Prof. Dr. Manfred Infanger ist neuberufener Professor für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie

Manfred Infanger, Jahrgang 1963, ist Facharzt für Handchirurgie sowie für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Der gebürtige Züricher studierte in seiner Heimatstadt Humanmedizin und hat nach dem Staatsexamen in allen chirurgischen Fächern am Universitätsspital Zürich Erfahrungen gesammelt, bevor er sich letztlich für eine Ausbildung an der Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie einschließlich Verbrennungschirurgie entschied. Fachliche Weiterbildungen erfolgten in Großbritannien an der University of Glasgow, an der Universität Taipeh in China und mehrfach in den USA, z.B. an der Mayo Klinik Rochester und an der John Hopkins Universität in Baltimore. Außerdem nahm er an mehreren Hilfseinsätzen als Plastischer Chirurg in Entwicklungsländern, beispielsweise in Bolivien teil.
Fünf Jahre nach dem Staatsexamen wurde Prof. Infanger in Zürich zum Oberarzt ernannt und war in unterschiedlichen Bereichen (Handchirurgie, Plastische und Verbrennungschirurgie, Intensivmedizin) im Einsatz. Mit seinem Wechsel an die Charité Universitätsmedizin Berlin im Jahr 2001 wurde ihm die fachliche Leitung für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie übertragen. Im Brustzentrum der Charité war er zudem verantwortlich für die plastisch-rekonstruktiv chirurgische Versorgung. Im Jahr 2007 habilitierte sich Prof. Infanger und erhielt die Venia Legendi an der Charité für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.

Durch seine langjährige ärztliche Tätigkeit kann Prof. Infanger auf umfassende klinische Erfahrungen in seinen ganzen Spezialgebieten verweisen. Schwerpunkte sind hierbei die Handchirurgie bei schweren Verletzungen, angeborenen Missbildungen oder bei Veränderungen von Gliedmaßen durch Polyarthritis. Schwerpunkt ist sein Plastisch-Rekonstruktives Tätigkeitsfeld am ganzen Körper nach Unfällen, Tumoren, Krankheiten und Verbrennungen. Dies umfasst mikrochirurgische Rekonstruktionen durch Transplantation von Gewebe zur Defektdeckung oder Replantationen von abgetrennten Gewebeteilen nach Unfällen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Unfall- und Viszeralchirurgen (Defektdeckungen, Plexuschirurgie), Orthopäden (Gewebeersatz), Gynäkologen (Rekonstruktion von Mamma, Genitaltrakt, Sexchange) etc. können so komplexe Krankheitsbilder behandelt werden.

Die wissenschaftliche Tätigkeit des 47-Jährigen umfasst ein breites Spektrum. Dazu gehört im wesentlichen Maße die regenerative Medizin, hierbei speziell das Tissue Engineering (Space life Medizin), wo im Rahmen von künstlicher (RPM Maschine) und realer Schwerelosigkeit (Parabelflüge, Raketenflüge, Internationale Raumstation, ISS) Gewebe gezüchtet und in Experimenten das Verhalten von Tumorzellen untersucht wird. Weitere Schwerpunkte sind die Erforschung der peripheren Nervenregeneration und molekularbiologischen Mechanismen bei mechanischen und entzündlichen vaskulären Traumen.

In seinem neuen Tätigkeitsbereich möchte Prof. Infanger diese Schwerpunkte auch in Kooperation mit den Magdeburger Wissenschaftlern fortführen einerseits im Rahmen der Weltraumforschung und andererseits in der molekularbiologischen Untersuchung von Apoptose bei Tumorzellen und Zytoprotektion durch Wachstumsfaktoren im Rahmen des Tissue Engineering. Dazu werden hier in Magdeburg auch eine RPM Maschine und ein Bioreaktor zur Erzeugung von künstlicher Schwerelosigkeit installiert.

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