweiligen Laudatio berichtete Prof. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität, von der intensiven Zusammenarbeit zwischen seinem Fachbereich Medizin und der Ärztlichen Direktion des Universitätsklinikums. Er ging auf die vielfältigen Aufgaben und Verantwortungen eines Ärztlichen Direktors ein, was er in seiner Präsentation mit bisweilen sehr humorvollen Bildern und Animationen illustrierte. „Prof. Kaufmann hat – ganz Eidgenosse – mit seinem diplomatischen und konsensorientierten Führungsstil stets dafür gesorgt, dass im Vorstand des Universitätsklinikums besonnene und zukunftsweisende Entscheidungen getroffen wurden. Hierfür bin ich ihm über die Maßen dankbar.“ so der Dekan.

„Eigentlich haben wir nur zweieinhalb Jahre zusammengearbeitet. Doch diese schöne Zeit kam mir viel länger vor.“ so Dipl.-Volkswirtin Irmtraut Gürkan, bis 2002 langjährige Kaufmännische Direktorin des Klinikums. Sie schilderte in ihrer Rede die Veränderungen der gesundheitspolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, die in Prof. Kaufmanns Amtszeit fielen. Sie lobte besonders die großen Visionen, die Prof. Kaufmann mit in sein Amt brachte und von Anfang an umsetzte.

Prof. Joachim-Felix Leonhard, hessischer Staatssekretär a.D. und ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats des Klinikums, konnte von Prof. Kaufmanns Engagement bei der Erarbeitung und Umsetzung des so genannten Masterplans berichten. Dieser Maßnahmenkatalog, den das Universitätsklinikum zusammen mit dem Wiesbadener Ministerium für Wissenschaft und Kunst entwickelte, soll das Klinikum erfolgreich in die nächsten Jahrzehnte führen. Doch auch von ganz anderen Leistungen wusste Prof. Leonhard Zeugnis abzulegen: „Er ist stets fair, ausgleichend und kollegial. Das durfte ich auch erleben, als meine Offenbacher Kickers gegen seine Frankfurter Eintracht haushoch verloren. Im Stadion am Bieberer Berg wusste er mir glaubhaft und hilfreich Trost zu spenden.“

Aus der Sicht eines Chefarztes sprach Prof. Klaus-Henning Usadel, ehemaliger Direktor der Medizinischen Klinik I des Zentrums der Inneren Medizin. Er hatte einst Prof. Kaufmann zur Übernahme des Amtes als Ärztlicher Direktor bewegt. Prof. Usadels anfängliche Bedenken, er habe seinen Kollegen womöglich zu einer allzu großen Last überredet, waren rasch verflogen: „Ich war überrascht, mit welcher Portion Freude und Elan Prof. Kaufmann all die Jahre diese enorme Verantwortung trug.“ so Usadel.

Prof. Christian Ohrloff, Direktor des Zentrums der Augenheilkunde, schilderte nicht nur, dass Prof. Kaufmann gleich in mehrfacher Hinsicht ein Zwilling ist: „familiär qua Geburt, als Sternzeichen, als deutscher Schweizer und letztlich eben als Klinikchef und Vorstandsvorsitzender zugleich!“ Auch fand Ohrloff nur Worte der Wertschätzung. Er betonte, dass gerade Prof. Kaufmanns besonnener Einfluss auf die Berufungspolitik eine exzellente Gruppe von Medizinern nach Frankfurt geholt habe: „Ihretwegen, Prof. Kaufmann, sind wir mit weitaus mehr herausragenden Wissenschaftlern z.B. im neuen Fokus-Ranking vertreten, als alle anderen Universitätskliniken in unserem Bundesland zusammen.“ Es sei ein Verdienst Kaufmanns, dass das Universitätsklinikum bis heute in den einflussreichen Rangfolgen weit vor den anderen universitären Krankenhäusern in Hessen und Rhein-Main läge.

„In einer Vorstandssitzung beschäftigt sich das Denken mit so vielen Aufgaben und Themen. Der Haushalt, die Personalbelange, die Fortschritte der jeweiligen Bauvorhaben…und schließlich die Frage, wer das letzte Brötchen in der Mitte des Besprechungstisches bekommt.“ Diese und unzählige weitere Einblicke konnte Prof. Thomas J. Vogl, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Klinikums und damit versierter Kenner der Vorstandsarbeit, in die Zusammenarbeit innerhalb des Führungsgremiums unter Prof. Kaufmanns Vorsitz geben.

Das letzte Wort hatte der Geehrte selbst: Prof. Kaufmann dankte seinen Partnern und Kollegen für ihren Einsatz und die gemeinsam erreichten Ziele. Er selbst freue sich nach zehn Jahren der Doppelrolle als Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie darauf, nun wieder viel mehr Zeit für seine Patienten und Studenten zu haben. Am Montag, den 4. Oktober, wird der neue Ärztliche Direktor, Prof. Jürgen Schölmerich, sein Amt antreten, den Kaufmann als eine glückliche Top-Besetzung lobte. Als Ausblick sagte er: „Wo ich als Dermatologe im Vorstand manchmal nicht aus meiner Haut konnte, wird Prof. Schölmerich als Gastroenterologe gewiss auch mal eine Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen. Ich wünsche ihm alles Glück!“

Frankfurt am Main, 29. September 2010

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Ricarda Wessinghage
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(idw, 09/2010)

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