Prof. Dr. Andreas Schulte erhielt Tholuck-Medaille des VfZ

Prof. Dr. Andreas Schulte gilt als ein bedeutender Wegbereiter der präventionsorientierten Zahnheilkunde speziell für Menschen mit Behinderungen. Der Lehrstuhlinhaber des bundesweit ersten Lehrstuhls für behindertenorientierte Zahnmedizin in Deutschland an der Universität Witten/Herdecke erhielt nun für sein herausragendes Engagement die Tholuck-Medaille 2016 des Vereins für Zahnhygiene (VfZ).

„Seine Leistungen auf diesem Gebiet sind von unschätzbarem Wert“, bilanzierte Dr. Matthias Lehr vom Verein für Zahnhygiene e.V. anlässlich der Verleihung der Medaille im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit (LAGZ) Bayern am 7. Oktober 2016 im Kloster Irsee.

Auf der Festveranstaltung wurden die beruflichen Stationen von Prof. Dr. Andreas Schulte nachgezeichnet und in die Würdigung einbezogen. Er studierte an der Universität Münster Zahnmedizin und war dort bis 1991 zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Oberarzt tätig. Danach ging er in die Abteilung für Kinderzahnheilkunde an der Universität Marburg, wo im Jahre 1996 seine Habilitation erfolgte. 1997 wechselte er in die Abteilung für Zahnerhaltung an der Universität Heidelberg, wo er bald leitender Oberarzt wurde. Seine Ernennung zum außerplanmäßigen Professor erfolgte 2002. Schulte war in verschiedenen Abteilungen tätig und schloss eine Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie erfolgreich ab. Dennoch blieb er seinem Lieblingsgebiet treu und widmete sich kontinuierlich der Behandlung von Menschen mit Behinderungen.

In der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung (AG ZMB) in der DGZMK hat er das Amt des Vorsitzenden übernommen. Mit seinem nächsten ganz praktischen Projekt will Schulte dazu beitragen, dass die Vermeidung von Mund- und Zahnerkrankungen bei Menschen mit Behinderung voran gebracht wird. In naher Zukunft sollen Trainings für Mitarbeiter in Behinderteneinrichtungen angeboten werden, damit sie sich besser um die Mundgesundheit der ihnen anvertrauten Menschen kümmern können.

Schulte weiß aus Erfahrung, dass es gar nicht so einfach ist, die Zahnbürste im Mund eines anderen Menschen anzusetzen. „Weil das Überwindung kostet, aber andererseits viele Zahnschäden vermeiden hilft, macht ein solches Angebot Sinn“, sagt Schulte.

Die Tholuck-Medaille ist nach dem Frankfurter Obermedizinalrat Dr. Hans-Joachim Tholuck (1880-1972) benannt. Verliehen wird sie vom Verein für Zahnhygiene e.V. seit dem Jahre 1973 an Persönlichkeiten, die sich wie Prof. Dr. Andreas Schulte um die zahngesundheitliche Prävention und Aufklärung verdient gemacht haben. Der Jury gehören bisherige Tholuck-Preisträger und Vertreter des Arbeitskreises Zahnmedizinische Information (AZI) an.

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