Prof. Dr. Mark Schrader ist neuer Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Urologie

Die operative Zukunft der Urologie sieht Professor Schrader in der Weiterentwicklung der minimalinvasiven Chirurgie. "Neue Techniken ermöglichen uns, bei rekonstruktiven und ablativen Eingriffen noch präziser zu arbeiten. Die Laparoskopie liefert uns bisher einen zweidimensionalen Blick, neue OP-Robotersysteme bieten uns ein dreidimensionales Bild und statten unsere Eingriffsgeräte mit mehr Bewegungsmöglichkeiten aus", erläutert der neue Ärztliche Direktor.
Dies betrifft zum Beispiel die sogenannte Neoblase, die als Ersatz einer krebskranken Blase während der Operation aus einem Stück Dünndarm des Patienten genäht wird. Dieses Verfahren wurde in Ulm von Professor Hautmann entwickelt und findet heute weltweit Anwendung. "Wir wollen das weltweit anerkannte Zentrum für den kontinenten Harnblasenersatz in Ulm mit der großen Expertise der hiesigen Ärzte durch Innovation fortentwickeln", so Schrader. Dazu sind die Einführung der Robotertechnik sowie die Neupositionierung in der Forschung geplant.

Die Weiterentwicklung der Krebsmedizin stellt insgesamt einen Schwerpunkt der Ulmer Urologie unter neuer Leitung dar. "Zusammen mit dem integrativen Tumorzentrum CCCU und den niedergelassenen Urologen der Region wollen wir ein zertifiziertes Prostatazentrum einrichten, das Patienten die beste Behandlung auf aktuellstem wissenschaftlichen Stand sichert", erläutert Professor Schrader, der an den kürzlich erschienenen S3-Leitlinien zum Prostatakarzinom sowie den S2-Leitlinien zu Keimzelltumoren mitgearbeitet hat. Solche Leitlinien geben allen Ärzten wissenschaftlich fundierte Behandlungsempfehlungen und erleichtern die intersektorale Zusammenarbeit insbesondere zwischen ambulantem und stationärem Bereich.
Professor Schrader bringt zudem aus der Charité weitreichende Erfahrung in der Nierentransplantation mit nach Ulm. Auch hier sieht er in minimalinvasiven Verfahren, die beispielsweise Nierenexplantationen mittels Schlüssellochtechnik ermöglichen, zukunftsweisende Perspektiven.

"Ich freue mich, mit meinem hoch qualifizierten Team die große Tradition der Ulmer Urologie in die Zukunft zu führen", erläutert der neue Ärztliche Direktor. Besonders am Herzen liegt ihm dabei auch die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten der Region. "Wir möchten in großer Offenheit zusammenarbeiten, um für die Patienten die Behandlung in Praxen und der Klinik sinnvoll zu gestalten", so Schrader.
Der gebürtige Berliner habilitierte sich nach Studium, Auslandsaufenthalten an der Harvard Medical School und Promotion in Mainz sowie wissenschaftlicher Tätigkeit in Frankfurt 2003 an der Berliner Charité, wo er ab 2004 als Leitender Oberarzt und seit 2007 als stellvertretender Klinikdirektor der Urologie die Fusion der verschiedenen Urologie-Standorte der Charité koordinierte und Forschungskooperationen ausbaute.

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Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze

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(idw, 03/2010)

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