Prof. Dr. Dr. h.c. Oberender: „Der Start ist geglückt – nun gilt es konsequent Spur zu halten“

Die demographische Entwicklung ist als Herausforderung anzunehmen, so der Gründungspräsident weiter, dies müsse jedoch als Chance begriffen werden, Zukunft zu gestalten. Er sehe dies als einmalige Chance für junge Leute, mit einem zielgerichteten Studium in dem Wachstumsmarkt der Zukunft ein Rüstzeug zu erhalten, das künftige Führungskräfte befähigt, sich in vielfältigen Bereichen des Gesundheitswesen zu betätigen. Die Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften nimmt daher die Aufgabe sehr ernst, ein ökonomisch und ethisch reflektiertes Rüstzeug den künftigen Führungskräften an die Hand zu geben.
Das erste Semester der jungen WLH stimmt die Hochschulleitung zuversichtlich für das Jahr 2013. Auch die Studierenden sind mit dem Start ihrer Hochschule zufrieden. „Die Lehrenden geht individuell auf uns ein“, meinte Mareike Schmidt, die „Management im Gesundheits- und Sozialmarkt“ studiert, bei einem Pressegespräch. Zahlreiche Praktika in Krankenhäusern bewegten Wido Jochen Laue dazu, sich um einen Studienplatz im Programm „Gesundheitsökonomie und Ethik“ zu bewerben. „Hier geht es nicht nur um die Ökonomie, sondern auch um den Menschen“, lobte er. Beide streben beruflich eine leitende Position an, in der sie „die Dinge bewegen“ können.
Gleichwohl gelte es, so Prof. Oberender, weitere Anstrengungen vorzunehmen, um die individuelle Lern- und Betreuungssituation an der WLH noch zu optimieren. Dazu werden im Sommersemester insgesamt drei Professuren – Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Gesundheitsökonomie, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre sowie Wirtschafts- und Sozialethik – besetzt sein. Zusammen mit einer Professur für Gesundheitswissenschaften, die im Sommer noch folgen soll, wird dann ein Team an der WLH zusammen sein, dass die unterschiedlichen Disziplinen, die notwendig sind, um ganzheitlich Gesundheits- und Sozialversorgung zu behandeln, abbilden kann.
Der Präsident hob auch hervor, dass der dritte Studiengang „Gesundheitsmanagement und Technologie im Gesundheitswesen“, der bislang noch nicht belegt wurde, eine besondere Chance allen biete, die sich für technologische Zusammenhänge im Gesundheitswesen interessieren, deren Bedeutung künftig noch mehr zunehmen werden. Früher war es undenkbar, dass Informatikwissen als eine Kernkompetenz im Gesundheitswesen angesehen wird, dies sei in der Zwischenzeit deutlich anders geworden, so Oberender.
Gleichwohl gelte es für die Wilhelm Löhe Hochschule, sich noch stärker sowohl in Forschung als auch in Lehre zu positionieren. Verschiedenartige Anstrengungen diesbezüglich werden unternommen. So wird im Jahr 2013 eine Ringvorlesung angeboten, die sich dem demographischen Wandel widmet und in der verschiedene Aspekte eines demographischen Wandels durch wissenschaftliche und praktische Vorträge beschrieben werden. Weiterhin regt die WLH insbesondere interessierte Schüler schon vorab an, sich mit Fragestellungen rund um das Gesundheitswesen auseinander zu setzen. Beispielsweise findet am 10. Mai ein Campus-Fest statt, das in ein Wochenende für begabte und interessierte Schüler mündet, die sich mit dem Thema „Gesundheitswesen, nur eine Frage des Geldes?“ auseinander setzen.
Auch im Bereich der Forschung nimmt das Forschungsinstitut IDC die Herausforderung der Gestaltung des sozialen Wandels an. So steht in verschiedenartigen Forschungsprojekten die Frage im Vordergrund, soziale, ökonomische und ethische Akzeptanzfaktoren für neue Betreuungs- und Organisationsformen im Gesundheitswesen zu beleuchten. Beispielsweise ist die Frage der Verknüpfung des „Gesundheitsstandortes Zuhause“ für Menschen mit altersabhängigen Erkrankungen weder organisatorisch noch gesundheitspolitisch adäquat abgebildet. Hier, beispielsweise orientiert an Fragen geriatrischen Assessments, ergeben sich vielfältige Fragen zur Versorgungs– und Vergütungsgestaltung. Das Forschungsinstitut kann dabei immer wieder auch das Interesse der Studierenden mit integrieren. Prof. Oberender betonte zum Abschluss, dass sowohl seine Aktivität in der Bayerischen Bioethikkommission als auch seine Rolle als Beauftragter für die Bayerische Gesundheitswirtschaft in die Arbeit eingebracht werden kann.

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